Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 23 (1.12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 382 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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382 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 23 Das frükere Gesckäft für feine Lederwaren und Reisearrikel jMlax Bogopolsky kat seinen Inkaker geweckselt und kei^t jetzt Waldtauer G. m. k- KL jMLünclien / KaufIngerstr. 3o unter gleicker Leitung AValJtauer Stuttgart Königstr.3ia Bringen Sie uns das gleicke Vertrauen entgegen -wie dem frükeren Inkaker traurig und unerquicklich für den, der sie hegt, peinigend und erbitternd für den davon Betroffenen. Schlimm, wenn, um biblisch zu' reden, ein Abgrund den anderen anruft! Unser Wahlspruch sei und bleibe das Wort der Sophokleischen Antigone: „Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da!" Gewiß sind auch diese uns in der heutigen Zeit wohltuenden Sätze nach Diktion und Inhalt zeitbedingt, aber sie sind nicht so ausschließlich für den Tag und seine Stimmung bestimmt wie Vogelsangs Aktualisierung Luthers. aF. Alijah, 2. Auflage. Die Informationsbroschüre des Palästina- Amtes der Jewish Agency „Alijah" ist jetzt in einer neuen und verbesserten Auflage erschienen. Diese Broschüre ist für jeden, der sich über die Palästinawanderung informieren. will, unentbehrlich. In leicht übersichtlicher Anordnung wird über folgende Fragen Auskunft erteilt: Einwanderungsbestimmungen — Mitnahme von Kapitalien — Mitnahme von Gepäck, Auto etc. — Reiseverbindungen — Kapital-Transfer und Devisen-Fragen — Zollfragen — Wirtschaftsfraigen — Arbeitsmarkt — Elektrizitäts-Lieferung — Landwirtschaftliche Siedlungsmöglichkeit — Gesundheitsfragen — Lebenshaltungskosten und vieles andere. Die „Alijah" ist zum Preise von RM. —.75 durch das Palästina-Amt der Jewish Agency, Berlin W 15, Meineckestraße 10, und alle jüdischen Buchhandlungen zu beziehen. Palästina, Die Landschaft in Karten und Bildern. Von P. Robert Koeppel S. J. Mit 150 Photographien, 34 Zeichnungen und 34 Karten. Tübingen (Verlag J. C. B. Mohr) 1930. Preis 15 RM. Hier handelt es sich um eine höchst gediegene, in zehnjähriger Arbeit langsam gereifte „Landschaftskunde" Palästinas auf streng naturwissenschaftlicher modern-geographischer Grundlage. Auch dem Laien bietet das ernste Studium dieses außerordentlichen Werkes sehr viel; es ist allen rasch hingeschriebenen bestechenden Bilderbüchern über das heilige Land, die in den letzten Monaten erschienen sind, bei weitem überlegen, wie überhaupt die Gesamtleistung, obwohl sich das Buch nicht leicht erschließt und den nicht fachlich-geographisch Geschulten vielleicht zunächst fremd anmutet, als imponierendes Erzeugnis der allerbesten deutschen Gelehrtentradition gelten kann. Der Hauptwert ist auf die Fliegerbilder und die Reliefkarten gelegt. Diese Reliefs sind eine besondere, bis jetzt unerreichte Leistung des Verfassers. „Eine Karte gleicht einem Taubstummen, ein Relief (Hochkarte) einer redenden Person," bemerkt er an einer Stelle. Der landschaftliche Aufbau des Landes wird auf diese Weise denkbar deutlich. Freilich, mit den leider bei uns — begreiflicherweise — in der letzten Zeit üblichen Schnellorientierungsmethoden ist das Standardwerk von Pater Koeppel nicht in einem Atem zu nennen. Man muß sich schon für Gesteinsarten, für die modernen geologischen Fachausdrücke und Fragen, vor allem auch für vorgeschichtliche und rein phsyikalisch-geographische Themastellung interessieren, dann aber nimmt uns das Werk in steigendem Maße gefangen. Palästina ist mit 23100 qkm etwa so groß wie Württemberg und die Hautpentfernungen sind danach nicht sehr groß: Haifa—See Tiberias 50 km; Jafa—Jordan 75 km; Nazareth—Jerusalem Luftlinie 100 km, Weg 120 km; das ist dreieinhalb Tagmärsche oder drei Stunden Autofahrt. Erstaunlich differenziert in Anbetracht dieser geringen Ausdehnung ist der landschaftkundliche^geologische Befund. Das Koeppelsche Bildwerk sollte jeder Palästinafreund — und welcher deutsche Jude ist das nicht heute — einmal in der Hand halten; es wird ihn zum tieferen Studium anregen und vermittelt eine Art von Landeskenntnis, die sonst nicht erreichbar ist. F. Raucher gehen zu Alfred Klopfer Maximilianstr. 10 Tel. 27 039