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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-01-15 · 2 (15.1.1934) · p. Seite 23

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
2 (15.1.1934)
Date
1934-01-15
Page
Seite 23 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 23 turportrait (Abbildung 1) des Rabbi Loeb Berlin (1737 bis 1814) entstammen. R. Loeb Berlin, war Rabbinatsassessor in Fürth (1773—1789), dann Landesrabbiner in Bamberg (1789:—1795) und starb als Oberlandesrabbiner von Kassel im Jahre 1814. Das nicht signierte sprechende Bildchen zeigt — unter sparsamster Farbenverwendung — den markanten Gelehrtenkopf eines Mannes im Alter von etwa 55 Jahren: leicht angegraute Haare und Bart, große durchdringende Augen und ein herb-ernster Zug um die Mundwinkel; es dürfte wohl während seines Bamberger Aufenthalts gemacht sein, wo er unschuldigerweise jahrelang durch peinliche Gerichtsverhandlungen und falsche Anschuldigungen zermürbt und aufgerieben wurde. Dieser andauernden darstellung war doch nicht so ganz unbegründet! Man wollte vielleicht das verehrte geistliche Oberhaupt im alltäglichen Leben vor sich sehen und so schmückte man Gegenstände des täglichen Bedarfs mit den Portraits, und zwar mittels der Porzellanmalerei, der beliebten Kunst des blühenden und ausgehenden Biedermeier: auf Pfeifenkopf und Geschirr trug man das zu ehrende Bild auf (Abbildung 2). So finden sich heute noch — von den Nachkommen zärtlich behütet — Gegenstände der abgebildeten Art: 1 Pfeifenkopf, farbig bemalt, darstellend R. Salomon Kohn (1739—1819), Rabbiner in Fürth (1785—1819). Das um 1800 entstandene Portrait zeigt den mit einer Pelzmütze bedeckten Kopf des Gelehrten; ein wohlgepflegt-symmetrischer, ■^o* r Abbildung 3 Kämpfe müde, verließ er — völlig rehabilitiert — im Jahre 1795 seine Stelle in Bamberg und folgte einem Rufe nach Kassel, wo er bis zu seinem Ende segensreich wirkte. Dieses Portrait dürfte eine der ältesten naturgetreuen Darstellungen eines deutschen Rabbiners der neueren Zeit sein, da bis dahin immer eine instinktiv-religiöse Abneigung gegen eine menschliche Abbildung bestand. Wahrscheinlich werden wohl auch hier die Verehrer des bedeutenden Gelehrten die geistigen Urheber eines solchen Portraits gewesen sein. Und so wurde auch Verehrung und Liebe zum geistigen Führer derartig weit getrieben, daß sich — einige Jahrzehnte später — bereits Erzeugnisse finden (merkwürdigerweise auch fast nur in Bayern), die alles eher als religiöse Empfindungen darstellen; man sieht: die oben erwähnte religiöse Abneigung gegen Menschengrauer Bart umrahmt das bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Gesicht, dessen markanteste Erscheinung die tiefliegenden blauen Augen sind. Die verwandte Technik zum Portrait von R. Loeb Berlin ist auffallend, wenngleich schon die Darstellung und Farbtönung kräftiger und realistischer erscheint. Dieselbe Erscheinung finden wir bei dem etwa 10 Jahre später entstandenen Pfeifenkopf (Privatbesitz in Ichenhausen). Dargestellt ist der Rabbiner Moses Hochheimer in Ansbach Kuchenmeister Weinessig für Salate und zum Einmachen. Magister München7

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