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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-12-15 · 24 (15.12.1933) · p. Seite 400

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
24 (15.12.1933)
Date
1933-12-15
Page
Seite 400 (sequence 8)
Language
German
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400 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 24 mit ihrer Herkunft aus dem deutschen Stilkreise zusammen. Freilich hat sie die Phantasie selbst der deutsch-jüdischen Komponisten nur ganz selten zu größeren Kompositionen angeregt. Die Klassiker unserer Synagogenmusik begnügen sich meist mit der einfachen harmonisierten Aufzeichnung. Als Kuriosum sei noch angeführt, daß Verdi in der Einleitung zum zweiten Akt seiner wenig bekannten Oper „Don Carlos" die Anfangstakte der Melodie als motivische Grundlage zur stimmungshaften Ausmalung einer nächtlichen Liebesszene verwendet. Doch geschah diese musikalische Anleihe sicherlich unbewußt. Recht interessant ist die Angabe Birnbaums, daß die ermusikalische Fixierung des Chanukkah-Liedes in den „Hebrew Melodies" von Lord Byron (London 1815) erfolgt sei. Der Zufall will es, daß gerade in diesen Tagen unsere einheimische Musikbibliothek Paul Hirsch eine um das Jahr 1820 erschienene deutsche Übersetzung des englischen Exemplars erworben hat, eine höchst merkwürdige Sammlung jener jüdischen Melodien, die Byron zu seinen Poesien inspiriert haben. Die Chanukkah- Melodie erscheint hier mit einer Verdeutschung des Byronschen Gedichts, gefertigt von dem „Geheimen' Kriegs-Rath" Kretzschmer, die allen Regeln einer musikalischen Textunterlegung Hohn spricht und zudem schon durch den Wortlaut eine ungemein kuriose Angelegenheit darstellt. „Moaus zur" verkörpert für uns das Ideal eines Volksgesanges, der leichte Faßlichkeit mit einwandfreier künstlerischer Haltung verbindet. Mag die Melodie auch nicht ganz auf jüdischem Boden gewachsen sein, so dürfen wir sie doch durch den lebendigen Besitz von sechs Jahrhunderten heute völig für uns in Anspruch nehmen. Dieses populärste Lied der deutschen Juden wird erklingen, solange in Synagogen und jüdischen Häusern die Erinnerung an den Makkabäer-Sieg durch den festlichen Glanz der Lichter gefeiert werden wird. Aus dem Verbände Sitzung des Rats. Am Sonntag, den 26. November, trat der Rat des Verbandes in Nürnberg zu einer Sitzung, der dritten in diesem Jahre, zusammen. Seit der letzten Sitzung im Juni sind durch Tod die Ratsmitglieder Justizrät Dr. Elias Straus (München) und Justizrat Siedfried Wertheimer (Fürth) ausgeschieden. An ihre Stelle wurden Justin Lichtenauer (München) und Isaak Schwab (Fürth) in das Kollegium berufen. Zum Schriftführer des Rats wurde anstelle von Justizrat Dr. Elias Straus Leo Katzenberger (Nürnberg) gewählt. Der Vorsitzende berichtete zunächst über die Neubildung der Reichsvertretung der deutschen Juden und über die Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Landesverbände, die am 5. November 1933 in Stuttgart stattgefunden habe und eine erfreuliche Übereinstimmung der beteiligten Verbände in allen einschlägigen Fragen habe erkennen lassen. Es sei in der Arbeitsgemeinschaft beschlössen worden, die Kosten der Reichsvertretung anteilmäßig auf die Verbände zu übernehmen, sofern diese Übernahme auch seitens des Preußischen Landesverbandes erfolge. Er beantrage, daß auch der Bayerische Landesverband den ihn treffenden Teil der Unkosten der Reichsvertretung zunächst bis 31. März 1934 unter dem gleichen Vorbehalt übernehme. Auf seinen weiteren Antrag spricht die Versammlung der Reichsvertretung, insbesondere ihrem Präsidenten Herrn Rabbiner Dr. Baeck und dem Vorsitzenden des leitenden Ausschusses. Herrn Ministerialrat Dr. Hirsch (Stuttgart), das Vertrauen des Verbandes aus. Weiterhin gibt der Vorsitzende einen Überblick über die allgemeine Lage und über diedurch die Verhältnisse notwendig gewordenen Schritte der Verbandsleitung bei den Behörden zum Zwecke der Wahrung der Rechte der jüdischen Bevölkerung auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete. Im besonderen berichtet er über die auf Anordnung des Leiters der Landeswohlfahrt in Bayern erfolgte Gründung eines Dachverbandes der jüd;schen religiösen und Wohlfahrtsvereine in Bayern, die den Schutz dieser-Vereine bezwecke. Mit der Arbeit des unter der Leitung der Herren Justizrat Dr. Eugen Strauß (Augsburg) und Felix Feuchtwanger (München) stehenden Verbandes und seines von dem Landesleiter bestellten Treuhänders, Herrn Fritz Rothschild (München), könne nunmehr begonnen werden, Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig iUßtßbtder Cm b.fi ttlündjen. hn%amrtal Bestellen Sie Ihre Druckarbeiten bei Fernsprechanschluß B.HELLER München, Plinganserstraße 64 73664-65 Gegr. 1907 Gegr. 1907

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