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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1934-01-01 · 1 (1.1.1934) · p. Seite 7

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
10 (1934)
Issue
1 (1.1.1934)
Date
1934-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. l Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 7 kender Deutlichkeit. Perversion der Begriffe Offenbarung und Erlösung? Wie leichtfertig ist dieser Vorwurf! Kann Gerhard Scholem seine leidenschaftliche Anklage, daß das deutsche Rabbinertum den Zusammenhang historischen Schicksals verloren und sich in den leeren Kaum des Deklamatorischen verirrt habe, angesichts dieser Äußerungen der Berliner Rabbiner noch aufrechterhalten? Der Wunsch steigt auf, daß Herr Rabbiner Prinz, bevor er zu seinem Ritt gegen die „Juden am Rande" gestartet, an das Wort Baecks („Predigt und Wahrheit") gedacht hätte: „Manches Judentum scheint bisweilen predigendes Judentum oder auch Judentum der Prediger zu sein." Aber in unseren Tagen muß man auch einer Flugschrift wie der von Prinz mit ihren apodiktischen, einhämmernden Sätzen, die dem Werk der Emanzipation und des Liberalismus mit jedem Wort Unrecht tun, vieles nachsehen. Bei Baeck selbst verstummt das Oratorisch-Klangliche der Sprache oft vor der wortlosen Einsicht in die furchtbare Schwierigkeit der geistigen Situation, die sich der unmißverständlichen Formulierung entzieht. In seinen Reden und Aufsätzen ist hie und da ein Stillwerden zu beobachten. Das Vorbringen empirischer Einzelheiten und wissenschaftlicher, abgelegener Einzelzüge hält er geflissentlich von seinen Sprachkunstwerken fern. Im Gegensatz dazu gibt Max Wiener reine voraussetzungslose Wissenschaft. Seine Darstellung der religiösen Systeme der Judenheit des 19. Jahrhunderts nach dem Bruch der jüdischen Einheitskultur ist auch in der sprachlichen Form eine Glanzleistung und das Ergebnis originaler Forschung. Eine glückliche Ergänzung zu Wiener ist Bergmanns Zusammenschau der sich auf den ersten Blick scheinbar einander ausschließenden geistigen Strömungen im Judentum, das trotz alledem eine erstaunliche Einheit blieb. Den vier Rabbiner-Büchern aus der Heiligen Gemeinde Berlin wird man nur gerecht, wenn man jedes für sich in seinem ganzen Ausmaß, in seinem Reichtum und mit seinen Schranken im einzelnen würdigt. Dies geschieht an anderer Stelle dieser Blätter. Wir vergleichen die einheitliche Gesamthaltung der vier WTerke mit den Äußerungen, die im letzten Juniheft des „Morgen" über die Stellung der Rabbiner in der Gemeinde wiedergegeben waren: diese Äußerungen und jene ausgearbeiteten Bücher geben ein aufschlußreiches und nachdenklich stimmendes Bild von den erfüllten und nicht erfüllten Aufgaben der religiösen Führer in unseren jüdischen Gemeinden. F. Vom israelitischen Hospifal zu Fürih Zu den ältesten jüdischen Krankenhäusern Deutschlands zählt jenes der Stadt Fürth, das auf das ehrwürdige Alter von 280 Jahren zurückblicken kann. Laut Fürther Stadtchroiiik errichtete man im Jahre 1653 in Fürth ein jüdisches Spital neben dem jüdischen Gottesacker. Dortselbst wurden Kranke teils auf Kosten der Gemeinde, teils auf Kosten der jüdischen Hausvorstände, z. B. wenn Dienstboten derselben erkrankten, verpflegt. An selbigem waren außer dem Pflegepersonal ein jüdischer Arzt, ein christlicher Wundarzt und eine jüdische Hebamme angestellt. Zur Errichtung des heutigen Krankenhauses in der Theaterstraße erwarb die jüdische Gemeinde Fürth 1839 um 1550 fl. den Baumgarten eines Bäckermeisters und ließ den Bau in den folgenden Jahren aufführen. Am 1. November 1846 fand die feierliche Eröffnung des neuen Spitals statt, dessen Kosten größtenteils durch Stiftungen, durch Privatbeiträge von Gemeindemitgliedern, wobei sich das Haus Königswarter besonders hervortat, gedeckt wurden. Das 1864 unter Aufwand von 12 000 fl. bedeutend vergrößerte, um ein Stockwerk erhöhte Hospitalgebäude nahm im 66er und mehr noch im 70er Krieg eine beträchtliche Anzahl verwundeter Soldaten in Pflege. 1881 ward es als Reservelazarett für den Mobilmachungsfall zur Unterbringung von 20 Kranken in Aussicht genommen. Im November 1913 sprach eine amtsärztliche Besichtigung ihre Anerkennung über die Einrichtung der Anstalt aus. In den ersten Augusttagen 1914, nach Ausbruch des Weltkrieges, nahm man sogleich die Anschaffung vermehrter Betten und Wäsche vor, um das Krankenhaus für Lazarettzwecke weitgehend zu rüsten. Am 28. Aug. wurde ihm der Besuch Ihrer Königl. Hoheiten Wiltrudis und Helmtrudis zuteil. Viele Hunderte von Verwundeten und Kranken fanden während des vierjährigen S. Orljansky & Co. MÜNCHEN . NEUHAUSER STRASSE 29 ante Pelzmoden das führende Spezialhaus für Größte Auswahl . Erstklassige Qualitäten . Bekannt billige Preise . Umarbeitung nach den neuesten Modellen

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