Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 2 (15.1.1934)
- Date
- 1934-01-15
- Page
- Seite 33 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 33 Ober 70 labre Qualitätszigarren! Alffred Klopfer Maximilians«-. 10 Tel. 27039 Haus der8chönen öbel Infolge großer Lagerbestände, Vorteile ganz besonderer Art Scbwonlbolerslrafie 9 nächst sonnenttrasse I I HOHLSAUM Stoffknöpfe, Plissees, Knopflöcher, Endeln, Monogramme E. Vollweiler Löwengrube 25 Laden gegenöberHeinrichCohen Qual.-ZigarrenZigar retten und Tabake in grosser Auswahl Bestellen Sie Ihre Druckarbeiten bei B.HELLER München, Plinganserstmße 64 Fernsprechanschluß 73664" 6.5 Eine alk Gesvndheüstvgel Beug' vor gegen Rheuma, Gicht u. hundert andere Übel, trink täglich beim Aufstehn ein Glas der berühmten Hellbrunnen i Ueberkinger Sprudel ond flüeifieidunelle Teinacber Hirscbauelle und Sprudel Ditzentiacncr Jara-Sproflel d. SauerDronn lmnöücr Apollo-Spraflel Remstal-Sprudel Beinslein Ueberau erhältlich. Prospekte durch die Mineralbrunnen A. G. Bad Ueberkingen über so Vieles, im ersten Augenblick des Geschehens Unfaßbare und kaum Erträgliche hinwegkommt. Die aufmerksame Lektüre der Leitartikel von Robert Weltsch ist gerade heute, zu Beginn des Jahres 1934, vordringlicher als je, und zwar für jeden deutschen Juden. Denn schon spürt man wieder ein merkliches Nachlassen unserer Bemühungen um eine neue jüdisch betonte Lebensform im Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft. Man findet sich ab, richtet sich ein, verfällt in alte Gewohnheiten von früher, als die Juden noch nicht aus dem deutschen Leben ausgeschlossen waren. Nie aber war äußerste Zurückhaltung, Warten- und Schweigenkönnen, Einfachheit des Auftretens und ein verzichtendes Nichtüberall - dabei - seinmüssen, Zuhausebleiben in jedem Sinn so notwendig wie heute. Viele unter uns haben es scheinbar wieder vergessen. Aber auch im Positiven, in unseren Versuchen, die jüdische Komponente in unserem Gesamtdasein zu stärken, spürt man ein Nachlassen. Der Begriff des „Nichtariers", der im öffentlichen und privaten Leben von den deutschen Volksgenossen unterschieden wird, ist von der deutschen Gesetzgebung rezipiert worden und hat sich im allgemeinen eingeführt. Wer sich vor dieser Tatsache verschließt und tut, als ob nichts geschehen wäre, verhält sich wie Don Quichote, nur daß er kein Ritter ist. Vor jener Tatsache verschließt sich aber jeder Jude, der heute in seinem gesamten Verhalten in und außerhalb seiner Mauern nicht die peinlichste Selbstkritik übt. Dieser peniblen Zurückhaltung, die gar nicht übertrieben werden kann, entspricht im Positiven eine großzügige Aufgeschlossenheit für alle jüdischen Nöte und eine innere Neuorientierung. „Ja-Sagen zum Judentum" heißt: das uns so dringend nötige Nein-Sagen-Können nur in innerjüdischen Angelegenheiten aufgeben und mit allen Kräften wieder einen Zugang zum Judentum finden, das sich im Religiösen und Sozialen keineswegs erschöpft. Es gibt keine bessere Einführung in die modernste Phase des Judenproblems als diese Aufsatzreihe, die wir genau so kritisch lesen sollen wie alles andere, was uns heute von jüdischer Seite geboten wird, die aber den Vorzug hat, daß. hier jemand mit Herz und Hirn so zu uns spricht, daß wir bewegt und verwandelt werden. Wir wünschen, daß die Aufsatzsammlung allen ernsthaften Aussprachen und Diskussionen zur Klärung unserer Lage zugrunde gelegt wird. F. Baumgartner D. Dr. Walter, Professor in Basel, Israelitische und altorientalische Weisheit. (Sammlung gemeinverständlicher Vorträge 166.) Tübingen, Mohr, 1933. 34 S. 1.50 RM. Hatte früher die hebräische Spruchweisheit ihre nächsten Parallelen in der griechischen, werden nunmehr ganz andere Zusammenhänge festgestellt. In dem vorliegenden sehr beachtenswerten Vortrage, der zunächst recht anschaulich auf die Reste alt-orientalischer Weisheit hinweist, welche die Ausgrabungen und die Auffindung zahlreicher alter Literaturdenkmäler erschlossen haben, werden die Berührungen der ägyDtischen, babylonischen, assyrischen Weisheit mit der hebräischen aufgezeigt. Eine deutliche Abhängigkeit der israelitischen Seite von jenem fremden Geistesgut wird dargetan. Baumgartner weist in diesem Zusammenhang auf die Bemühungen Greßmanns und Ermans hin. Alle Abstufungen lassen sich feststellen von bloßer Stoff- und Ideenverwandtschaft bis zur wörtlichen Ubereinstimmung und literarischer Abhängigkeit. Auch die Unterschiede, die bei näherer Vergleichung sich ergeben, werden ins Licht gestellt. Am Schlüsse seines Vortrages geht Baumgartner auf die Weisheit im Hiobbuche ein. das inhaltlich ,wie formal alles hinter sich läßt, das in Babylonien oder in Ägypten geschaffen wurde, das also die Vollendung der hebräischen Weisheitsdichtung darstellt, aber auch ihr Ende bedeutet. Bezirksrabbiner Dr. Ernst Steckelmacher. Geschäftliches Purim Anläßlich des Purimfestes (1. März 1934) veranstaltet der Lloyd Triestino eine Sonderreise nach Palästina mit der Abfahrt von Triest am 21. Februar mit Dampfer „Italia" und Rückfahrt von Haifa am 7. März mit Dampfer „Martha Washington". Der Aufenthalt in Palästina wird somit etwa 10 Tage betragen und zu einer ausreichenden Besichtigung des Landes genügen.