Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 17 (1.9.1933)
- Date
- 1933-09-01
- Page
- Seite 263 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 263 Aus der Gemeinde Augsburg Nachtrag 1932/33 i zum Bücherverzeichnis der Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg 1190 Baeck: Wege im Judentum. 1189 Biblia Hebraica, Edidit. Van der Hooght. 1191 Carlebach, Esriel: Exotische Juden. 1204 Carossa, Hans: Der Arzt Gion. 1194 Cohen, Emil: Neuhebräisch, schnell gelernt. 1186 Eberhard, Raimund: Goethe und das Alte Testament. 1206 Geck: ck. — erzählt. 1200 Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. 1188 Heimberger, J.: Die staatsrechtliche Stellung der Israeliten in Bayern. 1193 Herrmann, Hugo: Palästina, wie es wirklich ist. 1205 Hesse, Hermann: Kleine Welt. 1202 Istrati, Panait: Tage der Jugend. 1197 Kircher, Rudolf: Im Land der Widersprüche. 1195 Kurtzig, Heinrich: An der Grenze (Jugendbuch). 1208 Lewis, Sinclair: Mister Wrenn. 1196 Mommsen: Das Weltreich der Cäsaren. 1192 Prinz, Joachim: Jüdische Geschichte. 1201 Reymont, W. St.: Die Bauern. 1207 Sachvill West: Schloß Chevron. 1209 Salomon, Ernst: Die Geächteten. 1199 Schweitzer, Albert: Aus meinem Leben. 1187 Stein, Leopold: Gesammelte Schriften. 1210 Talmud Jeruschalmi. 1203 Thieß, Frank: Johanna und Esther. 1198 Zweig, Stefan: Maria Antoinette. Würzburger Nachrichten Infolge der notwendigen Vorarbeiten wird sich die Herausgabe des Würzburger Sonderblatts erst zum 15. September ermöglichen lassen. Es sei an dieser Stelle nochmals auf die Wichtigkeit der Zeitung gerade im Hinblick auf die gegenwärtigen Zeiten hingewiesen. * Im gesegneten Alter von 90 Jahren verschied hier der langjährige Vorstand und Ehrenvorsitzende der Gemeinde. Herr Heinrich Mayer, ein Mann von altem Schrot und Korn, dessen Heimgang gemeinsam mit der Familie von der ganzen Kultusgemeinde tief betrauert wird. Ein gerader, kluger Mann, ein aufrechter Jude, ein warmherziger Patriot ist mit ihm dahingegangen. Er gehörte zu den Menschen, die durch ihre faszinierende Art sich in gleicher Weise Verehrung und Liebe zu erwerben wußten. Er ruhe in Frieden. Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für Beratung und Wirtschaftshilfe Bürostunden: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, jeweils von 11—1 Uhr. Es können je ein junger Mann im Tünchner- und Maler-, Tischler-, Buchbinder- und Glasergewerbe, sowie zwei junge Männer im Gärtnerhandwerk ausgebildet werden. Wir regen hiermit an, daß diejenigen Mitglieder der hiesigen Kultusgemeinde, die sich aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen sehen, ihre Wohnung aufzugeben, sich mit unserem Büro zwecks Vermittlung des Zusammenziehens mehrerer bisher selbständiger Wohnungsinhaber, in Verbindung zu setzen. Ein derartiges Zusammenziehen dürfte insbesondere für alleinstehende Damen in Frage kommen. Bücherschau Shmarya Levin, Jugend in Aufruhr. Deutsch von Martha Fleischmann. Brosch. RM. 6.—. Berlin (Ernst Rowohlt) 1933. Der erste Band „Kindheit im Exil" erzählte von der geistigen und leiblichen Herkunft dieses Menschenfreundes, dessen abgerundete Persönlichkeit das Judentum, Russentum und Deutschtum gleichmäßig mitgeformt haben. Der zweite Band des großen autobiographischen Werkes führt uns aus der Idylle der russischen Kleinstadt in den Strom der großen Welt. Mit eben derselben Treue und Sprachkraft, mit der Shmarya Levin die Erlebnisse seiner Kindheit erzählt hat, gestaltet er die geistigen Kämpfe seiner Wander jähre. Sein Weg führt ihn in die Zentren des jüdisch-russischen Lebens nach Wilna und Minsk und in andere Städte des riesigen Zarenreiches. Für den deutschen Leser sind von besonderem Interesse die Kapitel, in denen Shmarya Levin über seine Berliner Studienzeit berichtet, in denen er nicht nur ein Bild der russisch-jüdischen Emigration entwirft, sondern auch einen Querschnitt durch das Deutschland der neunziger Jahre gibt. Prophet und Reformer, trägt Shmarya Levin die Tradition seines uralten Volkes im Blut und gleichzeitig den Wunsch nach Erneuerung seines Volkes auf ererbtem Boden. Das deutsche Judentum vor 30 Jahren, besonders seine geistigen Führer in Berlin schneiden bei Levin nicht gut ab. Das Übergewicht der deutschen Juden innerhalb des Weltjudentums war der damaligen Aera unbestritten. Aber wer kann heute schon entscheiden, ob die deutschen Juden, Rabbiner und Parnassim damals so völlig versagten wie Levin mit viel Spott und Ironie zeigen will. Gewiß: die Juden Deutschlands sahen in ihrer Gottähnlichkeit auf die Juden Osteuropas von oben herab und hatten keine Ahnung von dem großen Umbildungsprozeß der damaligen russischen jüdischen Massen. Für die Probleme einer lebendigen, leidenden und kämpfenden Judenheit konnten allerdings die deutschen Juden damals nicht allzuviel Verständnis aufbringen. „Nach der Aera der Zunz, Geiger und ihrer Kollegen war die deutsche Judenheit mit außerordentlicher Geschwindigkeit von der Höhe der jüdischen Gelehrsamkeit herabgesunken." „Ich habe junge deutsche Rabbiner gekannt, die sich ihrem Wissen nach viel besser für die protestantische Kirche als für einen jüdischen Tempel geignet hätten." Unter den damaligen liberalen Rabbinern, als deren Repräsentanten Shmarya Levin uns Dr. Maybaum am eingehendsten vorstellt, verwandelten sich die alten Propheten in Kosmopoliten und Philanthropen, und der Judaismus wurde zu einer farblosen, rasse- und leidenschaftslosen Form eines philosophischen Monotheismus (S. 259). Aber auch in dem Haupt des Berliner orthodoxen Judentum, Dr. Asriel Hildesheimer, erkennt er bei näherer Untersuchung nur einen in überlebten Formen verknöcherten Vertreter der alten Ordnung. Von sich selbst bekennt Levin: „Von Anfang an war ich der ewige Jude en miniature. Wo ich mich niederließ, kam ich in unmittelbare Berührung mit den verschiedenen Schichten des jüdischen Lebens, und überall war ich eins mit den Sorgen, Hoffnungen und Träumen der jüdischen Seele." „Jugend in Aufruhr" ist wie „Kindheit im Exil" ein bedeu- Dr. J. K ACH Augenarzt Rosenthal 3 Eing. Pettenbeckstr. zurück! Sprechstunde: 10—2 Uhr, 3 — 7 Uhr Sämtliche Krankenkassen faa Sitübto <ttfOH£ftf* Weiße Zähne Reiner Atem: BiOX-ULTRA die sparsame ] schäumende ' ZAHNPASTA "hannhomer RINDER.MAR.KT * mit biologischer Sauerstoff- Wirkung