Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-05-01 · 9 (1.5.1934) · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
9 (1.5.1934)
Date
1934-05-01
Page
Seite 191 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2727810-2728000-2728009--09490-2742763
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 9 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 191 Jüdischer Kulturbund in Kaycrn Bunter heiterer Abend Am Mittwoch, den 2. Mai (Lag Beomer), abds. 8 Uhr findet im großen Museumssaale ein bunter Abend Münchener jüdischer Künstler statt. Das besonders reichhaltige Programm, diesmal ganz auf Heiterkeit und Laune gestimmt, weist eine stattliche Anzahl von Mitwirkenden auf; so die Operettensängerin Irene V elisch, die jugendliche Solotänzerin Inge T e ut s c h (mit Kurt Bettsack als Klavierbegleiter), die kleine Pianistin Ruth W e i n s c h e l, die den Hörern des Münchener Senders längst wohl bekannt ist; ferner Herbert Langhofe r, ehemaliger Oberregisseur des Gärtnertheaters, mit heiteren Rezitationen und als Ansager. Erich Rosenthal bringt moderne Schlager am Flügel; im übrigen betreut Dr. Josef W al d ne r die Künstler am Klavier. Zum Beschluß des Abends gelangt ein heiterer Einakter zur Auf fürung: ,.D a s Ak - z e p t", Groteske (frei nach einer Idee aus dem Russischen ) von N. Bernstein. Hier wirken die Damen Ada E rka und Nicoletta Rosenthal, sowie Herr Herbert Lang hofer mit, der auch die Regie übernommen hat. Eintrittspreise: RM. 2.20 (numeriert) und RM. 1.10 (unnumeriert); Kategoriekarten für Jugendliche zu 60 Pfennig nur an der Abendkasse. Vorverkauf: Gemeindekanzlei und Ewer-Buchhandlung. Vortrag Professor Dr. Martin Buber Am Mittwoch, den 9. Mai, abends 8 Uhr, findet in der Synagoge Herzog-Max-Straße, ein Vortragsabend statt; Prof. Dr. Martin Bub er (Heppenheim) spricht über „Die Lehre und di e T a t". Der Vortrag ist umrahmt von musikalischen Darbietungen: Ernst M osb a c h e r singt die beiden Tenorarien aus dem Oratorium „Elias" von Mendelssohn; Kapellmeister Erich E r c k wird „Phantasie und Fuge C-dur" von Bach auf der Orgel zum Vortrag bringen. Eintritt RM. —.80 (unnumeriert, Einheitspreis); Kategoriekarten für Jugendliche zu RM. —.50 nur an der Abendkasse. Vorverkauf: Gemeindekanzlei und Ewer- Buchhandlung. Vorankündigung Am Donnerstag, den 24. Mai, abends 8 Uhr, findet in der Synagoge Herzog-Max-Straße das zweite Konzert des Münchener Kulturbundorchesters statt. Als Solistin ist die ausgezeichnete Violinvirtuosin Annie Steiger-Betzak (Frankfurt) gewonnen worden, eine dem Münchener Publikum von ihren früheren Konzerten wohlbekannte Künstlerin. In München ist die Geigerin zuletzt als Solistin in einem Akademiekonzert des Bayerischen Staatsorchesters unter Professor Knappertsbusch aufgetreten; der Abend war für sie ein glänzender Erfolg. In jüngster Zeit spielte die Künstlerin wiederholt in jüdischen Konzerten, so zuletzt bei einem Konzert des Kulturbund- Orchesters Berlin. — An diesem Abend wird Annie Steiger- Betzak das Violinkonzert A-Dur von Mozart spielen. Das Orchester bringt außerdem die Symphonie.„La Reine" von Haydn und 'die Symphonie B-Dur von Schubert zum Vortrag. Musikalische Leitung: Kapellmeister Erich Erck. — Der Kartenverkauf beginnt am 15. Mai. Dem Kulturbund stehen für die Münchner Veranstaltungen nur die Hauptsynagoge und der Museumssaal zur Verfügung; andere Möglichkeiten sind vorerst nicht gegeben. Es wird höflichst gebeten, Eintrittskarten für die Kulturbundveranstaltungen tunlichst im Vorverkauf (Gemeindekanzlei und Ewer-Buchhandlung) zu lösen. Preisausschreiben Der „Jüdische Kulturbund in Bayern" veranstaltet ein Preisausschreiben zur Erlangung eines charakteristischen Zeichens für seine Organisation. Zur Beteiligung sind jüdische, in Bayern ansässige Künstler eingeladen. Das Zeichen ist für Ausführung in Schwarz auf Weiß bestimmt, soll in einer als Briefkopf verwendbaren Größe eingereicht werden, soll aber auch in Vergrößerung oder Verkleinerung wirksam bleiben. Der 1. Preis beträgt 30 RM., der 2. Preis 20 RM. Durch die Auszahlung des Preises erwirbt der Jüdische Kulturbund in Bayern das alleinige Recht auf Verwendung der durch den Preis ausgezeichneten Zeichnung. Die Zeichnungen dürfen nicht signiert werden, jedoch, muß jede mit einem Kennwort versehen sein. Dasselbe Kennwort muß sieh auf der Außenseite eines der Zeichnung beigelegten verschlossenen Umschlages befinden, dessen Inneres erst den Namen und die genaue Adresse des Künstlers enthält- Die Einsendung der Arbeiten erfolgt an die Geschäftsstelle des Jüdischen Kulturbundes in Bayern, Herrn Kapellmeister Erich Erck, München 13, Blütenstraße 12. Letzter Einlief erungstermin ist der 10. Mai 1934. Spätere Einsendungen können nicht berücksichtigt werden. Spätestens am 25. Mai 1934 wird die Entscheidung der Preisrichter erfolgen. Diese sind die Herrn Justizrat Dr. Ballin. Dr. Hans Taub, Dr. Alfred Fraenkel, Kapellmeister Erich Erck, Architekt Hellmut Maison, Dr. Ludwig Feuchtwanger, Marieluise Kohn, sämtliche in München. Der Lieder- und Kammermusikabend des jüd. Kulturbundes erfreute sich eines wesentlich besseren Besuches als die letzten Veranstaltungen. Die Verschiedenartigkeit der Darbietungen brachte es wohl mit sich, daß das Programm auf die sonst gewohnte Einheitlichkeit verzichtete und Werke absoluter Gegensätzlichkeit aneinanderreihte, ohne daß sich allerdings in dieser Gegensätzlichkeit ein tragender Gedanke hätte erkennen lassen. Den zwingendsten Eindruck vermittelte die Pianistin Frl. Lola Krön heimer, die sich in den Händelvariationen von Brahms als reife Künstlerin erwies. Ihre Technik ist tadellos, und auch in der geistigen Beherrschung des schwierigen Werkes ließ sie kaum einen Wunsch unerfüllt. Auch das herrliche Klavierquartett in G-moll von Mozart, bei dem sich zur Künstlerin noch die Herren Blum, G o 1 d b e r g und Dr. Flehinger gesellten, erfuhr eine sehr gute Wiedergabe. Der Baritomst Herr Erncst Frank, der über eine wonlgebildete, namentlich in der Höhe gutklingende Stimme verfügt, mächte starken Eindruck in vier russischen Liedern von Tscherepnin und Rachmaninoff, deren deutsche Übertragung allerdings sprachlicher Verbesserung dringend bedürft hätte. Die Wahl dieser düsteren und schwerblütigen, musikalisch aber sehr wertvollen Werke machte dem Sänger alle Ehre, bewies er doch dadurch, daß er unter Verzicht auf billige äußere Wirkung sich ganz in den Dienst der Kunst stellen wollte. Die Sängerin des Abends. Frl. Rosl Levite. hatte sich Lieder von Bizet zum Vortrag gewählt. Obwohl dieser Komponist unserem heutigen musikalischen Empfinden doch schon zu ferne gerückt ist, als daß von ihm fünf Lieder gleichartigen Charakters, hintereinander gesungen, ernstlich fesseln könnten, vermochte doch die Sängerin dank ihrem schönen, wohlgeschul-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.