Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 7 (1.4.1933)
- Date
- 1933-04-01
- Page
- Seite 107 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 \ Bayerische Israelitische Gemeindez.eitung 107 Vorzügliche Betten und freudigen niüllo# am Pnof in seltener Vollkommenheit UIBHSI Bill boSl finden Sie im i>Hotel Bayerischer Hof Augsburg keit, der Grundsatz, das Böse und die Welt nicht zu beachten, das uns bed dieser Lehre so anzieht. — Die srroße Abhandlung von Carlebach läßt uns nicht mehr los. Die übrigen elf Beiträge sind gute wissenschaftliche, meist historische Spezialarbeiten. Am meisten bewegt werden wir durch die aus dem Nachlaß des Frankfurter Lehrers M. J. Jaühet herausgegebenen „Erinnerungen an Rabbi Mordechai Wetzlar" s. A. Es ist der Vater unseres Münchener Lehrers M. T." Wetzlar, dessen die ältere Generation (Jahrgang 1880—90) der Münchener Juden aus orthodoxem v Haus in Dankbarkeit und Pietät gedenken. Die Idylle der Gemeinde Gudensberg in Hessen-Kessel, in der Rabbiner Wetzlar amtierte, ist ein seltener Ausschnitt aus der inneren deutschen Judeneeschichte des 19. Jährhunderts. In Gudensberg hielt man es beisoielsweise für religionsgesetzlich unerlaubt, Zwiebelsamen in den Gärten zu säen; auch enthielt man sich am Pesach der Kartoffeln als; Nahrungsmittel, da sie Mehlteile enthielten und Ohorn ezi seien. .Wetzlar wurde moderner Neuerungen verdächtigt, da er die Zwiebelpflanzung erlaubte und im eigenen Haus am Pesach Kartoffeln aß. — Es fehlt uns an Raum, ausführlicher auf die übrigen Aufsätze einzugehen. Der 22. Band des „Jahrbuchs" ist eine Fundgrube wertvollen Materials aus der Geschichte des Judentums. Das sei hier noch einmal nachdrücklich hervorgehoben. F. Philosophie als Wissenschaft und Weltanschauung. Von Dr. Julius Kraft, Privatdözent an der Universität Frankfurt a. M. Sonderdruck aus den Abhandlungen der Fries'schen Schule, Neue Folge, V. Bd., Heft 4. Berlin 1933. Kraft hat in seinem Buch „Von Husserl bis Heidegger" (das wir hier voriges Jahr, Jg. .1932, Nr. 19, S. 298 angezeigt haben) die phänomenologische Richtung der modernen Philosophie kritisch geprüft und insbesondere die Scheinwährheit und Schein-Originalität der Heidegger'schen Existenzialanalysen aufgedeckt. In seiner neuen Arbeit trennt Kraft die wissenschaftliche Philosophie von der Weltanschauungsphilosophie durch rigorose Grenzziehungen und fundiert durch scharfe, zwingende Beweisführung seine These: „Der echte Rationalismus ist so wenig tot, daß ihm seine die Wissenschaft, und das Leben durchdringende Entwicklung überhaupt erst bevorsteht, und daß alles, was er bisher theoretisch und praktisch leistete, sich einer universal-historischen Betrachtungsweise als größte Ansätze darstellen, deren Ausbau in ünabschließbarer Folge der'Zukunft gehört." Dem Konfessionscharakter der Weltanschauung wird gegenübergestellt die aufzwingbare, nach der Klarheit ihrer Anfassung, der Kraft ihrer Rezipierung und der Durchsichtigkeit ihrer Darstellung unablässig sich selbst überbietbare und vervollkommnungsfähige wissenschaftliche Philosophie, der eine streng geschlossene, andere Möglichkeiten ausschließende logische Einheit der Erkenntnisse eigentümlich ist. Erfahrungswissenschaft und die kritische Philosophie haben den weltanschaulioh-Iogizistischen Panzer des Ontologismus, der die „Dinge" unkritisch in ihrem Dasein hinnimmt und gleichzeitig die Verbundenheit des „Ganzen"- durch ein mystisches Prinzip annimmt, gesprengt. Mit Heideggers Ontotogie des „nichtenden Nichts", mit dem Physikalismus der Positivisten und mit den anderen dogmatischen Substanzialisierungen treten (nach Kraft) klar und offen die nie ganz ertöteten Keime des voraristotelischen Ontologismus wieder auf. Tun und Leiden der Gegenwart einen Sinn aufzuzwingen, darin liegt der Weltanschauungs- und Bekenntnischarakter der Heidegger^chen Philosophie, deren Unwissenschaftlichkeit mit voller Evidenz aufgedeckt zu haben das bleibende Verdienst von Julius Kraft bleibt. F. Sonderheft „Der Morgen" über neuzeitliche Staatsprobleme. (Philo-Verlag.) Einzelnummer RM. 2.25 (Jahresabonnement RM. 12.—). Das Februarheft des „Morgen" ist ein der Erörterung neuzeitlicher Staatsprobleme gewidmetes Sonderheft. Die Krise des Denkens unserer Zeit Ist auch zur Staatskrise geworden, d. h. zu einer Krise der Denkgrundlagen, auf denen das ganze Staatsleben beruht und der Probleme, die im staatlichen Leben einer Lösung entgegengeführt werden sollen. Die Erörterung wird eingeleitet durch einen Aufsatz von Max Eschelbacher: „Der deutsche Jude und der deutsche Staat." Max Schindler und Gottfried Salomon entwickeln die Theorie des korporativen und des totalen Staates, wie sie gegenwärtig diskutiert wird und nehmen kritisch dazu Stellung. Gustav Radbruch schreibt über Fascistjsches Straf recht. Franz Oppenheimer über Staat und Nationalismus". Ernst Michel erörtert in seinem Auf- KOSCHER FÜR PESSACH Unentbehrlich heute wie vor 30 Jahren! noD im TOMOR Mandelmilch-Pflanzenmargarine enthält keine tierischen Fette. Sie ist fleischig wie milchig verwendbar und unter Fleisch ein köstlicher Brotaufstrich. Mit PALMIN koscher werden die Speisen auch für den empfindlichen Magen bekömmlich. Es ist beim Kochen und Braten von großer Ausgiebigkeit! n»3 KOSCHER 108 TPK 6-111