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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-04-01 · 7 (1.4.1934) · p. Seite 136

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
7 (1.4.1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 136 (sequence 8)
Language
German
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136 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 7 &/^y^/^/*;z±s^s%»'^^^ Canticum Canticorum VI, 12—16 Von ^ugo von ^ofmanitötljal 3Du btft betr twfd>lofTene (Starten, SDeme fmt>ifcf>ett >5<m&e warten, SDewe kippen ftnb obne <£fen?alt. SDu bift tue üerftegelte Quelle, ÜDes Gebens ftarre @d>n?eUe, Uimnffenb berb imb Mt. nimm, TDmfc von Horben, 5lugel, üauf, @ubtr>mb, über bie *5«gel Unb web burcb tiefen ^atn! £a£ alle £)ufte triefen, %m ftarren Schlaf es Ciefen £)a8 Gebert ftcb befrein! 1893 Sfus bem neuen (6ei <S. Sifdjcr 25erlin 1934) erfd?ienenen Jlafya$>®ebi(f}U banö: £ugo oon ^jofmannsfljat, ,/JTad)lefe öer ©ebidjfe." s^'^^^/^y^w'^^^ tum in Rom angenommen hat, ist von ihm zum Siege geführt und dadurch zur Rechtgläubigkeit geworden. Prof. Walter Bauer hat sich die Darstellung der Herauslösung des Christentums aus dem Judentum nicht zur Aufgabe gestellt. Er sagt dazu nur einmal gegen Schluß seines Werkes, an seine frühere Schrift „Der Wortgottesdienst der älteren Christen" (1930) anknüpfend: „Bis zum Jahre 70 hat sich das Christentum vom Judentum und seiner Art möglichst deutlich abgesetzt (aus einem ebenso begreiflichen wie berechtigten Trieb der Selbsterhaltung). Nach dem Zusammenbruch war das Judentum keine Gefahr mehr und konnte der neue Glaube sich Betriebsmittel und Arbeitsbräuche des zu rückbleibenden Wettbewerbs unbesorgt aneignen, vor allem dem Alten Testament gegenüber jede Zurückhai tung aufgeben." Der Verfasser spricht zum Schluß die äußerst wichtige Erkenntnis aus: „Es ist ja eigentlich ein merkwürdiges Spiel der Geschichte, daß das abendländische Rom dazu ausersehen war, gleich zu Beginn den bestimmenden Einfluß auf eine Religion, deren Wiege im Orient gestanden, auszuüben, um ihr diejenige Gestalt zu geben, in der sie Weltgeltung gewinnen sollte. Aber als weltverachtende Jenseitsreligion und unerbittliche Lebensördnung eines himmelentstammten Übermenschentums oder als komplizierter Mysterienkult für religiöse und geistige Feinschmecker oder als enthusiasistischer Überschwang, der morgen anschwillt und morgen abebbt, hätte das Christentum eine solche niemals erlangt." Die Wiedergabe der neuen Bauerschen Forschungsergebnisse gibt keinen Begriff von der Strenge des methodischen Prozesses, von der intimen Kennerschaft der souverän gehandhabten syrischen, koptischen, griechischen Quellen, denen wir in diesem Werk begegnen. Sein Studium ist an die Voraussetzung genauer Bekanntschaft der ältesten Kirchengeschichte, der neutestamentlichen Forschung, besonders der Dogmengeschichte einschließlich der alten Häresien geknüpft. Mit Recht sagt der Verfasser, daß es unerlaubt sei, in jeder Veröffentlichung wieder von Neuem alles wiederzukäuen. „Wir leben in einer Zeit, die knappe Erörterung fordern und Wiederholung dessen, was schon in angemessener Weise dargelegt worden ist, sich verbitten darf. Deshalb wird auch der nicht auf seine Rechnung kommen, der das Buch in der Erwartung aufschlägt, darin einen bequemen Überblick über das zu finden, was die Mitforscher bereits in dieser oder jener Hinsicht zum Thema beigesteuert haben." Wenn diese Grundsätze auch in unserem jüdischen Schrifttum besser als bisher beachtet würden (statt des Auf-die- Stelle-tretens in unserem Lehr- und Lernbetrieb), so könnten auch unsere innerjüdischen Kenntnisse wachsen, wodurch eine innere Kräftigung des Judentums angebahnt würde. Von dem Bauerschen Buch scheiden wir mit Bewunderung und Dank für das uns hier Gebotene. F. Eine Aufgabe für die jüdische Grofjsfadfgemeinde: Der „Darschan" Der Gedanke, den ich heute hier vertreten will, kam mir während eines Telephongesprächs, und seine Rechtfertigung begegnete mir am gleichen Tage in einem kleinen Spruch. Das Telephongespräch führte ich mit einer besorgten Mutter, und der Spruch stammt aus einer Zeit, in der die großen Talmudschulen der babylonisch-jüdischen Siedlungen blühten. Jenes Gespräch nahm seinen Ausgang von der Schilderung einer familiären Situation, die heute für zahlreiche jüdische Eltern in ganz Deutschland Geltung haben dürfte. Ein elfjähriges kleines Mädel in einer kleinen Stadt Hessen-Nassaus leidet bitter unter dem Besuch der öffentlichen Schule mit allen den uns von überall bekannten Folgen. Und die Mutter fragt voll Schmerz und Angst: „Wie kann ich dem Kind helfen?" Sie fühlt die Richtung, aus der sie dem Kinde die Kraft holen kann und holen soll, aber sie braucht einen Menschen, der ihr dabei zur Seite steht, der die Unbelehrte. mit seinen Kenntnissen und seinem Zuspruch unterstützt. Und der Spruch: „Tagtäglich sendet Gott seine Engel aus, um die Welt zu zerstören; doch ein einziger Blick Gottes auf die Schulkinder und die Gelehrten genügt, um seinen Zorn in Erbarmen zu verwandel n." Auch d i e Situation dürfte

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