Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 9 (1.5.1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2727810-2727975-2727984--08983-2742236- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
136 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 Alle Artikel des täglichen Bedarfs gut und billig tUftfelckr Om.b.f} Wündten im 9lorental fflündjai, im9lonntaJ Zigarren _ . „ mm „, ^__ nu^noch S. LEVINGER BAYERSTRASSE 21 / HOTEL RHEINISCHER HOF Adolph Schlesinger PRIELMAYERSTRASSE 12 Außer den Markenfabrikaten Benger's Ribana u. Prof. Dr. Jäger.Unterwäsche, Bleyle-Strlckwaren und Schach enmayer-Wollen führe ich auch die billigsten Preislagen,dabei trotzdem erprobte Qualtäten z. B. Echte Hacco H'Hosen A E mit langem Bein, Größe 4 ^~m99 H'Sporthemden ' m. Kragen porös Ja Popelin H'Oberhemden m. Kragen 4% <> m Ia Popelin, moderne Muster 3.25 D'Schlupfer „Hemberg" maschenfest, alle Größen „Juvena" D'Hemdhosen A „Bemberg"-Matr, Größe 42 Amm 9 D'Unterklelder Mattseide Charmeuse 1.25 2.45 SPEZIALGESCHÄFT für Schokoladen, Konfitüren, Pralinen, Keks, Kakao, Kaffee, Tee LUISE SILBERHANN, MÜNCHEN Fernruf 20270 Rumfordstr. 8 am Reichenbachplatz Sigmund Schapira Juwelier München / Klgersheimerstraße 29 / Fernsprecher 40638 Gelegenheitskäufe in Juwelen, Uhren, Gold- und Silherwaren Ausfuhrung sämtlicher einschlägiger Arbeiten in eigener Werkstätte. Spezialität: Modernisierung alter Schmuckstücke französischen Besitzungen seines katholischen Onkels, wurde Prinz von Oranien und nun katholisch erzogen. Karl der Fünfte nahm ihn an seinen Höf und fand ihn besonders begabt. Jedenfalls erzog ihn der Kaiser selbst zur großen Politik.- Es war die beste Schule, die überhaupt denkbar war. Wenn Karl V. die Gesandten anderer Nationen empfing, durfte sonst niemand dabei sein. Aber der junge Prinz von Oranien durfte bei keinem Empfang, bei keiner Verhandlung und Audienz fehlen. Und er war noch keine zwanzig Jahre alt, als der Kaiser einmal öffentlich erklärte, er danke dem Prinzen manchen ausgezeichneten Ratschlag, auf den er allein nicht gekommen wäre. Und doch hatte der Kaiser einen Sohn, Philipp II., „die Spinne", der dann den Herzog Alba in die Niederlande schicken sollte. Der Prinz von Oranien war heiter, liebenswürdig, großzügig und großmütig, Philipp war düster asketisch, hinterlistig, ängstlich, kleinmütig und neidisch. Als Karl V. abdankte, war Wilhelm von Oranien 23 Jahre alt.- Er hatte bereits Ferdinand die Kaiserkrone überbracht und war Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee in den Niederlanden, so jung, so ohne sonstige Protektion, ohne Beweis seiner Fähigkeiten er war. hatte er doch schon die großartigste Karriere gemacht. Schon darum mußte ihn Philipp hassen.-Beide waren Karls V. Schüler, und Philipp, der Sohn, war der schlechtere Schüler. In den noch spanischen Niederlanden gab es damals zwei Männer, die das Volk vergötterte. Der eine war Egmont, Prinz von Gavre, der andere Wilhelm von Oranien. Egmont war fröhlich, jovial, großartig und leichtsinnig, Wilhelm war nicht minder gastfrei, reich, leutselig und verschwenderisch, aber man nannte ihn damals schon den Schweiger. Er war blaß und hager, und sein Gesicht verriet nie, was in seinem Herzen vorging. Aber er log nie. Er war zäh, standhaft, unerschütterlich.- Kein Schauspieler, aber ein erstaunlicher Psychologe. Man muß ihn zwischen seinem Feind Philipp und seinem Freund Egmont sehen, um seine Vorzüge zu schätzen. Er hatte die Vorzüge der spanischen Erziehung ohne die Schwächen der niederländischen Lebensart. Er zerstreute sein Gold mit Verschwendung, aber er geizte mit Sekunden. So charakterisiert ihn Schiller und dann am treffendsten: „So sehr sein Gemüt über Schrecken und Freude erhaben war, so unterworfen war es der Furcht; aber seine Furcht war früher da als die Gefahr, und er war ruhig im Tumult, weil er in der Ruhe gezittert hatte." Als Philipp später, als die niederländische Tragödie bereits ihren Lauf nahm, Wilhelm in Acht und Bann tat, schrieb. der Prinz von Oranien seine berühmte „Apologie". Darin erklärt er, der Gedanke, abzufallen und die Niederlande vom „spanischen Geschmeiß" zu säubern, sei ihm zum erstenmal. 1559 gekommen, da er als Geisel für die Durchführung des Friedens mit Frankreich in Paris war und zufällig vom König den Plan erfuhr, daß alle Protestanten in Frankreich ausgerottet werden sollten. Da siegte in dem „Schweiger" die deutsche Herkunft, die protestantische Kindheit. Aber nur die spanische Erziehung zur Selbstbeherrschung setzte ihn in den Stand, das Vertrauen des antiprotestantischen Königs von Frankreich zu behalten und für die Protestanten zu nutzen. Er kehrte in die Niederlande zurück und 'begann nun den großen Kampf gegen Spanien. Er war der Spiritus r^ector des gesamten Widerstandes, der als unterirdische Aktion einiger Aristokraten, wie Egmont und Hoorn anfing und als religiöse und nationale Revolution siegreich enden sollte. Den Aristokraten gelang es, die Absetzung des spanischen Kardinals Granvella zu erreichen. Schon war man ,in den Niederlanden des Sieges sicher, während Philipp im Staatsrat flü- PELZ .AUFBEWAHRUNG" und Versicherung gegen Einbruchdiebstahl, Feuer und Aufruhr. Kostenlose Abholung und Lieferung. Reparaturen und Umarbeitungen nach den neuesten Modellen sind jetzt am billigsten! S. ORLJANSKY & SOHN das Fachgeschäft für elegante Pelzmoden FERNRUF 90561, 91809 NEUHAUSER STRASSE 29