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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-06-15 · 12 (15.6.1934) · p. Seite 246

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
12 (15.6.1934)
Date
1934-06-15
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 12 Sinai-S« maioagen Nacherzählt von B a t h - H i 11 e l.1 Moscheh und die Engel. Als Moscheh auf den Berg gestiegen war, um die Thora zu empfangen, da rechneten die Engel mit Gott und sprachen: „Herr der Welt! Was soll der Weibgeborene in unsrer Mitte?" — Sprach Gott: „Er kam hierher, um die Thora zu empfangen." — Aber die Engel widersprachen und sagten: „Die Thora, Dein Kleinod von Anbeginn der Welt, das Du einst schufest am Ende der sechs Schöpfungstage... das willst Du dem Geschöpf von Fleisch und Blut anvertrauen?" — „Gib Du ihnen Antwort darauf!" sprach Gott zu Moscheh. — Und Moscheh sprach: „O Herr der Welt! Hast Du nicht in Deiner Thora verkündet: Ich bin der Herr, Dein Gott, der ich Dich befreite aus dem Hause der Knechtschaft? Und nun: wäret Ihr Engel jemals in Ägypten Knechte dem Pharao? Seid Ihr aus dem Hause der Knechtschaft befreit worden? Spricht von Euch die Thora oder von. uns Menschen, Weibgeborenen, Geschöpfen von Fleisch und Blut?" Und die Engel dankten dem Herrn der Welt und sprachen: „Gib Deine Thora den Menschenkindern!" Moscheh auf dem Berge. Gott sprach zum Engel Gabriel und befahl ihm: Geh mit Moscheh und zeige ihm den Garten Eden. Dort sah er die Stühle der Erzväter Abraham, Isaak und Jaakob — sie alle waren aus Feingold, mit edlem Gestein und Perlen besetzt. Aber er sah auch Stühle aus Perlen. „Wem gehören die Stühle aus Perlen?" fragte er- Und der Engel Schamschiel erwiderte: „Den Lehrern, die um die Schrift sich mühen." Dann fragte Moscheh weiter: „Wer darf auf dem Stuhle aus Karfunkelstein sitzen?" — Dort sitzen die vollkommen Gerechten!" — Und wem gehören die goldnen Stühle?" — Schamschiel antwortete: „Denen, die Buße tun." — „Wer aber sitzt auf den silbernen Stühlen?" — „Das sind die Frommen unter den Völkern." — ..Und wer sitzt auf ehernem Stuhle?" — Dort sitzen die Menschen, die selbst sündigten, aber fromme Väter hatten; und Jene, die selbst Fromme waren, aber sündige Väter hatten. Dem Sohne wird um des Vaters willen verziehen — dem Vater um des Sohnes willen-" Der Engel des Bösen. Als Gott der Herr dem Volke Israel seine Thora gegeben hatte, eilte der Engel des Bösen zu ihm heran und sprach: „Herr der Welt — wo ist Deine Thora?" — „Die hab ich der Erde gegeben" sprach der Herr. — Gleich eilte der Böse zur Erde: „Wo ist die Thora?'/ — Ich weiß es nicht — das weiß nur Gott" sprach die Erde. Da ging er zum Meere. „Wo ist die Thora?" — „Ich weiß es nicht— mir ward sie nicht gegeben!" Zurück zu Gott sprang der Böse und sprach: „Uberall hab ich nach der Thora gesucht und hab sie nicht gefunden!" — So geh zu Moscheh!" sprach der Herr. — „Wo ist die Thora, die Gott Dir gab?" — Nicht mir gehört die Thora!" sprach der fromme Knecht, Gottes ist die Lehre geblieben — wie könnte ich sie als die meine bezeichnen!" — Da sprach der Herr zu Moscheh: „Weil Du bescheiden warst, soll die Thora nach Dir genannt werden. Gedenket, will ich sprechen, der Lehre Moschehs, meines Knechts!" Moscheh und Rabbi Akiba. Als Moscheh die Thora näher beschaute, da sah er. daß Gott der Herr zu ihren Buchstaben Haken und Krönchen hinzugefügt hatte. „Warum tatest Du das?" fragte er den Herrn. Einst wird ein Mann kommen, der wird alle diese zu erklären wissen — Akiba wird er heißen?" sprach Gott. — „Laß mich schauen!" bat Moscheh. — „Schau hinter Dich!" — Und Gott zeigte ihm ein Lehrhaus, darin viele Schüler versammelt waren. Vor ihnen stand ein Mann, der einem Engel glich, und erklärte ihnen die Schrift. Moscheh setzte sich an die unterste Reihe, aber er verstand kein Wort vom Unterricht. Da ward er sehr traurig. In diesem Augenblicke hörte er, wie die Schüler fragten: „Sag uns, Meister, woher hast Du Dein Wissen?" — Akiba antwortete: „Unserm Lehrer Moscheh ward alles dies auf dem Berge Sinai offenbart." Da eilte Moscheh zu Gott zurück und sprach: „Herr der Welt: Du hast mir die Weisheit des Mannes gezeigt — nun zeige mir 1 Die ersten sechs Sagen waren im Würzburger Nachrichtenblatt veröffentlicht v SCHUHHAUS M. FLEISCHMANN MÜNCHEN, THEATINERSTRASSE 17 Spezialität: BALLY-SCHUHE GEBRÜDER MARX Frauenplatz 5 Gegr. 18£ 0 Alle Bankgeschäfte Zum Zinstermin: Einlösung der Coupons Beratung für Kapitalanlagen m. s 11^ b k bti biai «& co. KAUFINGERSTRASSE 10 Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren Sic pfkgc|tutte für $f)zt£jaü$ffalt*ü.$tätt* tonfrf)c ifr tmrff für tiefte Wäftfytm ttlunriincc fjau6fcaucnt)Ufc Landwehrstraße 57/59 (Bcorg fjörfet Fernsprecher 596858 J. NEY, Maffeistrasse 6 KLEIDER MRfSTEL HÜTE Zeitgemässe Preise Kaufen Sie unsere jfiitc Kleiilimji ItOSCIlfelllCr Bayerstraße 5

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