Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 2 (15.1.1934)
- Date
- 1934-01-15
- Page
- Seite 30 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 MJDWICr GRUBER odeonspiate 17 1>as Oeschäft des Qnalitätsrauchers! An die jüdischen bildenden Künstler Münchens Der Ausschuß für Hilfe und Aufbau bei der Israelitischen Kultusgemeinde München, Herzog-Max-Straße 5, bittet alle jüdischen bildenden Künstler (Maler, Bildhauer, Kunstgewerben Dekorateure) um gefl. Angabe ihrer jetzt gültigen Adressen, soweit dieselben nicht schon der Münchener Kultusgemeinde bekannt sind. Die Israelitische Krankenfürsorge München, eingetr. Verein, gibt folgendes bekannt: 1. Es wird erneut darauf hingewiesen, daß auf Beihilfe aus Mitteln des Vereins regelmäßig nur gerechnet werden kann, wenn um diese Beihilfe vor Inanspruchnahme ärztlicher Tätigkeit, Eintritt in eine Krankenanstalt, Beschaffung von Heilmitteln u. s. f. nachgesucht ist. Die finanzielle Lage des Vereins zwingt zur Einhaltung dieser Stellung. 2. Die Behandlung nicht dringlicher Fälle erfolgt in den Sitzungen der Vereinsleitung, die regelmäßig am 2. und 4. Donnerstag jeden Monats um halb 12 Uhr im Gemeindehause stattfinden, also 1934 Jan. H.,25.; Febr. 8., 22.; März 8., 22.; April 12., 26.; Mai 10., 24.; Juni 14., 28.; Juli 12., 26.; August 9., 23.; Sept. 13., 27.; Okt. 11., 25.; Nov. 8., 22.; Dez. 13., 27. 3. In dringlichen Fällen wende man sich an den 1 oder 2. Vorstand des Vereins, Schwanthalerstraße 19, Telefon 56 5 49 oder Hildegardstraße 19, Tel. 28 3 81. Vgl. auch IX des Gemeindekalenders. 4. Da selbstverständlich Hilfe nur geleistet werden kann, wenn die Notwendigkeit einer Tätigkeit des Vereins oder seiner Organe diesen bekannt ist, so ergeht das Ersuchen, einschlägige Fälle unverzüglich zu melden. Dieses gilt besonders für den Fall, daß Krankenbesuch, -pflege oder sonstige Betreuung erwünscht wird, gilt ferner nicht nur für den Ort München, sondern auch für alle zum Rabbinatsbezirk München gehörigen Orte und Anstalten jeder Art. 5. Hinsichtlich der religiösen Betreuung schwer Erkrankter wolle man sich an die in Ziff. 3 bezeichneten Stellen wenden. Konzert Münchener jüdischer Künstler Die israelitische Kultusgemeinde hatte — im Interesse jüdischer ausübender Künstler wie der musikliebenden Mitglieder unserer Gemeinde — für den 4. Januar zu einem Konzert eingeladen. Daß sie mit dieser Veranstaltung das Richtige getroffen hatte, bewies der überfüllte Museumssaal. Die Hörer wurden in ihren Erwartungen auch nicht enttäuscht. Das Programm, mit erlesenem Geschmack zusammengestellt, bot zwischen zwei Beethovenschen Meisterwerken der Kammermusik Werke der klassischen Liederkomponisten Brahms und Hugo Wolf. Frl. Liselott Weiß zeigte sich in dem Vortrag der Waldsteinsonate als Pianistin von hoher Qualität, die den großen technischen Schwierigkeiten vollkommen gerecht wurde und auch in den geistigen Gehalt des Werkes tief einzudringen Wenn Sie bei Ihrem Umzug die neue Adresse der Post melden, sor\s\ sie uns trotzdem noch unbekannt. Unseren Austrägern gelingt es nur selten, die neue Adresse zu erfragen. Teilen Sie daher auch uns Ihre Adressenänderung mit und die unliebsamen Verzögerungen in der Zustellung werden behoben sein. Verlag B. Heller, München 25 Plinganserstraße 64. verstand. Bei dem Trio B-Dur von Beethoven gesellten sich zu ihr noch die Herren Ernst Blum (Violine) und Dr. Benno F1 e h i n g e r (Cello) und boten damit eine in jeder Beziehung abgerundete und herzerfreuende Leistung. In Herrn Ernst Mosbacher lernten wir einen hervorragenden Sänger und Liederinterpreten kennen. Mit einer großen und wohlkultivierten Tenorstimme begabt, von echter Musikalität unterstützt und in den geistigen Gehalt tief eindringend, vermittelte er in dem Vortrag Brahmsscher Lieder seinen Hörern großen Genuß. Die Sängerin des Abends, Frl. Trudl Fuchs, hatte sich mit den Liedern von Hugo Wolf doch eine zu hohe Aufgabe gestellt, der die junge Künstlerin noch nicht vollkommen gewachsen war. Ihre nicht sehr große, aber schöne, warme und wohlgebildete Stimme, verbunden mit einer lebhaften Mimik, dürfte sie mehr auf das Gebiet der leichteren Muse verweisen. Die an das pianistische Können teilweise hohe Ansprüche stellende Begleitung am Flügel hatte Herr Erich E r k, der seine Aufgabe mit hervorragendem künstlerischem Feingefühl und technischer Meisterschaft löste. Das Publikum spendete allen Künstlern begeisterten Beifall, der die israelitische Kultusgemeinde hoffentlich veranlassen wird, in ihrem Weg, ihren Mitgliedern künstlerische Genüsse zu übermitteln, fortzufahren. Es sei aber dabei der Wunsch gestattet, sie möge an dem bisherigen Prinzip, das Niveau der Darbietungen möglichst hoch zu halten und nur reifen Künstlern das Konzertpodium zu gewähren, unbeirrt festhalten. Es sollen diese Abende nicht zu Wohltätigkeitsveranstaltungen noch zu gesellschaftlichen Ereignissen werden, sondern das bleiben, was dieses Konzert war, ein wirklich künstlerisches Erlebnis. Ausbildungsmöelichkeiten für Körperkultur und handwerkliche Fertigkeiten in München Wir bringen den Gemeindemitgliedern zwei bewährte, seit mehreren Jahren hier gut eingeführte Institute, namentlich zur Ausbildung unserer Jugend, in Erinnerung: Die Schule für Körperkultur und künstlerischen Tanz vonRhea Glus fGermaniastraße 20, Haltestelle der Linie 6) hat sich längst jenseits von Mode- und Tagesströmungen einen ausgezeichneten künstlerischen Namen in allen Kreisen Münchens gemacht. Die vollkommene Durchbildung und Beherrschung des Körpers, Sicherheit, Haltung und schöne Bewegungen erreicht diese Schule durch die Energie und ein hoch gestecktes Ziel ihrer Leitung. Hier bietet sich gerade jüdischen Menschen aller Altersklassen eine erwünschte Ergänzung ihrer manchmal zu einseitigen Kopf-Fähigkeiten. Die Schule von Rhea Glus ist schon für Mädchen und Knaben von 4 Jahren an eine gute Ausbildungsstätte. Anmeldungen täglich vormittag bis 10 Uhr zunächst telephonisch 40 8 0 9. Die Mal- und Zeichenschule von Siegfried Ziegler (Amalienstraße 5/II rechts) ist ebenfalls eine staatlich genehmigte Schule, in der die uns soi willkommene Ausbildung zu einer mit der Hand schaffenden Tätigkeit mit Erfolg möglich ist. Siegfried Ziegler ist ein in München sehr bekannter Künstler von Rang, dessen Bilder erst kürzlich (Sommer 1933) in der staatlichen Kunstausstellung allgemeine Anerkennung gefunden haben; er ist Schüler von Prof. Jank und seit über zwei Jahrzehnten in München tätig. In seiner Mal- und Zeichenschule ist Gelegenheit gegeben, namentlich Zeichnen als Vorstufe für praktische Berufe und handwerkliche Fertigkeiten zu erlernen.