Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 12 (15.6.1934)
- Date
- 1934-06-15
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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252 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 12 Herr Dr. Sigmund Wassermann, der Schatzmeister des Vereins, richtete zum Schluß an alle Anwesenden den Appell, dazu beizutragen, daß die gesamte deutsche Judenheit Interesse an der Arbeit des Hilfsvereins nimmt, daß jeder deutsche Jude und jede deutsche Jüdin, soweit sie wirtschaftlich dazu in der Lage sind, Mitglieder des Hilfsvereins werden. Die Versammlung erteilt dem Vorstand einstimmig Entlastung. Herr Rabbiner Dr. Leo Baeck dankt zugleich im Namen des Zentralausschusses der Deutschen Juden für Hilfe und Aufbau. Er weist darauf hin, daß die Reichweite der Arbeitdes Hilfs Vereins jetzt eine viel größere geworden ist. In der Arbeit, die sich sonst vielleicht mit ihren Gedanken und Hoffnungen auf ein Jahr erstreckte, muß er heute seinen Blick auf Generationen richten. Es muß an das Schicksal der Jugend gedacht werden, für sie ein neues Leben aufzubauen. Dadurch hat die Arbeit ihre Größe bekommen, ihre Ideen, ihre Weite, ihre besondere Bedeutung. Es ist vielleicht nicht immer genügend bekannt, wie der Hilfsverein vor neue Probleme gestellt worden ist. Alle seien dem Hilfsverein aufrichtig dankbar, daß er diese neue und große Arbeit sich zu eigen gemacht und daß er sie mit geschulten Kräften übernommen hat, daß er zu seinem Teil in der Zusammenarbeit mit all denen, denen diese Aufgabe anvertraut ist, mitwirkt, daß er in dieser Arbeit jung geworden ist. Bücherschau Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland im 5. Jahrgang Nach Überwindung vieler Schwierigkeiten ist jetzt wieder ein Heft der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" (Philo-Verlag, Berlin W 15) erschienen. Es zeigt wie eng die Aufgaben der Geschichtsforschung mit den Problemen unserer Zeit verwachsen sind. Eine Studie von Dr. Siegfried Ucko über „Geistesgeschichtliche Grundlagen der Wissenschaft des Judentums" (Motive des Kulturvereins vom Jahre 1819) führt mitten hinein in die aufgeregten Erörterungen einer stürmischen Jugend, in denen die Grundlagen für die Beschäftigung der Juden mit der allgemeinen Kultur gelegt wurden. Damals wurden viele Gedanken ausgesprochen, die heute richtunggebend sein können. Vor 100 Jahren wurde wie heute um die Gestaltung der bürgerlichen Rechte der Juden gerungen. Was damals in Preußen geplant wurde und welches Echo diese Absichten in ganz Deutschland fanden, zeigt Dr. Ismar Freund, der sich um die Erforschung der Geschichte der Emanzipation sehr verdient gemacht hat. in einem aufschlußreichen Aufsatz „Die deutsche Judenfrage vor 100 Jahren". Ähnliche, stark an die Gegenwart anklingende Gedanken enthält der Aufsatz von Arno Kapp, der die Bemühungen der Leipziger Meßjuden um die Gleichberechtigung darstellt. Es war bisher völlig unbekannt, daß das Archiv der Stadt Landshut in Bayern außerordentlich reiches archivalisches Material zur Geschichte der Juden enthält. Dr. Raphael Straus gibt einen „Landshuter Judeneid aus dem 14. Jahrhundert" in Wort und Bild wieder und erläutert ihn näher. Sehr wichtige Aufklärungen vermittelt auch Dr. Hans Lichtenstein in einem Beitrag „Die Wiederaufnahme der Juden in die brandenburgischen Städte nach dem Schwarzen Tod". Mit den Verhältnissen der brandenburgischen Juden, vor allem im 18. Jährhundert, befaßt sich Dr. Gerhard Krüger in einer Darstellung über „Die jüdische Gemeinde in der Johanniterordensstadt Friedland". Nimmt man zu diesen Abhandlungen den Miszellenteil und die reichhaltige Literaturschau hinzu, so zeigt sich, daß in diesem Heft wiederum wertvolle Forschungsarbeit geleistet worden ist. Anläßlich des Gedenktages des 900jährigen Bestehens der Wormser Synagoge erschien in diesen Tagen von der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" ein Doppelheft, das ausschließlich der Geschichte der Juden in Worms gewidmet ist und neben wertvollen Erscheinungen dieser Gemeinde ihren Zusammenhang mit der Gesamtgeschichte der Juden in Deutschland beleuchtet. Die Zeitschrift, die jetzt in den 5. Jahrgang eingetreten ist und sehr anerkennende Zustimmung in allen Kreisen findet, hat heute dringlichere Aufgaben als je. Es wird darauf hingewiesen, daß es Sache der deutschen Juden ist, das einzige wissenschaftliche Organ auf diesem Spezialgebiet zu erhalten. Geschäftliches Herr Dipl.-Ing. M. E. Fulda, Heizungsanlagen, Adalbertstr. 96, empfiehlt sich für die Ausführung von Heizungsanlagen aller Systeme, sowie insbesondere für Reparaturarbeiten. S. Inserat! PLISSEE ■Die Mode! 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Juli 1934 im Sitzungssaal der Gemeinde (Herzog-Max-Straße 7/0) Arbeiten Münchner Berufsphotographen Bühnenbilder von Aufführungen des Berliner Kulturbundes Geöffnet 10—1 Uhr außer Samstags Eintritt frei ZIGARETTEN Qudh'fafs} cJKapkerL Spezialität: Blanko 2V2 Pf-, Freiherr v. Imhof 31/8 Pf. In den meisten Spezialgeschäften erhältlich.