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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-01-15 · 2 (15.1.1934) · p. Seite 22

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
2 (15.1.1934)
Date
1934-01-15
Page
Seite 22 (sequence 2)
Language
German
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22 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 Wt?~- ,| «t; Abbildung R. Salomon Kohn R. Moses Hochheimer R. Wolf, Hamburg Schriften und Buchillustrationen, die uns noch heute eine Vorstellung von der damaligen Kultausühung einerseits und von der Meisterlichkeit der Verfertiger andererseits überliefern. Dies ist aber auch die einzige Kunstform der Juden des deutschen Mittelalters geblieben; Genies kamen infolge der äußeren Verhältnisse nicht zur Entfaltung oder mußten sich mit dem bescheidenen Rahmen der Buchillustration (und sogar da fast nur bei den häuslich-profanen, z. B. Haggadoth, Beschneidungsbücher oder halb-profanen, z. B. Estherrollen, Minhag- und Memorbücher etc., niemals aber bei Thorarollen) begnügen. Dies änderte sich erst am Ende des 17. und anfangs des 18. Jahrhunderts. Der Druck wich so langsam, Vermögen wurden nicht mehr willkürlich sequestriert, der Zugang zur abendländischen Kultur wurde allmählich geöffnet und die Juden ergriffen die sich bietenden Möglichkeiten. So erwuchsen denn auch von der Mitte des 18. Jahrhunderts ab jüdische Künstler, und zwar bezeichnender Weise zunächst Miniaturisten, die damit sowohl die unter den Juden jahrhundertelang geübte Miniaturtradition ins Profane übertrugen als auch damit dem herrschenden Zeitgeschmack — graziöse und minutiöse Schönmalerei —Rechnung trugen. (Man sieht hier wieder: Der Druck weicht und es stürzen sich nicht die Juden auf die Kunst, sondern die bislang schlummernden Talente sind auch schon da!) Diesem Kreis, der sich merkwürdigerweise ganz besonders in Bayern bildete, — Josef Marquard Treu in Bamberg (1712—1796), der vor der Taufe Joel Nathan hieß, Juda Pinhas aus Lehrberg (1727—1793), der mit Jakob und Salomon Pinhas als Hofmaler in Bayreuth und Ansbach wirkte u. a. — dürfte wohl das im Besitz des Vereins für jüdische Museen in Bayern e. V. befindliche feingearbeitete Minia-

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