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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-04-01 · 7 (1.4.1934) · p. Seite 138

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
7 (1.4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 138 (sequence 10)
Language
German
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138 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 7 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig Uljßlfelder CmJt£ Wunden. mStontikü gibt Antwort; an ihm liegt es, die Antwort so zu gestalten, daß sie nicht nur für die gegenwärtige Not gilt, von der der Fragende immer ausgehen wird, sondern daß er seine Zuhörer in die lebendige Verbindung mit dem geschichtlichen jüdischen Schicksal, seinem Sinn und seiner Weisung bringt, wie der „Darschan" von einst. Er wird die Augen der Kinder, vor allem der Kinder auf sich gerichtet sehen, er wird den Kindern den Weg leichter machen können, wenn er ihnen, die das Abgesondertsein in der Schule erleiden, jüdisches Selbstbewußtsein weckt. Das kann er leicht: er muß nur Kenntnis und Verständnis für jüdische Geschichte, jüdische Feste, jüdische Sittlichkeit, für die großen sozialen Lehren der Thora bringen, er braucht kein Gelehrter, kein Weiser und kein Großer in Israel zu sein — aber ein „Darschan" muß er sein können, ein Erzähler und Wecker, einer der die Herzen heiß zu machen versteht. Er muß ein kräftiger Mensch sein und ein Jude mit einem liebevollen Dazugehören. Wir haben starke Jugendbünde, wir haben vortreffliche Gemeinschaften, die jüdisches Wissen und jüdische Tradition pflegen, wir haben Lehrer und Leiter — das verpflichtet. Moses kündet es schon: „Nicht aufhören wird der Dürftige im Innern des Landes; darum gebiete ich dir: auftun sollst du deine Hand deinem Bruder." Und der Hunger der Seele tut nicht weniger weh als anderer Hunger! Dr. Martha Wertheimer Aus der Gemeinde München Zum Heimgang von Martin Flaschner Syndikus des Verbandes Bayer. Isr. Gemeinden und der Kultusgemeinde München Am Mittwoch, den 14. März 1934 entschlief nach kurzer schwerer Krankheit der Syndikus des Verbandes und der Münchener Gemeinde M. Flaschner. Die Körperschaften verlieren in dem Heimgegangen eine vornehme lautere Persönlichkeit, die das Vertrauen aller in der Verwaltung von Verband und Gemeinde Mitwirkenden besaß. In langjähriger Tätigkeit beherrschte er die zahlreichen gemeinde- und beamtenrechtlichen Fragen; überall wirkte er ausgleichend und versöhnend. Den bedrängten Landgemeinden war er ein bewährter Fürsprecher und Helfer. Für die Anhänglichkeit und Treue dankten dem Verstorbenen bei der Beerdigung Herr Rabbiner Dr. Baerwald und Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer mit warmen Worten. Die große Zahl derer, die dem Verblichenen das letzte Geleite gaben, zeigte die allgemeine Teilnahme für den zu früh Entschlafenen, dem die Gemeinde München ein ehrendes Andenken bewahren wird. Die jüdische Volksschule Unter Bezugnahme auf die in dieser Nummer veröffentlichte Verfügung der Regierung von Oberbayern, vom 14. März 1934, laut welcher eine achtklassige jüdische Volksschule unter Einbeziehung der bisherigen Schule des Vereins Obel Jakob in München errichtet wird, sei auf Folgendes besonders hingewiesen: 1. Das Schuljahr 1934/35 beginnt am 12. April 1934. 2. Sämtliche Schulklassen werden in den Räumen H er z og - R ud ol f - S t r a ß e 1 und 5 bis auf weiteres untergebracht. 3. Auch Schüler, welche bisher zum Besuch der jüdischen Volksschule nicht angemeldet sind, können noch angemeldet werden. Wird hiervon Gebrauch gemacht, so ist der betreffende Schüler bei der Schule, die er bisher besuchte, oder zu welcher er neu angemeldet ist, abzumelden mit dem Ersuchen um Überweisung an die jüdische Volksschule. JÜDISCHER KULTURBUND IN BAYERN , Graphische Ausstellung Eine Ausstellung von graphischen Werken jüdischer Künstler aus Bayern wird am 29. März in den gemeindlichen Räumen, Herzog-Rudolf-Straße 1, eröffnet und bis 1. Mai zugänglich sein. Die Ausstellung umfaßt außer Graphik verschiedener Art auch Buchkunst, Aquarelle und ähnliches. Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 30 Pfg. erhoben. Geöffnet 10—17 Uhr mit Ausnahme von Samstag und von Sonntag, den 1. April. Rezitationsabend Otto Bernstein Der Rezitator Otto Bernstein (Dresden), einer der bedeutendsten Künstler dieses Gebietes, spricht am Montag, den 9. April, abends 8 Uhr, im großen Museumsaal Werke von Emil Bernhard Cohn, Martin Buber, Ludwig Strauß, Richard Beer-Hofmann, Manfred Sturmann und Jakob Wassermann. Karten zu RM. 2.20 (numeriert) und RM. 1.10 (unnumeriert) in der Gemeindekanzlei sowie an der Abendkasse. Kategoriekarten für Jugendliche zu 60 Pfg. nur an der Abendkasse. Lieder- und Kammermusikabend Am Montag, den 16. April, abends 8 Uhr, findet im großen Museumsaale ein Konzert Münchener jüdischer Künstler statt. Zur Aufführung gelangen die „Händel- Variationen" von Brahms, Lieder von Tscherepnin, Rachmaninoff und Bizet, sowie das Klavierquartett g-

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