Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-10-15 · 20 (15.10.1933) · p. Seite 318

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
20 (15.10.1933)
Date
1933-10-15
Page
Seite 318 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2727810-2727975-2727995--09181-2742444
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

318 Bayerische Israelitische Geirieindezeitung Nr. 20 SCHUH-HAUS GEORG C. DALLMANN Seit 43 Jahren f Reichenbachstraße 8 (Linie 2) Fernsprecher 26201 bestehend! Führende Marken: Df. DIEHL, HERZ USW. wie lange jüdische Familien ununterbrochen deutsche Erde oder andere europäische Länder bewohnen. Auch diesem Nachweis mag teilweise in einer nicht allzu fernen Zukunft eine praktische Bedeutung zukommen. Nur im Vorübergehen kann hier auf die neueren Forschungen von Rabb. Dr. Adolf Altmann „Das früheste Vorkommen der Juden in Deutschland" (Trier 1932) über die Juden im römischen Trier und auf die teilweise ergänzenden, teilweise kritischen Bemerkungen dazu von Rabb. Dr. Kober (Köln) und des protestantischen Theologen Kurt Galling (Halle) in der Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland (Jahrg. IV, Heft 4; S. 210 f.) hingewiesen werden. Beispielsweise wurde ferner erst vor kurzem das erste Auftauchen von Juden in Ungarn schon 600 Jahre vor der Landannahme durch die Magyaren festgestellt. Bei Erdaushebungen im Garten des Fürstprimas in Gran wurde ein jüdischer Grabstein aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. gefunden. Fachgelehrte stellten fest, daß sich an der betreffenden Stelle des Gartens eine Beerdigungsstätte für jene Juden befand, die mit den Römern nach Pannonien, dem heutigen Ungarn, gekommen waren. Es waren dies Nachkommen jener Juden, die Titus nach der Zerstörung Jerusalems als Gefangene nach Rom brachte und die sich später auf die verschiedenen Kolonien des römischen Reichs verteilten. Im ganzen kann die Forderung nach jüdischer Familiengeschichte und Erbforschung nicht eindringlich genug erhoben werden. Als Grundlage hierfür muß eine Sammlung von Familienpapieren und eine fachgemäße Stammtafel (ein sogen. „Stammbaum") angelegt werden. Wenn sich auch natürlich nicht jeder dieser grundlegender Arbeit zu unterziehen vermag, so sollte man wenigstens die kleine Mühe und die bescheidenen Unkosten nicht scheuen, den Fachkundigen mit der Führung dieser Arbeiten zu betreuen. Nicht selten wird man dadurch einen wertvollen Dienst an sich selbst und seinen Nachkommen leisten und oft wird diese Forschung nicht zuletzt auch zukunftsweisender Dienst am Judentum und der jüdischen Gemeinschaft sein. H. L. Ihren Wintermantel jetzt nur von RR Rosenfelder Das Fachgeschäft mit der eigenen Groß-Schneiderel BAYERSTRASSE 5 nächst dem Stachus Lehrkurse der Kuliusgemeinde München Die Vorträge bzw. Arbeitsgemeinschaften finden im Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7/1, statt. Jeder der folgenden acht Zyklen besteht aus sechs bis acht Abenden, ist in sich abgeschlossen und erstreckt sich über die Wintermonate 1933/34. — Teilnehmergebühr für jeden Kurs 2 Mk.; für Jugendliche und Erwerbslose freier Eintritt. Anmeldungen, auch schriftlich und telephonisch (Ruf-Nr. 93 9 35), ab 16. Oktober in der Kanzlei der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7/1. Änderungen vorbehalten. Stundenplan: 1. Montag, abends 8—9: Dr. Ludwig Feuchtwanger, Zugangsmöglichkeiten zu einer eigenständigen jüdischen Kultur (Einführung in die Hauptgebiete des Wissens vom Judentum). Beginn: Montag, 23. Okt. 2. Montag, abends 9—10: Dr. Werner Cahnmann gemeinsam mit R.-A. Dr. Eugen Schmidt, Das Judentum in der modernen Gesellschaft (Probleme der Emanzipation). Beginn: Montag, 23. Oktober. 3. Dienstag, abends 8—9: Dr. Low, Philosophie des Alltags (Über die Rolle des Zufalls, der Notwendigkeit, Vorausbestimmung, Voraussage usw.). Beginn: Dienstag, 24. Oktober. 4. Dienstag, abends 9—10: Jüdische Frauenfragen der Gegenwart. Beginn Dienstag, 24. Oktober. Frau Jenny Baerwald, Frau Bertha Frankel, Frau Dr. Rita Hirschberg. 5. Mittwoch, abends 8—9: Rabbiner Dr. Leo Baerwald, Wie sollen wir die Bibel lesen? Lektüre ausgewählter Bibel- Texte. Beginn: Mittwoch, 25. Oktober. 6. Mittwoch, abends 9—10: Dr. Ernst Strauss, Münchener Bauten mit Lichtbildern. Beginn: Mittwoch, 25. Oktober. Frl. Helene Strauss, Führungen durch das Nationalmuseum. Zeit und Treffpunkt werden nach den Anmeldungen Mittwoch, den 25. Oktober, vor dem Vortrag von Hrn. Dr. E. Strauss bekannt gegeben. 7. Donnerstag, abends 8—9 Uhr: Rabbiner Dr. Robert Geis, Judentum als Erziehungsfaktor (dargestellt an Einzeltypen der jüdischen Geschichte). Beginn: Donnerstag, 26. Oktober. 8. Donnerstag, abends 9—10: Kapellmeister Erich Erck, Musikgeschichte und Musiktheorie (Grundzüge der Musiktheorie, Stilkunde der symphonischen und dramatischen Musik). Beginn: Donnerstag, 26. Oktober. Die auf 8 Uhr festgesetzten Kurse müssen mit Rücksicht auf die darauffolgenden Vorträge pünktlich beginnen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.