Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 2 (15.1.1934)
- Date
- 1934-01-15
- Page
- Seite 32 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Bayerische Israelitische Gemeindezeiturig Nr. 2 Bücherschau Die fünf Predigten von Kardinal Faulhaber. 1. bis 4. Adventspredigt und Silvesterpredigt. Fünf Heftchen ä 20 Pfg. im Verlag A. Huber, München 2M, Neuturmstraße 2 a. Die vier Adventpredigten galten der Stellung des Alten Testaments in der christlichen Lehre. Wir verweisen auf die ausführliche Würdigung der Predigten durch Herrn Rabbiner Dr. Baerwald in der C.V.-Zeitung. Von besonderem Interesse ist die Silvesterpredigt über „Christentum und Germanentum" mit der volkstümlichen Analyse der „Germania" des Tacitus. Bei Erörterung der Frage, „wie sich das Christentum zur germanischen Rasse stellt", wird nicht weggelassen: „Bei keinem Volke wurden Blut und Rasse so stark betont wie bei den Israeliten des Alten Bundes." Als rein religiöse Dokumente des katholischen Christentums sind die fünf Predigten von höchster Bedeutung für die Art der Übernahme und Verpflanzung hoher geistiger Werte in ursprünglich fremde Kulturen. Die Christianisierung des Germanentums und die nationale Aneignung der Bibel bleiben die wichtigsten Beispiele des für das deutsche Judentum so lebenswichtigen Assimilationsproblerns, das endgültig von den bisherigen Schlagworten befreit werden sollte. F. Die Damaskusschrift. Neu bearbeitet von Lic. D. Leonhard Rost, Privatdozent in Berlin (Kleine Texte für Vorlesungen und Übungen, herausgegeben von Hans Lietzmann, Heft 167). Berlin (De Gruyter) 1933. 33 Seiten. RM. 2.40. Eine höchst willkommene, praktisch sehr brauchbare und gleichzeitig den strengsten philologischen Ansprüchen genügende Edition dieses wichtigen hebräischen Textes. Die Fragmente der Damaskusschrift sind von Salomo Schechter im Winter 1896/97 in der Geniza (dem Aufbewahrungsort für kultisch unbrauchbar gewordene Torarollen und sonstige Urkunden) der Esra-Synagoge in Altkairo aufgefunden und 1910 herausgegeben worden. In biblisch-hebräischem Prosastil mit ungewöhnlich reichen Bibelzitaten abgefaßt, enthält die Damaskusschrift Lehren und Verfassung einer jüdischen streng orthodoxen Sekte mit wichtigen Abweichungen von den pharisäischen Halachalehrern. Schechter hat die Sekte für sadduzäisch angesehen, was heute als Irrtum erkannt ist. Essenische Züge sind deutlich erkennbar. Uber die Entstehungszeit der Schrift gehen die Meinungen stark auseinander. Julius Gutmann führt (gegen Eduard Meyer) in der Encyclop. Jud. Bd. V, Sp. 750 f. gewichtige Gründe für die Zeit der letzten 100 Jahre des Bestehens des zweiten Tempels an. — Rost bietet uns ein mustergültiges hebräisches Textbuch, das sich glänzend für Übungen und Arbeitsgemeinschaften, allerdings nur bei hohen Ansprüchen an die Teilnehmer, eignet. Die exakte Durchnahme eines solchen Textes führt zu einer wirklichen Beherrschung der jüdischen Geschichte und einer einwandfreien Methodik. An Hand vorzüglicher Positivphotographien der Originalfragmente, die im Besitz der University Library of Cambridge sind, war es Rost sogar möglich einzelnen Wörtern, wie in der Handschrift, die babylonische und tiberiensische Vokalisation beizusetzen. Eine kommentierte Übersetzung gedenkt der Herausgeber in dem von Eißfeldt angekündigten Kommentarwerk zu geben. Inzwischen müssen wir uns mit der Übersetzung aus dem Sammelwerk von Paul Rießler „Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel" behelfen, wo unter dem Titel „Sadokitisches Werk" (Nr. 49 der Sammlung, S. 920 ff.) der deutsche Text abgedruckt ist. allerdings mit Erklärungen (auf S. 1323 ff.), die die Damaskusschrift nicht ausschöpfen. F. Ja-Sagen zum Judentum. Eine Aufsatzreihe der „Jüdischen Rundschau" zur Lage der deutschen Juden. Berlin 1933. 160 Seiten. Preis: Kart. 2.40 RM. Die leitenden Aufsätze, die seit 5. März 1933 in der „Jüdischen Rundschau" erschienen sind, bleiben historische Dokumente über ihren Tageswert hinaus. Läßt man heute noch einmal diese besonnenen, aber mit heißem Herzen niedergeschriebenen Äußerungen, die den deutschen Juden den Rücken stärken und die Köpfe klären sollten, an sich vorüberziehen, so staunt man über die Elastizität der menschlichen Seele, die Pelzangelegenheiten sind Vertrauenssache. Wenden Sie sich bei Anschaffungen oder Peleumarbeitungen an mich, Sie werden gewissenhaft u. vorteilhaft bedient. HEINRICH GRÜNHUT KUrschnarmelstor, Augustenstr. 85, Tele'on 58t < T^Il PALÄSTINA zum Purimfest I N 2% TAGEN mit dem Luxusexpreßdampfer com'e pi sm@ia 4 850 0 TONNEN ab NEAPEL 23. Februar 1934,j0bends an HAI F A 26. Februar 1934, früh ORIENTFAHRT des &.&M@MA 33OOO TONNEN ab NEAPEL 22. Februar 1934 über ATHEN KONSTANTIN OPEL nach HAIFA Besondere Rundfahrpreise mit Unterbrechungsmöglichkeit in Palästina S o n d e r p r o 'sp e k t e, Auskünfte etc. ITALIA FLOTTE RIUNITE Generalagentur Berlin NW 7, Unter den Linden 47 Agenturen: Frankfurt a. 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