Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 3 (1.2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 35 [^^/^^y^^^^y^/"^^ 0aul von WTanfreb 8t«rtnanit tt?id> fd>merjt bein -ölonb vt>ie oft t>ae Sonnenlicht, Wenn ^infternis mein umnbes *Ser$ bitrd>ttml>lt. ÜDu n?et#t nicf>t, 2Snabe, was es plant imt> f&fylt, XOtnn betne 0ttmme ftngenb ^it mir fprtd>t- <Zin bdfee ©tft tft mir bein »Sarfenfpiel, 3$ l>afie bewe 3ugenb, beuten 25U<£. Stupor, i<£ fpttre es, ftrebt bein (E>efd>tcf, Unb übet* mtcl> I>tnaus ful>rt btd> bein Siel. SDa£ iä) btd> liebe, fagt mir jeber Cag, £)u deiner (Rottes. TParum |>at er bic^> 511 mir gefanbt, unb warum quält er mtcJ> HTtt beiner Unfcl>ulb, bie ein 5lugelfct>lag üDer (Caube tft, unb id> Sergej baran. ©tef>, biefe «Sauft tft oft jnm ©dblag geballt, ©tet>, biefe *5anb tf* °ft 5um ^orb verfrallt, Unb mand>en *Sinterl>alt bie 0ttrne fpann. 3d> werbe, 3$tnb, btr nichts juletbe tun. SDte JÜtebe bannt ben *5afj, ic|> bin fc^n?ac|> 5«m <T6ten. TDacl>fe unter meinem 5Da<£! C?d> fuge mtd> unb will im Blatten rul>n. vorliegt. Denn die 1520 in Paris erschienene lateinische Übertragung, die unter dem Namen des Bischofs G i u s t i n i a n i geht, stellt sich einfach als Abdruck, um nicht zu sagen, Abklatsch des alten Lateiners unserer Handschrift dar." Ein nicht unwichtiges neues Ergebnis war auch die Feststellung, daß diese lateinische Ubersetzung des „Führers" nicht etwa aus der bekannten hebräischen Übersetzung von Samuel ibn Tibbon geflossen war, sondern auf die bis dahin noch nicht vollständig gedruckte hebräische Übertragung des sowohl als Dichter wie als Übersetzer anderweitig wohlbekannten J e - huda Alcharisi zurückgehe. Es dauerte noch Jahrzehnte, bis in C a m b r i d g e in der Bibliothek des Trinity College7 eine zweite Handschrift des lateinischen „More" entdeckt wurde.s Die folgende, auf die Münchener Hebraica bezügliche Schrift meines Vaters enthält „Bibliographische Mitteilungen aus München, I: Seltene hebräische Drucke. II: Hebräische Handschriften."9 Zuerst werden hier Drucke aus Thannhausen, Krakau, Prag, Ich entlausen, Augsburg besprochen. Die Bedeutung dieser, für den Laien in ihrem Wert kaum verständlichen Arbeit beruht vor allem darauf, daß hier unter anderem neben wichtigen und seltenen Ausgaben der jüdischen Liturgie zum ersten Male auch alte jüdisch-deutsche Texte behandelt werden, an denen ja die Münchener Bibliothek so reich ist und um deren Beleuchtung nach der sprachlichen wie nach der stofflichen Seite mein Vater sich dann später so verdient 7 Cat. III 1902, Nr. 1412. 8 Mir nur bekannt aus dem Hinweis von A. Marx, J.Q.R.NS. IX (1918/19) 254. ' 0 MGWJ, 1876, 350—375. machen sollte. Ihren Gegenstand bildet vor allem eine jüdischdeutsche Bearbeitung des aus dem 13. Jahrhundert stammenden und dem Kreise der Dietrichs-Sagen angehörigen Sigenots- Gedichts. Bevor ich die übrigen hierher gehörigen Arbeiten meines Vaters bespreche, ist chronologisch folgende wichtige Veröffentlichung zu nennen: „Kalonymos ben Kalonymos' Sendschreiben an Joseph Kaspi. Aus der Münchener Handschrift zum erstenmal herausgegeben und im Auftrage der ehemaligen Hörer des Jüdisch-Theologischen Seminars zu Breslau als Festgabe zum 25. Stiftungstage der Anstalt (10. August 1879) überreicht. München 1879." Das hier.herausgegebene Sendschreiben hat heute natürlich nur noch für Fachgelehrte, die sich mit der Geschichte der mittelalterlichen Religionsphilosophie beschäftigen, Interesse.10 Doch sei nicht unerwähnt, daß der Verfasser dieses Sendschreibens (wohl als erster) auf den Wechsel des Gebrauchs der Gottesnamen in den ersten Kapiteln der Genesis hinweist, ohne auch nur natürlich zu ahnen, welche Schlüsse die Bibelkritik (seit Jean Astruc) dereinst aus diesem Wechsel ziehen sollte. Sowohl nach Umfang wie nach wissenschaftlichem Gehalt die bedeutendste wissenschaftliche Veröffentlichung meines Vaters waren die ,yBeiträge zur Geschichte'der Hebräischen und Aramäischen Studien" (247 S., München 1884). Der Rezensent des Literarischen Zentralblattes" (Eberhard Nestl e)11 äußert 10 Eine genaue Würdigung gibt Histoire litteraire de Ia France XXXI (Paris, 1893) 441 ff. 11 18. Juli 1885, Nr. 130, S. 1007 f.