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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-05-15 · 10 (15.5.1934) · p. Seite 204

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
10 (15.5.1934)
Date
1934-05-15
Page
Seite 204 (sequence 4)
Language
German
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Nr. 10 i Mt " Mt '»ff» at "= Mufy unö $00*^ t>on ttT a n f r e b St»cm«n» 2(n einem tTTorgen ging bie $rembe, 3Die &utb biefj, ilfyvcn lefen, armlicfoe, 3Die von bes 0d>nitter6 *5anb üergeffen. Unb als fte ftanb in UTittagsbitje, i£rfd>6pft »om nieberFnien, war es, hatte biefes $elb, bas abgeerntete, iCIn neue« \£aa>6tum, benn bas ttTabcben War einer jungen Palme gleid>, ÜDie 0d>nitter gelten ein, fte warfen S^ie 0id>eln fort unb ahnten febweigenb SDas TDunber ihres Leibes, um ben SDas bunne *5emb ft<ä> ftratfte, boeb Sie fcher^ten biesmal nid>t unb liefen 0ie in ^rieben. SDocb als 33oae, 23er ^err, ftcb geigte, um ju febn, "Wie weit ee war, ba rafcbelten 3m 3Soro bie Sicheln wieber unb bie ^.uden waren Frumm. 2taä> er (Bewahrte bie ^rembe nun, bie abfeites 23ef4>eiben Barges fammelte. Unb 23oas beugte fta> ju ihr, fte ^tufeuriebten, unb er fanb CJn ibren HuQtn SAtX>tx unb bae seieben ihrer 0d>6nbeit blubenb #uf ihrer 0tirne. „Jtomm boeb," fpracb er, „ÜDu follft in Hlitten meiner fttdgbe SDicb galten unb an meinem *5erbe HTir nicht mehr fremb fein, benn bu bift mir lieb." Unb Xutb, als fte bes nachts 3luf ihrem iLager fcblaflos lag Unb auf bie VDinbe horchte, lueinte, sDenn es febien, als hatte fte iDer <5err bereitet, 23oas einjulaffen. ÜDa bub ein Crdumen für fte an, 5Das fü^er war als ©cblaf. sDie VTacbt ¥T<xi>m fte an ftcb unb tonte tief. ** geteilt, daß ich eine bescheidene 'Geflügelzucht aufbaue, wenn die Imkerei „steht". Mein Ziel: 200 Bienenvölker, 100 Hühner, 2—3 Kühe. Damit wäre mein Leben gezimmert und immer noch ausbaufähig. Freilich gehören hierzu 2 Dunam, also etwa 2000 qm eigener Boden. Der muß noch her! — Norbert ist mir bei den Biemen sehr behilflich. Er ist geschickt und sagt von einem bienenstichlosen Tag „diem perdidü". Da auch Leni von Suse glänzend gestützt wird, können wir Alten zufrieden sein. (Jutta will zunächst in Italien bleiben und uns in den Ferien besuchen. Sie ist Erzieherin von zwei Kindern in ein'em vornehmen jüdischen Haus.) Feierabend ist, wenn es dunkel wird. Dreimal wöchentlich plagen wir uns abends im Iwrith-Kurs und bewundern die Geduld unseres bedauernswerten Lehrers. Ich werde Bialik nie im Original lesen können. Auch die Bibelübersetzung von Buber habe ich mir resigniert angeschafft. „Verkehr" im Sinne von Verpflichtungen gesellschaftlicher Art haben wir nicht. Man besucht sich gelegentlich am Abend zwanglos im Arbeitsornat. Und einige junge Leute eines „Kibuz" (zumeist Arbeiter mit akademischen Graden) trinken gern abends eine Tasse Tee bei uns, spielen Schach oder musizieren, oder ich lese ihnen deutsche Dichtung, weil man ja kulturell doch nicht im Handumdrehen) ein Hebräer geworden ist. Dieser Kibuz setzt sich aus Zionisten zwischen Wien und Lemberg zusammen. Obwohl auch Mädchen dazu gehören, kriegt Leni den Hof gemacht, weil das Mütterliche an ihr dasjenige ist, was diese Leute so sehr entbehren. Diese Jugend muß nämlich in allen Briefen die Eltern anlügen, als ob sie beneidenswerte „Positionen" in Erez Israel einnähmen. Die Mutter eines Dr. jur. oder Dr. med. fällt ja mindestens in Ohnmacht, wenn sie erfährt, daß ihr Sohn ein teerbeschmierter Straßenarbeiter ist. Oder daß ihre Mädels in Schlafsälen untergebracht sind ohne Trennung der Geschlechter. Die Mädels hier behüten sich nämlich sielber, und daß man das kann, glaubt keine europäische Mutter, wahrscheinlich erst recht keine amerikanische. Aber hiervon abgesehen: Man sollte in einem Buch festhalten, wie hier die jungen Akademiker leben und wie sich dagegen dieses Leben in den Köpfen der daheimgebliebenen Alten spiegelt. Da ist ein junger Mensch — meine Frau nennt ihn nur „Paul Schräg", weil er ihm äußerlich und innerlich so ähnelt — der ist trotz zarter Statur ein Arbeitsheld. Er ist wahrheitsliebend bis zum Fanatismus und sein schwerster Tag ist, wenn er sich hinsetzt, um nach Hause zu schreiben. Alle seine Kameraden arbeiten an diesem Brief mit, denn die Lügen über seine „gehobene Position" wollen ihm nicht aus der Feder. Er ist Pole und die Mutter schneibt in jedem Brief, er solle heimkommen, denn der Sowieso würde ihn unter glänzenden Bedingungen engagieren. Nun muß er auftrumpfen, daß er töricht wäre, seine hiesigen noch viel glänzenderen Konditionen im Stich zu lassen, denn dafür hat die Mutter kein Verständnis, daß er hier ohne einen Pfennig Eigenlohn (es wird alles in die Gemeinschaftskasse abgeführt, die alle Bedürfnisse auch für alle bestreitet) Brunnen gräbt. Schade, daß ich kein Romanschreiber bin! Die Romanstoffe wimmeln hier. Unser

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