Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 11 (1.6.1934)
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 225 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 225 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Aus der Gemeinde München Sitzung des Vorstands und der Gemeindevertretung vom 23. Mai 1934 Die von Justizrat Dr. Max Feuchtwanger geleitete Sitzung der gemeindlichen Körperschaften wurde mit einer Trauerkundgebung für den verstorbenen Syndikus der Gemeinde, Martin Flaschner, eingeleitet. Für das ausgeschiedene Mitglied der Gemeindevertretung Dr. Julius Siegel, dem der Vorsitzende herzliche Worte des Dankes widmet, tritt Herr Dr. med. Berthold Weiß ein. Die Änderungen in der Besetzung der gemeindlichen Ausschüsse werden noch gesondert in den amtlichen Bekanntmachungen veröffentlicht. Sodann erstattete der Vorsitzende des Vorstandes. Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Nemmeyer. ausführlichen Bericht über die Gesamtlage der Gemeinde; er dankt namentlich der Reichsvertretung für ihre unausgesetzten Bemühungen und geht sodann zu einer ausführlichen Erörterung der kirchlichen Steuergesetzgebung über. Der Ausfall durch die Beschränkung der gesetzlichen Kirchenumlagen auf 10 Prozent der direkten Steuern bedeutet für die Gemeinde eine Minderung um mehr als den 3. Teil, denn die Verbandsumlage von Elegante ItaiiiciikleMiiiijj finden Sie immer preiswert bei •I. Singer & Co. München, LandwehFstraße 1 KOSTÜME . KLEIDER . MÄTfTEL,. PELZE 3 Prozent verbleibt in der bisherigen Höhe, so daß die Kultusgemeinde München an Stelle von 12 Prozent nur 7 Prozent der direkten Staatssteuer erhalte. Aus dieser Zwangslage der Gemeinde darf kein Gemeindemitglied eine Ermäßigung seiner Verpflichtungen gegenüber der jüdischen Gemeinschaft ableiten. Während in außerbayerischen Gemeinden ohne weiteres die Möglichkeit besteht, den durch Minderung der Leistungsfähigkeit sowie durch Abwanderung hervorgerufenen Ausfall durch prozentuale Aufschläge zu erhöhen, sei die Münchener Gemeinde gezwungen, andere Wege zu gehen und den 'Gemeindemitgliedern eindringlichst klar zu machen, daß es eine Anstandspflicht sei, die fehlenden 5 Prozent, entsprechend der Umlagenhöhe des Vorjahres, freiwillig abzuliefern. Auch bei ungekürzter Zahlung von 15 Prozent bleibt die Ausstattung des Wohlfahrtsamtes noch ungenügend. Herr Dr. Neumeyer macht sodann eingehende Mitteilungen über die befriedigende Entwicklung der jüdischen Volksschule, namentlich über die Besucherzahl, über die Lehrkräfte und die Schulräume; Herrn J.-R. Dr. Oestreich gebühre der besondere Dank für seine hingebende und verständnisvolle Behandlung der Schulfragen. Der Vorsitzende spricht weiter dem scheidenden Rabbiner Dr. Geis, der einem Ruf nach Mannheim folgt, die Anerkennung der Gemeinde für seine vorzügliche Dienstleistung aus; die Wiederbesetzung der Rabbinerstelle wird sofort in die Wege geleitet. Weitere Ausführungen gelten der Entwicklung des Kulturbundes und des Turn- und Sportvereins, sowie der Darlehenskasse. Die folgenden Beratungen betreffen den Etat der Gemeinde, der sich künftig bei der Steuergesetzgebung und der stark herabgesetzten Leistungsfähigkeit der ^SSs^^^jSc ^\V^^S DAS PREISWÜRDIGE MÜNCHNER M TUCHHAUS PHÖBUSPALAST