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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-05-15 · 10 (15.5.1934) · p. Seite 206

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
10 (15.5.1934)
Date
1934-05-15
Page
Seite 206 (sequence 6)
Language
German
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wn '<! ' i:i 206 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Utftfelder Cmkfj. Ittvndtn. imftotsntal Aus dem Verbände R a b b i rre r Dr. Freudenthal, Nürnberg, und Rabbiner Dr. Stein, Schweinfurt, sc heidien aus ihren Ämter n. Mit dem Ende dieses Winters sind zwei bayerische Rabbiner aus ihren Ämtern geschieden, deren Wirken in ihren Gemeinden wie im Lande allseits als besonders segenbring'end anerkannt worden ist. Rabbiner Dr. Freudenthal in Nürnberg und Rabbiner Dr. Stein in Schweinfurt haben mit Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand um Enthebung von ihren Ämtern gebeten, und so wie diesen beiden hochverdienten Männern in ihren Gemeinden herzlicher Dank für ihre jahrzehntelange, segensreiche Wirksamkeit gezollt worden ist, so muß auch das Land sich diesem Dank aufs wärmste anschließen. Es ist bedeutsam und ein Beweis für die Weite und den Umfang des jüdischen Lebens, wenn dieser beiden Männer gemeinsam gedacht werden kann, deren Persönlichkeiten trotz aller Verschiedenheiten ihrer religiösen Richtung und ihrer persönlichen Art in gleicher Weise mit der Geschichte des bayerischen Judentums und insbesondere des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden aufs engste verbunden sind. Beide Männer waren nicht nur hervorragende Vertreter des rabbinischen Amtes in ihren 'Gemleinden, sie waren auch führend tätig bei der Gründung des Verbandes und in seiner Leitung seit seinem Bestehen, wie sie auch als Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender die bayerische Rabbinerkonferenz leiteten und auch hier nicht nur für ihren Stand, sondern für die Gesamtheit gewirkt haben. Rabbiner Dr. Freudenthal, der früher in Dessau und Danzig das rabbinische Amt bekleidet hatte, hat 27 Jahre in Nürnberg als Nachfolger von Rabbiner Dr. Ziemlich eine segensreiche Tätigkeit entfaltet. Seine wissenschaftlichen Leistungen, besonders auf dem Gebiet der jüdischen Geschichte, haben allgemieine Anerkennung erfahren, seine Wirksamkeit auf dem sozialen Gebiet, seine seelsorgerische Tätigkeit haben ihn mit allen Kreisen seiner großen Gemeinde in Verbindung gebracht; seine aufrechte und mannhafte Natur hat jederzeit den von ihm vertretenen Standpunkt bewahrt, ohne dabei das Gebot des friedlichen Nebeneinanderlebens verschiedener Richtungen in einer Gemeinde zu verletzen. Sein Wesen wird vielleicht, wie die Nürnberger Gemeindezeitung schreibt, am besten mit den Attributen „klar und wahr" gekennzeichnet. Herr Dr. Freudenthal, der sein Amt in den letzten Jahren mit dem Aufwand größter Energie geführt, wird weiterhin in seiner Gemeinde wohnen und sein bewährter Rat wird der Gemeinde auch nach seinem Scheiden aus seinem Amt erhalten bleiben. Dem Rat und Präsidium des Verbandes wird, wie wir zur allgemeinen Genugtuung mitteilen können, Herr Dr. Freudenthal als stellvertretender Präsident weiter angehören. Rabbiner Dr. Stein hat im Jahre 1890 sein Amt in Schweinfurt als erstes Amt angetreten und nunmehr 44 Jahre in Schweinfurt und den Bezirksgemeinden gewirkt. Eine von unentwegter Überzeugungstreue getragene kraftvolle Persönlichkeit, dabei voll Güte und Liebe, stellt er in seiner milden, abgeklärten Lebensart ein besonderes Musterbeispiel eines Jüngers Aarons dar, der den Frieden liebt und ihm nachgeht. Herr Dr. Stein will die Jahre seines Ruhestandes in Frankfurt a. M. verleben, wohin er bereits übersiedelt ist. Beide Herren hatten gebeten, den Abschied von ihren Gemeinden mit der durch den Ernst der Zeit gebotenen Zurückhaltung zu begehen und so fanden denn sowohl in Nürnberg wie in Schweinfurt lediglich Abschiedsfeiern in der Synagoge statt, wo beide Rabbiner von der Kanzel ihre Abschiedsworte an die zahlreich versammelten Gemeindemitglieder richteten und wo die Liebe und Treue, die ihnen während ihrer ganzen Amtszeit von allen Seiten entgegengebracht wurde, zu sichtbarem Ausdruck kam. Gleich allen Freunden der beiden verehrten Männer sprechen auch wir an dieser Stelle die innigsten Wünsche dafür aus, daß ihnen noch viele Jahre eines gesegneten Ruhestandes beschieden seien, in denen sie in vollster Rüstigkeit mit regem Interesse an den Dingen der Gesamtheit Anteil nehmen und den Wiederaufstieg des deutschen Judentums miterleben können. —Id. Kaufen Sie unsere gute Kleidung! ItOSCIlf ClllCI' Bayerstraße 5 KLEIDER Maffeistrasse 6 MRMTEL HÜTE Zeitgemässe Preise

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