Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-01-15 · 2 (15.1.1934) · p. Seite 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
2 (15.1.1934)
Date
1934-01-15
Page
Seite 21 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2727810-2728000-2728002--09313-2742579
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

$agetifrife Jfcoclitijrfic «Bemcmöcjcitung )lotf|ritf|ten6lo« öet 3ftnelütfdffen &iüu$gemeötfon In müntfjen/^ug^butg/Homberg und del Utetfande* Ifoyenfcfjct Jfrndittfrfjet «Bemrinöen Erscheint am 1. u. 15. jeden Monats.—Verlag: B.Heller, München, Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: RM. 4.80 für das Plinganserstr. 64, Tel. 73664 u. 73665. Postscheck München 3987, Jahr. Anzeigenpreis: Geschäftsanzeigen nach aufliegendem Tarif. Herausgeber: Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Kleine Anzeigen und Stellenmarkt ermäßigter Sondertarif. X. Jahrgang München, 15. Januar 1934 Nummer 2 Inhalt: Merkwürdige Porträts bayerischer Rabbiner — Zunehmende Einigung über Grundbegriffe der jüdischen Gegenwart — Der jüdische Verteidiger Andreas Hofers — „Der junge David" von Beer-Hofmann — Zum Tod von Jakob Wassermann — Aus der Gemeinde München — Aus der Gemeinde Augsburg — Aus bayerischen Gemeinden — Bücherschau — Personalia Merkwürdige Porträts bayerischer Rabbiner Beitrag zur Erforschung jüdischer Kulturaltertümer Bayerns durch den Verein für jüdische Museen in Bayern e. V. Der „Verein für jüd. Museen in Bayern" hat bisher noch nicht die Möglichkeit gehabt, die Ergebnisse seiner Sammlungstätigkeit der Öffentlichkeit vorzuführen. Einen großen Teil dieser Arbeiten hat Herr Theodor Harburger geleitet, der im Jahre 1930 die vielbeachtete Ausstellung jüdischer Ritualgegenstände vorbereitet und damit den letzten Anstoß zur Begründung des Museumsvereins gegeben hat. Herr Harburger ist seit Gründung des Vereins dessen Geschäftsführer gewesen; für seine hingebende und unermüdliche Tätigkeit gebührt ihm besonderer Dank. Herr Harburger hat vor kurzem seinen Wohnsitz nach Palästina verlegt. Zu seinem Nachfolger als Geschäftsführer des Vereins wurde Herr Dr. Heinrich Feuchtwanger gewählt, der selbst eine schöne Sammlung von Ritualgegenständen angelegt hat. Die hierbei erworbenen Sachkenntnisse will er dankenswerter Weise dem Museumsverein zur Verfügung stellen. — Dem vorliegendenAufsatz sollen weitere folgen, die hoffentlich dazu beitragen werden, das Interesse für die Bestrebungen des Vereins zu erwecken und wachzuhalten. -Id. Der biblische Grundsatz „Du sollst Dir kein Bildnis machen" stand zu allen Zeiten als Hemmschuh für künstlerische Gestaltung des jüdischen Kultes im Wege; daß dieses Prinzip niemals in voller Strenge durchgeführt wurde, bezeugen uns zahlreiche Überlieferungen aus ältester und jüngerer Zeit. (Siehe auch den Artikel über „eine ausgegrabene liberale Synagoge des 3. Jahrhunderts" in der bayer. israel. Gemeindezeitung vom Oktober 1933.) Daß aber auch der Drang nach künstlerischer Betätigung unter den Juden kongruent mit dem wachsenden oder geminderten äußeren Druck schlummerte oder erwachte, ersehen wir einerseits in der künstlerischen Blüte der spanischen Epoche — später auch in Italien — andererseits an der künstlerischen Sterilität des deutschen Mittelalters. Die strenge Abgeschlossenheit in Ghettis ließ nur unscheinbare, in der Form übernommene und im Stil nachhinkende Zweckbauten der Synagogen entstehen; die konsequent durchgeführte strenge Auslegung des Gesetzes ließ ebensowenig eine Bildfreudigkeit zu wie der äußere Druck, der ebenso folgerichtig jegliche Vermögensbereicherimg — und damit jegliches Mäzenatentum — zu verhindern wußte. (Man kann doch nicht annehmen, daß dasselbe Volk, das im ersten Jahrhundert seiner Freiheit — nämlich im neunzehnten Jahrhundert Abbildung 1 — so viele bedeutende Künstler auf allen Gebieten hervorbrachte, während des ganzen Mittelalters bildnerisch unfruchtbar war; diese Annahme dürfte um so verfehlter sein, als doch das einzige künstlerische Betätigungsfeld der Juden des Mittelalters, die Dichtkunst, Werke von Rang hervorbrachte!) Deshalb zog sich jüdischer Geist in die Gelehrtenstuben zurück, in die durch keinerlei äußeren Druck zu beeinflussende Hoheitssphäre jüdischen Schrifttums. Und dort entstanden in Stille, Bescheidenheit des Rahmens und innerlich erlebter Freude zu gläubiger Kunst die köstlichen Miniaturen, Bildhand-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.