Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 10 (15.5.1934)
- Date
- 1934-05-15
- Page
- Seite 207 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitimg 207 Aus der Gemeinde München Großer Konzerterfolg Heinrich Schälks in Rom Unter dem Schutz des auswärtigen Presseklubs (CIRCOLO DELLA STAMPA ESTERA) fand am 10 April im Circolo di Roma das 17. Konzert der „Societä del Quartetto" statt, das moderner österreichischer Musik gewidmet war. In diesem Konzert stellte sich Heinrich Schalit zum erstenmal dem römischen Publikum als Komponist und Klavierinterpret seiner eigenen Werke vor. Von Schalit kamen eine Phantasie in G-Moll für Klavier, drei Stücke für Violine und Klavier (Cantico, Canzone per ballare und Danza allegra), und außer einem Liebeslied noch vier „Canti di devozione" zum Vortrag. Die Kritik der römischen Presse äußert sich über Schalits Schaffen einstimmig in anerkennender Weise: IL MESSAGGERO v. 12.4.34:.....Schalit hat uns mit einer Fantasie für Klavier, einem Cantico für Violine und zwei Tänzen für Violine bekannt gemacht. Schalit ist in Deutschland besonders als Komponist religiöser und geistlicher Vokal- und Chorwerke bekannt, und wahrhaftig, die charakteristischsten unter seinen Kompositionen sind die „Canti di devozione": wahrhaft inspirierte Musik, die bei größter Einfachheit dramatische Kraft erreicht; in einer Form: die frei von allem Nebensächlichen ist. Mehr wie durch Reichtum der Phantasie imponieren diese Gesänge 'durch die Reinheit des religiösen Ausdrucks. Das Publikum (der Saal war überfüllt) nahm diese neuen Kompositionen mit lebhaften Beifall und „bis"-Rufen auf. Stunden- und Lehrplan der Hebräischen Sprachkurse Kurs 1: Percikowitsch, Lekt. 10. Grammatik: Nifal. Montag von 7—8 Uhr, Freitag von 7—8 Uhr. Kurs 2: Percikowitsch, Lekt. 15. Grammatik: Hofal, Leichte Konversation. Montag von 6—7 Uhr, Mittwoch von 6—7 Uhr. Kurs 3: Percikowitsch, Lekt. 16. Grammatik: Verb, Binjan, Hitpael, Kleine Erzählungen. Donnerstag von 7—8 Uhr, Dienstag von 20—21 Uhr. Kurs 4: Tenach, 1. Buch Moses. Übersetzungen aus dem Deutschen ins Hebräische. Mittwoch von 7—8 Uhr, Freitag von 6—7 Uhr. Kurs 5: Lehrbuch „Nativ", Übersetzungen aus dem Deutschen ins Hebräische, Sicha. Dienstag von 7—8 Uhr, Donnerstag von 20—21 Uhr. Kurs 6: Hebräische Presse, Stilübungen, Sicha. Dienstag von 21—22 Uhr, Donnerstag von 21—22 Uhr. Kinderkurs I: Donnerstag von 18—19 Uhr. Kinderkurs II: Dienstag von 17/4—18/4 Uhr, Donnerstag von 17—18 Uhr. Lehrer: N. Melber. Vorstehender Lehrplan soll einen Überblick über den Unterrichtsstoff der einzelnen Kurse gewähren. Die aufsteigende Numerierung der Kurse entspricht den erlangten Kenntnissen der Schüler. Zu dem Mitte Mai beginnenden Anfängerkurs werden noch Anmeldungen entgegengenommen unter Ruf-Nr. 29 75 05. Aus bayerischen Gemeinden Windsheim. Am 28. April verließ Herr Lehrer Samuel Strauß seinen bisherigen Wohnsitz Windsheim, um seinen Lebensabend bei seinen Kindern in Altengronau zu verbringen. 54% Jahre, davon zuletzt 4 Jahre im Ruhestand, wirkte er in der Gemeinde und war im wahrsten Sinne des Wortes ihr Seelsorger. Leid und Freud hat er mit seiner Gemeinde geteilt. In einem Schreiben des ersten Vorstandes wurde ihm in herzlichen Worten der Dank der Gemeinde ausgesprochen. Germersheim a. Rh. (Pfalz). Am 21. Mai kann Herr Noe Rosenbaum, seit 30 Jahren Vorstand der israelitischen Gemeinde Germersheim, seinen 70. Geburtstag feiern. Coburg. Am 13. Mai feierte der um die Stadt, das Wirtschaftsleben und die Kultusgemeinde hochverdiente Herr Kommerzienrat Julius Mai seinen 80. Geburtstag in erfreulicher Rüstigkeit und mit reger Anteilnahme an den Geschehnissen unserer Zeit. In Berkach (Sachsen-Meinigen) in kinderreichem Elternhaus und bescheidenen Lebensverhältnissen geboren, kam er in jungen Jahren nach Ableistung seiner Militärpflicht als Einj.- FreiwilHjrer nach Coburg, das ihm zur dauernden Heimat wurde. Er war viele Jahre Stadtverordneter, dann (bis zur M. §ILBERTHAV cV CO. KAUFINOERSTBASSE lO Das Haus für hübsche Geschenke in Uhren Schmuck Silberwaren Einführung der bayerischen Gemeindeverordnung in Coburg) Magistratsrat, ferner Mitglied der Handelskammer (bis 1933) und deren Kassier und Finanzverwalter. Als Mitglied und Vorsitzender von Aufsichtsräten widmete er Bank- und Industrieunternehmungen des Bezirks seine anerkannten und geschätzten kaufmännischen Kenntnisse und vielfachen Erfahrungen Sein Wirken wurde unter den herzoglichen Regierungen durch mehrfache Auszeichnungen anerkannt. Mit seiner vor einigen Jahren verstorbenen Gattin stand er vielen Wohlfahrtseinrichtungen helfend und fördernd nahe, die Israelitische Kultusgemeinde verdankt seinem frommen Sinn und seiner Begeisterung für das Judentum manche Stiftung; in allen Kreisen wird er als stiller Wohltäter geschätzt. Sein Leben kann als Vorbild für das eines guten deutschen Juden gelten, als der er sich auch in nichtjüdischen Kreisen hoher Achtung und großen Ansehens erfreut. Mögen die herzlichen und aufrichtigen Wünsche, die ihm zu seinem Ehrentag gewidmet werden, Erfüllung finden! Aus dem Reiche Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung Von der Reichsvertretung der deutschen Juden ist unter Leitung von Prof. Dr. Martin Buber und mit dem Sitz in Frankfurt a. M. eine Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung ins Leben gerufen worden. Sie hat vor allem die Aufgabe, den Gedankenaustausch zwischen den Einrichtungen und den Mitarbeitern der jüdischen Erwachsenenbildung in Deutschland zu fördern, neue Einrichtungen und zwekentsprechende Ausgestaltung der bestehenden anzuregen und in allen einschlägigen Fragen den Organisationen und Einzelpersönlichkeiten beratend und helfend zur Seite zu stehen Um einen Überblick über die vorhandenen Einrichtungen zu gewinnen und einen Gedankenaustausch einzuleiten, werden die Leiter der Lehrhäuser, Volkshochschulen, Lehrkurse, Kurse der Religionsgemeinden, Schulen der Jugend, Büchereien usw., sowie alle sonstigen interessierten Persönlichkeiten und Gruppen aufgefordert, möglichst umgehend Material über ihre Arbeit (Arbeitsplätze, Ausbauwünsche, besondere Schwierigkeiten, gute Ansatzpunkte für die Arbeit, Art und Zahl der Besucher) an die Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung, Frankfurt a. M., Fahrgasse 146, einzuschicken. Jüdische Handelsvertreter Nachdem die judischen Handelsvertreter in den neuen allgemeinen Handelsvertreterverband, den Reichsverband Deutscher Handelsvertreter und Geschäftsreisender, der auf dem Arierprinzip fußt, nicht aufgenommen werden, ist bei der Reichsvertretung der deutschen Juden ein Handelsvertreterausschuß gebildet worden. Gleichzeitig wurde im Auftrage der Reichsvertretung beim Centrai-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. ein Dezernat für Handelsvertreter errichtet, das allen jüdischen Handelsvertretern, unabhängig davon, welche innerjüdische Richtung der einzelne hat, zur Verfügung steht. Der Handelsvertreter-Ausschuß der Reichsvertretung hat die Aufgabe, die für den Handelsvertreterberuf in Betracht kommenden allgemein-wirtschaftspolitischen Fragen zur Bearbeitung im Rahmen der Gesamtwahrung der jüdischen Interessen durch die Reichsvertretung zu behandeln. Das Dezernat wirkt (Fortsetzung auf Seite 211) KOSTÜME: . KXEIDER . MÄNTEL. PELZE