Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 16 (15.8.1933)
- Date
- 1933-08-15
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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248 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 16 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig mmifcidcr S CmbJff. Iflvmcfym. im 9}cranial eignet. Es ist darum den Mädchen, die ernsthaft gewillt sind, die schwierige Zeit der Arbeitslosigkeit, eventuell der Berufsumstellung, zu überwinden, wirklich dringend anzuraten,- Haushaltsstellen anzunehmen, und nicht erst eine Zeit abzuwarten, in der sie durch eine vielleicht noch größere Notlage überhaupt keine Arbeit mehr finden können. Aber auch den Hausfrauen sei gesagt, daß ihnen die Möglichkeit geboten wird,* nicht nur eine Arbeitskraft für sich zu gewinnen, sondern daß sie an der großen und' wichtigen Aufgabe mitarbeiten, der Arbeitslosigkeit der Jugend zu steuern und unserer Gemeinschaft durch dieses Zeichen der Zusammengehörigkeit auch ihrerseits weiterhin innere Festigkeit zu geben. ' III. Im Juni 1933 wurde in Berlin der „Reichsverband des Jüdischen Mittelstandes" gegründet. Aus der Entwick- Von der hebräischen Dieser Abschnitt aus dem neuen, in der- Bücherschau noch zu besprechenden Buch von Herrmann über das moderne Palästina wirkt wie eine Antwort auf die Ausführungen von Ernst Simon in der vorigen Nummer „Probleme des Unterrichts in P a 1 ä s t i n a". Nach unserer Uberzeugung ein unzulängliche und grob materialistische Antwort, die sich bewußt abwendet von der konservativen — vielleicht hochmütigen — Pflege -der. Sprache als des tiefsten Ausdrucks eines Volkes und als der, geheiligten Verlautbarung einer alten Religion, die wie ein kostbarer Schatzbehälter zur unveränderlichen starren Form zu werden verurteilt ist. Die hebräische Sprache, hineingeschleudert in dien Schmelztiegel der modernen, Idiome der Welt, zum -Gebrauch des Alltags säkularisiert erffüllt die gleichen Funktionen wie Volapük oder Esperanto und droht so zum dürren entstellten Abbild der Sprache der Bibel und des nachbiblischen Judentums zu werden, der gegenüber das Englische oder das Deutsche, eine unendliche Überlegenheit besitzt Red. Es scheint mir oft, die besondere Art der europäischen Kultur stamme aus der fast abergläubischen Einstellung her, die wir Europäer der Sprache gegenüber haben. Die Antike, Amerika, der Orient kennen sie nicht. Niemand glaubt dort, daß der Besitz einer Muttersprache, in der Jugend ausschließlich oder fast ausschließlich geübt, den hing in den letzten sechs Monaten war bei vielen Tausenden von Geschäftsleuten, Gewerbetreibenden und Angehörigen der freien Berufe der Wunsch nach einem engeren wirtschaftlichen Zusammenschluß entstanden. Diesem Wunsche ist durch diese Gründung Rechnung getragen worden. Der Verband sieht seine Hauptaufgabe darin, zur Existentzerhaltung jüdischer Menschen beizutragen und die Interessenvertretung in wirtschaftlichen und lebenswichtigen Fragen des gesamten jüdischen Mittelstandes zu werden. Der Verband soll eine Parallelorganisation des Zentralverbandes jüdischer Handwerker Deutschlands werden, dessen Führer sich der neuen Organisation auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen in allen den jüdischen Mittelstand betreffenden Fragen zur Verfügung gestellt haben. Durch eine organisierte Zusammenarbeit wird der neue Verband in der Lage sein, seine Tätigkeit sofort aufzunehmen. Die Zusammensetzung des Präsidiums und des Beirats ist aus den verschiedensten Berufsgruppen erfolgt und soll nach dieser Richtung hin noch weiter ausgedehnt werden. Der Reichsverband wird als einzige wirtschaftliche Organisation in der Lage sein, die Interessen aller ihm angeschlossenen Mittelständler, ganz gleich aus welchen Berufszweigen, zu vertreten und eine Lücke auszufüllen, die bisher im jüdischen Leben bestanden hat. — Das Verbandsbüro befindet sich Berlin W 50, Nachodstraße 8. (L. Wolff.) Der Reichsverband fordert alle Angehörigen des 'gewerblichen Mittelstandes und der freien Berufe auf, sich (nur schriftlich) zu melden. Weitere Nachricht über die Arbeit des Verbands erfolgt in Kürze. Sprache in Palästina Menschen zu einer harmonischen Persönlichkeit, zu einem Kulturmenschen macht. Niemand dort, verfällt auf den Gedanken, daß zur Entwicklung der nationalen Individualität die Auschließlichkeit im Sprachengebrauch nötig ist. Völker wechseln ihre Sprache, ohne ihre Volkspersönlichkeit zu verlieren — hat nicht das jüdische Volk Beispiele dafür gegeben? Hebräisch, Aramäisch, Griechisch, Arabisch, Spanisch, Jiddisch, — lauter fremde Sprachen und doch Werkzuge echt jüdischer, nationaler Kulturschöpfung. Und auch der einzelne wechselt die Sprache ohne Verlust seiner Persönlichkeit; man braucht nur die Ostjuden zu sehen, die aus Warschau oder Wdlna nach London oder Neuyork gewandert sind, vor allem Herren-und Knaben-Kleidung jetzt nur von RR ROSGüff QlClGr Das Fachgeschäft mit der eigenen Groß-Schnelderel BAYERSTRASSE 5 näehst dem Stachus