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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-12-01 · 23 (1.12.1933) · p. Seite 381

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
23 (1.12.1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 381 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 23 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 381 SCHUH-HAUS GEORG C. DALLMANN Seit 43 Jahren | bestehend ■ Reichenbachstraße 8 (Linie 2) Fernsprecher 26201 Führende Marken: Dr. DIEHL, HERZ USW. wa$ künstlich ist) wie ich dem Ihren, und ihm wird das Ihrige so unmittelbar zum Herzen reden wie mir das Lutherische." Diese Äußerung kann nicht nach ihrer „Richtigkeit" oder „Falschheit" gewertet, sondern nur in ihrer dokumentarischen Tatsächlichkeit als Absage, mit den Juden irgend etwas gemein haben zu wollen, hingenommen werden. Die angedeutete Haltung der katholischen Kirche einerseits und des repräsentativen evangelischen Theologen auf der anderen Seite mögen einen Begriff geben von den unüberwindlichen Schwierigkeiten, eine Übersetzung als „gute", also als adäquate Wiedergabe eines fremden Textes zu beurteilen. Die ungeheure Gefahr der Hereinziehung in die Gedankenwelt, in den Bann der natürlichen Sprechweise des Ubersetzenden hat Luther ganz gewiß nicht vermieden, während Buber in seiner peniblen, oft fremdartigen Wörtlichkeit immer als Ubersetzung, als Interpretation kenntlich bleibt und deshalb die heiligen Texte wirklich unangetastet läßt; die Leser der Lutherbibel lesen dagegen Luther und nicht die Bibel. Soviel gelegentlich des schönen Vortrages von Prof. Hans Schmidt über „Luther und das Buch der Psalmen". Außer jener nicht haltbaren Bemerkung, über Rosenzweig (und vielleicht noch der Nichtheranziehung von Theodor Pähls neuesten „Quellenstudien zu Luthers Psalmenübersetzung", Weimar, Böhlau 1931) bietet Schmidt eine mustergültige Behandlung seines Themas. — Das kann man nicht im gleichen Maße von der zweiten Schrift Vogelsangs über Luthe/s Kampf gegen die Juden sagen. An anderer Stelle dieser Blätter ist davon ausführlich die Rede. Sieht man nach Vogelsang die bisherige erschöpfende — von allen Seiten als objektiv und echt wissenschaftlich anerkannte — Gesamtdarstellung dieses Themas aus dem Jahre 1911 von Rabbiner Dr. Reinhold Lewin in Königsberg noch einmal genau an (nicht nach der kurzen Zusammenfassung am Schlüsse, sondern nach dem ihr innewohnenden wissenschaftlichen Streben, ohne Zeitrücksichten die einfache Wahrheit zu erfassen), dann schneidet Vogelsang sehr schlecht ab; er hört nur den echt völkischen Klang aus Luthers Anklage gegen die undeutsche Verschlagenheit und Lügenhaftigkeit, gegen die Arbeitsscheu und den Wucher der Juden. heraus. Vor 100 Jahren (im Jahre 1836) hat sich ein anderer christlicher Theologe — Ignaz Döllinger — in einem dreibändigen Werk mit Luther und der Reformation befaßt. Derselbe Döllinger hat am 25. Juli 1881 in der Festsitzung der Bayerischen Akademie der Wissenschaft in München;über „Die Juden in Europa" gesprochen und zum Schluß gesagt: „Viel zu lange hat die falsche, abscheuliche Lehre, daß die Menschen berufen seien, Sünden und Verirrungen der Vorfahren an den schuldlosen Nachkommen fort und fort zu rächen, die Welt beherrscht und die Länder Europas mit Greueln und Schandtaten befleckt, von denen wir schaudernd uns abwenden. Wehe uns und unseren Enkeln, wenn jenes Rachegesetz gegen die Nachkommen der Deutschen, Franzosen, Spanier und Engländer des Mittelalters jemals zur Anwendung kommen sollte! Eins aber ist, was die heutige,, antisemitisch sich nennende Agitation nicht vergessen sollte: Haß und Verachtung sind Gefühle, JOS. WANINGER Maximilianstraße 43 Entresoi früher Residenzstr. 21/1, Telefon 21432 Das Haus für ff. Maßschuhe Elegante Damenkleider C|eo Maonnol fertigt in und außer Haus IÖC IVlCtdlllCI Lothringer Straße 3/II Beste Referenzen. Mäßige Preise. 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