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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-06-15 · 12 (15.6.1934) · p. Seite 251

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
12 (15.6.1934)
Date
1934-06-15
Page
Seite 251 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 251 Tennis. Der Tennisbetrieb ist auf den Plätzen an der Marbachstraße in vollstem Gange. Um eine starke Kampfmannschaft für die kommenden Wettspiele aufstellen zu können, finden z. Zt. Ausscheidungskämpfe statt. Der Jugendkurs, der sich gut bewährt, wird wiederholt. Neuanmeldungen dazu werden in der Geschäftsstelle oder bei dem Trainer, Herrn Wertheimer, entgegengenommen. Für die Fortgeschrittenen sind Kurse in der Theorie und Taktik für den Juli vorgesehen. Termine. Städte-Wettkampf München—Stuttgart am 24. Juni in Augsburg, Klubturnier in allen Klassen: Anfang Juli. gez. Rosenthal. Kegeln. Auf vielseitigen Wunsch ist das für Vereinsmitglieder offene Kegeln auf Dienstag und Donnerstag verlegt worden. Beginn: 20 Uhr, Bahnschluß 23.45 Uhr. Die Gebühr in Höhe von 25 Rpf. wird durch Lösen einer sichtbar zu tragenden Nummer bezahlt, die Kosten für den Kegelbuben werden in der Weise aufgebracht, daß nach Weisung des Obmanns die Verlustträger des einzelnen Spiels je nach Beteiligung einen Anteil zu bezahlen haben. Den Anweisungen des von mir bestimmten Obmanns bezüglich Abwicklung des Spiels, Teilnehmerzahl usw. ist unbedingt Folge zu leisten. Der Montag- und Samstagabend ist bereits an Kegelgesellschaften vergeben. An diesen Abenden ist die Bahn und das Elsa Gerson-Stübchen für die übrigen Vereinsmitglieder gesperrt. Anmeldung für den Mittwoch- und Sonntagabend werden an den Unterzeichneten erbeten. Di© Mitglieder werden dringend gebeten, die Kegelbahn und das Elsa Gerson-Stübchen durch Kellertreppe und Hof des Anwesens möglichst leise zu verlassen, um Störungen der Hauseinwohner und der Nachbarschaft im Interesse des Vereins zu vermeiden, gez. Josephsohn. Allgemeines Verhalten. Wir erwarten von unseren Mitgliedern dringend, daß sie sich insbesondere auf dem Weg zu und von der Turnhalle, auch in der Straßenbahn so benehmen, wie es Anstand und Sitte erfordern. Insbesondere in den Abendstunden muß jeder Lärm auf der Straße vermieden werden. Geht nicht in Scharen von der Turnhalle oder dem Sportplatz weg! Verboten ist längeres Umherstöhen auf der Straße vor oder in der Umgebung der Turnhalle. Zuwiderhandlungen haben den Ausschluß zur Folge, denn sie gefährden den Bestand des Vereins. Abteilungsleiter. Berichte der Abteilungsleiter gemäß den Richtlinien sind erstmals zum 15. Juni, dann zum 1. und 15. jeden Monats an die Geschäftsstelle einzureichen. Mitteilungen und Berichte für die Gemeindezeitung müssen am 10. u. 20. jeden Monats bei der Geschäftsstelle eingegangen sein. Sportfest. Wegen des Sportfestes am 17. Juni verweisen wir auf die Anzeige in dieser Nummer. Keiner fehle bei dieser ersten Veranstaltung des Vereins. Insbesondere erwarten wir, daß unsere Jugend vollzählig anwesend 'ist ... Minna Schwarz r IIIS" pflege Montag Turnhalle oder tel. Vereinbarung. Tel. 2 96 9 61 Maniküre Schönheitspflege (10-3 Uhr), in u. außer Haus Sportmassage EUCJEir FRÖHLICH Kloster-Drogerie-Parfiunei'ie 31 Neubauser Straße 31 (nächst Bamberger Hof), Telefon 92 3 72 Spezialität Kölnisch Wasser 72Ltr.2.50, lL.tr.4.50 Das vornehme Spezialgeschäft für HERREN-HÜTE Der Herrenausstatter HERREN-ARTIKEL RosenstraBe 5 ^■■■■■^■■^hbm^hb MÜNCHEN\ BRIENNERSTRASSE52 KOSTÜME . KLEIDER . MÄNTEL,. PELZE Fortsetzung von Seite 248 (Generalversammlungsbericht) Der Hilfsverein steht auf dem Standpunkt, daß die deutschen Juden in ihrer Heimat, deren Schicksal das ihrige ist, in der Hoffnung auf ein würdiges Weiterleben, ausharren sollen. Erscheint es aber deutschen Juden aus wirtschaftlichen Gründen und der Zukunft der Kinder wegen unmöglich, in Deutschland zu bleiben und ergibt sich infolgedessen eine wirtschaftliche und ideelle Notwendigkeit zur Auswanderung, so legt der Hilfsverein größten Wert darauf, daß dieselbe sorgfältigst vorbereitet wird. Der Hilfsverein hat eine genaue Untersuchung aller Möglichkeiten vorgenommen, die sich für die Auswanderung der deutschen Juden bieten. 60 000 Menschen sind vom Hilfsverein im Laufe des Jahres 1933 beraten und mit Informationen jeder Art versehen worden. 7700 Personen wurden finanziell unterstützt durch Zuschüsse für Bahn- und Schiffskarten, Visen, Verpflegung, Transport von Gepäck, Hausgerät, von Maschinen und Instrumenten. Für viele Tausende wurde ein umfangreicher Briefwechsel mit Behörden, Gemeinden und Hilfskomitees geführt. Der Hilfsverein arbeitet in ständiger Fühlung mit dem neugeschaffenen Zentralausschuß der Deutschen Juden für Hilfe und Aufbau sowie mit über 120 Stellen im Reich und 300 im Ausland. Außer mit Hilfskomitees und Gemeinden steht der Hilfsverein überall in Verbindung mit Alteingesessenen sowie neu Eingewanderten, die ihn laufend mit Informationen versehen. Der Hilfsverein hat Korrespondenten u. a. in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Columbien, Paraguay, Uruguay, Chile, in Südamerika, Guatemala, in Zentralamerika, in Windhoek, in Südwestafrika, in Kapstadt und Johannesburg in Südafrika, in Kampala und Mombassa in Kenya, in Addis-Adeba in Abessinien, in Teheran und Meched in Persien, ferner in Singapore, Harbin, Shanghai und Manila. Man spricht von „verschlossenen Toren" für Einwanderer. Der Hilfsverein glaubt, daß sich überall noch Lücken finden lassen, die man ausfüllen kann. Für manche Berufe sind die Aussichten allerdings schlecht, auch in Palästina, z. B. für den Kaufmann, den kaufmännischen Angestellten und drgl. Dagegen bestehen Beschäftigungsmöglichkeiten für Techniker, qualifizierte Arbeiter, Handwerker aller Art. Abgesehen von europäischen Reisezielen konnte der Hilfsverein zur Übersiedlung nach 34 überseeischen Ländern behilflich sein, in erster Reihe nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Menschen, die heute in die Welt hinausgegangen sind, nach Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Columbien, Paraguaay, nach Südafrika, Südwestafrika. Rhodesien, Kenya und Abessinien, Persien, Indien, China und Mandschuko sind Pioniere, die Möglichkeiten für eine Nachwanderung eröffnen. Eine charakteristische Erscheinung der jetzigen Wanderbewegung ist die langsame, aber unverkennbare Steigerung der Überseeauswanderung. Man hat es aber zunächst nur mit einer Einzelwanderung zu tun. Was die Pläne für Gruppen- oder Massensiedlungen betrifft, so sind sie in keinem Lande über das Anfangsstadium hinausgekommen. Zur Kolonisation gehören beträchtliche finanzielle Mittel und geeignetes Menschenmaterial. Die Siedlungsbestrebungen in Frankreich sind nicht weit gediehen. Manche Unternehmungen sind zusammengebrochen, andere befinden sich im Aufbau. Es sind Projekte aufgetaucht, jüdische Gruppensiedlungen in Ecuador, Paraguay, Angola, Kenya, Abessinien und Australien zu schaffen. Keines hat bis jetzt konkretere Formen angenommen, manche darunter verdienen aber ernste Prüfung. Nach Ansicht der Fachleute käme in Südamerika Südbrasilien, Teile Paraguays, der Süden von Chile und Argentinien in Betracht; nördlich von Rio de Janeiro, Asuncion und Santiago de Chile aber könne der europäische Arbeiter mit dem einheimischen nicht konkurrieren.

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