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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-12-01 · 23 (1.12.1933) · p. Seite 380

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
23 (1.12.1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 380 (sequence 12)
Language
German
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380 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 23 I DieSrci-AIISIMISTIING vom Münchner Sportar»ikel=Vertrieb G. m. b. H. Platzt 5 (neben der Bonboniere) Kaufverbote und Anzeigensperren, auf die Bezeichnung „Deutsches Erzeugnis" —• „Deutsches Unternehmen", auf die Mitgliedschaft in Wirtschaftsverbänden, Kündigung jüdischer Arbeitnehmer und auf viele andere Materien, deren Regelung noch im Fluß ist Es empfiehlt sich, daß sich alle Beteiligten mit dieser Zusammenstellung vertraut machen. Bücherschau Hans Schmidt, o. Prof. a. d. Universität Halle, Luther und das Buch der Psalmen. Ein Beitrag zur Frage der Wertung des Alten Testamentes. — Erich Vogelsang. Privatdozent in Königsberg i. Pr., Luthers Kampf gegen die Juden. (Sammlung gemeinverständlicher Vorträge und Schriften aus dem Gebiete der Theologie und Religionsgeschichte, Heft 167 u. 168.) Tübingen (J. C. B. Mohr) 1933. Der Ertrag der beiden kurzen, aber ungewöhnlich inhalt- und beziehungsreichen Schriften zum Lutherjubiläum ist auch für jeden deutschen Juden außergewöhnlich. Franz Rosenzweig, der gerade in diesen schweren Zeiten unter uns fortlebt, hat in einer seiner spontansten und gleichzeitig abgewogensten Äußerungen das Thema „Die Schrift und Luther" (Berlin, Lambert Schneider, 1926) behandelt In dieser Arbeit Rosenzweigs findet man auch nicht die leiseste Andeutung einer Verkleinerung der Ubersetzungsarbeit Luthers, was merkwürdigerweise Hans-Schmidt (S. 39) beobachten will. Luthers großartiger Bibeltext ist nicht nur eine unantastbare Einrichtung der protestanischen Kirche geworden, welcher sie zur eigentlichen „Sichtbarkeit" verhilft, sondern die Luther-Bibel ist auch ein klassisches deutsches Volksbuch, durch das bekanntlich erst eine einheitliche gemeindeutsche Sprache geschaffen wurde. Die nationale Aneignung der Bibel gehört zu den wichtigsten Stadien der deutschen Geistesgeschichte; die Leistung Luthers haben wir als eine der gewaltigsten Großtaten deutschen Geistes zu verehren. Unser jüdisches Bibelverständnis hat indes schlechthin unabhängig von der Luther- Übersetzung zu bleiben; man wird sie als Kommentar unter Kommentaren (wie man auch am besten Buber-Rosenzweig verwendet) immer heranziehen. Aber Zitat und fortlaufende Texterklärung in der Sprache Luthers ist und wirkt immer unjüdisch. Die Protestantisierung unserer Synagoge im 19. Jahrhundert (seit dem Hamburger „Gesangbuch" von 1833) hängt damit zusammen. Die katholische Kirche hat für die Andersartigkeit der Lutherverdeutschung einen viel feineren Sinn. Es hat nicht nur eine disziplinare, sondern auch eine tiefe geistige Bedeutung, wenn die katholische Kirche ihren Gläubigen den Gebrauch der Bibelübersetzung Luthers verbietet. Sie versagt ihnen damit nicht nur einen Text, der vielfach im dogmatischen Sinn nicht korrekt ist sondern sie erlaubt ihnen auch nicht, „Sprache und Wort Gottes in der Weise aneinander zu binden, wie das Martin Luther getan hat" (vgl. Peterson, Die neueste Entwicklung der protestantischen Kirche in Deutschland. Hochland, November 1933, S. 152). In seiner Antwort an Martin Buber nennt Gerhard Kittel, der Tübinger Theolöge, der zur gegenwärtigen deutschen Judenfrage die schneidendsten Worte gegen uns ausgesprochen hat die Buber'sche Bibelübersetzung die größte Gabe an das jüdische Volk, das nicht mehr hebräisch versteht; aber er sagt gleichzeitig (Kittel, Die Judenfrage, 2. Aufl., S. 91): „Hebt es von dem Gesagten auch nur das Geringste auf, wenn ich hinzufüge, daß ich für meine Person zu dieser Ubersetzung als einer „Verdeutschung" keinerlei Verhältnis habe, daß sie mir trotz der deutschen Worte so fremd ist wie der hebräische Urtext?........Und der deutsche Jude wird Luthers Testament so fremd gegenüberstehen (wenn er nämlich echt empfindet und sich nicht in etwas hineinsteigert, Z u C h a n u k k a h Geschenke für den Herrn in grosser Auswahl vom modernen Herrenaustattungsgeschäft Rosenstrasse 5 Besuchen Sie das bekannte m ui.om.u6ii üic uns ucn.uuIiic WaSClIG" und Strumpf-Spezialgeschäft lachsenhaus & Co. Thalkirchner Straße 100 Spezialität: Oberhemden . Sporthemden, ab RH. 2.75 s%e im Strumpf-Spezialgeschäft MELA ALSTER AugustenstraDe 101 . Haltestelle Augusten-Schellingstraße Qualilfli schallt Vertrauen doru„ Simonl, jetzt Ritter von Epp Platz Promenade- Platz NK 11 Zinn & Co. Tal 54 mmMm_ ©amen* un& JperrentDäfdje, ©trfimjjfe, ©orfen fotDi'e Äurstoarcn un& ©trtrftoofle Gegenüber der Straßenbahn-Haltestelle der Linien 1,11,9,19 Spezialgeschäft für: Stoffe aller Art Wäsche Woll- und Baumwollwaren Kurzwaren Zeitgemäße Preise Braune .Rabattmarken

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