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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1933-05-01 · 9 (1.5.1933) · p. Seite 137

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
9 (1933)
Issue
9 (1.5.1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 137 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 9 Bayerische israelitische Gemeindezeitiuig 137 Vorzügliche Betten und freudigen lilflltof OHI Hoof in seltener Vollkommenheit UI6II51 9111 UdOl finden Sie im 1 Hotel Bayerischer Hoff Augsburg sterte, nun nähme das größte Trauerspiel der Weltgeschichte seinen Anfang. Er befahl die Inquisition. Er sandte Alba mit einer Armee, mit den düstersten Befehlen. Das Volk stand auf. Nur einer war skeptisch: Wilhelm von Oranien floh auf seine deutschen Güter: „Man soll das Vöglein nicht im Käfig finden." Es gab natürlich vorher viel diplomatisches Hin und Her, Anschläge und Intrigen, und die anderen niederländischen Granden waren voller Vertrauen. Oranien verabschiedete sich von Egmont und versuchte ihn zu bewegen, ebenfalls zu fliehen, während Egmont, der Graf von Mansfeld und der Geheimsekretär Berti, den Prinzen beschworen, zu bleiben, Ein Spion der Reformierten, im Kamin versteckt, hörte es mit an. „Es wird dir deine Güter kosten, Oranien, wenn du auf diesem Vorsatze bestehst!" sagte Egmont. „Und dir dein Leben, Egmont, wenn du den deinigen nicht änderst ... Du wirst die Brücke sein, über welche die Spanier in das Land setzen, und die sie abbrechen werden, wenn sie darüber sind." Oraniens Voraussicht erfüllte sich, und Egmont büßte seine Zuversicht mit dem Tode. Aber als alles vorüber war, schüttelte der Kardinal Granvelk den Kopf: „Man hat also garnichts, weil man den Schweiger entwischen ließ." Inzwischen förderte der Schweiger den Aufstand von Deutschland aus, und wer den Uilenspiegel de Costers kennt, der kennt auch die wunderbare Atmosphäre dieses Kampfes der „Geusen" gegen den spanischen Glaubensizwang und Albas Grausamkeit. Wilhelm von Oranien ist die Seele dieses Kampfes. Es ist nicht nur der Feind der „Welschen", die andere Partei, sondern zugleich der erste Vorkämpfer religiöser Toleranz und nationaler Freiheit. Nach der Einnahme von Breda, 1572, übernimmt er die Führung der Erhebung auch in aller Offenheit und ihr Sieg ist nicht mehr aufzuhalten. Zwei Jahre später tut Philipp Wilhelm von Oranien in Acht und Bann und verheißt dem, der ihn tot oder lebend fängt, 25 000 Gulden in Gold und — die ewige Seligkeit. Darauf antwortet Oranien mit seiner Apologie: Er verteidigt sich nicht nur, denn er hat nichts zu entschuldigen. Und er klagt nicht nur an, er stellt nicht nur die spanische Tyrannei in aller Klarheit und Schärfe als das hin, was sie ist, sondern er stellt ihr auch entgegen, was über sie hinausweist in eine größere und bessere Zukunft: eine moderne Staatauffassung, ausgehend vom Grundrecht der Freiheit des Gewissens und der Person, von Recht und Gesetz, von Humanität und Friede. Und setzt sich mit dieser Apologie ein unvergängliches Denkmal in der Weltgeschichte. Vier Jahre nach der Achterklärung trifft ihn in Delft die Kugel eines Meuchelmörders. Aber die Freiheit der Nieder- ' lande ist schon fast unerschütterlich gesichert, und die spani- . sehe.Weltherrschaft ist erschüttert. Ihr schlimmster Feind war Wilhelm von Oranien, nicht nur aus Freiheitsliebe,, aus Tyrannenhaß, aus seiner, religiösen Einstellung, sondern er überragt sein Jahrhundert, weil' er geistig über den Kämpfen seiner Epoche; stand, nicht den Papst, .nicht Kalvin, nicht Luther, sondern zutiefst Christentum wollte, und nicht diese oder jene Herrschaft wollte, sondern die Freiheit. Daß er außerdem ein kühner Kriegsheld, ein glänzender Diplomat, ein vollkommener Weltmann war, das ergänzt nur seine vorzügliche Geistes- und Herzensgröße. ... , L. H. Aus der Gemeinde München Jügendgottesdienst Wegen des späteren Schuljahrbeginnes findet der für den 29. April anberaumte Jugendgottesdienst erst am 6. Mai statt. Das Rabbinat Entlassungsfeier der Israelitischen Kultusgemeinde am 2. April In der vorigen Nummer konnten die infolge der besonderen Umstände schicksalschweren Ansprachen der Herren Rabbiner Dr. Baerwald und des Vorsitzenden der Gemeinde Dr. Neumeyer bereits teilweise im Wortlaut wiedergegeben werden. Dazu geht uns folgender ergänzender Bericht über die Feier zu: Wie alljährlich, versammelten sich die Absolventen der Schulen mit ihren Angehörigen, um im Sitzungssaale der Gemeinde von ihren Lehrern Abschied zu nehmen, ehe sie den Schritt in die Selbständigkeit, den Beruf, die akademische Laufbahn tun. Schicksalsschwerer denn je ist heute die Trennungsstunde, und ernster als sonst sind die Blicke der jungen Menschen, die Mienen ihrer Eltern und Lehrer. Nach der Ansprache von Herrn Rabbiner Dr. Baerwald, über die im Auszug schon früher berichtet wurde, dankte namens der Absolventen Hertha Auf sesser (Luisen-Lyzeum). Es war zum erstenmal, daß aus den Schülern ein Mädchen diese Aufgabe übernommen hatte; daß dies in einer besonders sympathischen Weise geschah, war der allgemeine Eindruck. Die junge Dame dankte für die Absolventen den Lehrern, die ihnen während der Schulzeit treue Wegweiser waren, den Eltern, die ihnen die Pfade erschlossen, und sie gelobte, in unerschütterlicher Treue, durch Spannung des ganzen Menschen, alle Kraft einzusetzen, in leidender, aber tapferer Menschlichkeit, für das Judentum, das Gerechtigkeit und Liebe als die Grundpfeiler seiner Ethik allezeit erkannt habe. An den Dank von Hertha Aufsesser reihte sich die Rede des Vorsitzenden der Gemeinde; sie war in diesen Blättern bereits im Wortlaut abgedruckt. Mit der Darreichung einer Erinnerungsgabe der Kullusgemeinde schloiß die erhebende Feier, die stimmungsvoll von Gesängen der Kantoren Lachmann und Müller umrahmt worden war. Aus den Kreisen der Besucher der Synagoge an der Reichenbachstraße wird uns geschrieben: Der Knabenchor der Synagoge an der Refchenbachstraße hat mit dem vergangenen Pessachgottesdienst. das erste Jahr seines Wirkens glücklich abgeschlossen. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß diese 25 Chorknaben vor Jahresfrist im Musikalischen noch vollständig-unausgebildet waren, und daß man jetzt größere Chorgesänge wie ALmons: „Ribono schel olom", Göttliebs-: „Haschkiwenu" etc. in einer durchaus befriedigenden Wiedergabe hören konnte, so muß . man das musik-pädagogische Können des Chordirigenten A. Klein immer wieder bewundern. Alle Chöre waren gut durchgearbeitet. Die in die Chöre eingestreuten schönen Soli und Duette wunden von den kleinen Solisten mit Geschick vorgetragen. Dem tüchtigen Chordirigenten stand der junge Kantor A. Friedländer helfend zur Seite. Auch er hat sich während seiner einjährigen Tätigkeit an dieser Synagoge gut entwickelt. Sein vortreffliches Stimmaterial bewegt sich erfreulicherweise immer mehr in natürlichen Bahnen. Besonders stark ist die innere Weiße Zähne Reiner Atem: BiOyC-ULTRJX die sparsame rein deutsche ZAHNPASTA mit biologischer Sauerstoff» Wirkung

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