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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-12-01 · 23 (1.12.1932) · p. Seite 364

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
23 (1.12.1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 364 (sequence 8)
Language
German
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364 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 23 belauszüge führten, über das mnemotechnische, genealogische, typologische, religiös, pädagogische und liturgische Interesse. Von Texten bringt Vollmer außer einer lateinischen und einer deutschen Gestalt der Arbeit des Petrus von Poitiers eine ganz eigenartige, gemischt lateinisch-deutsche Dichtung nach dem Heidelberger Codex Palat. Germ. 110. Von dem vielen neuen und Wertvollen, was der Band bringt, dürfte dieser Text das Wertvollste sein. Die lateinischen Verse dieser Arbeit waren auch für sich in Umlauf; Vollmer weist in dieser eingangs verstümmelten lateinischen Dichtung das „Roseum memoriale“ des Petrus von Rosenheim nach. Aber das Neue sind die kunstvoll gebauten deutschen Strophen in Nachahmung der lateinischen Vorlage. Der Name des Dichters ist nicht bekannt. Vollmer sucht ihn in den Kreisen der Meistersinger. Alles in allem: ein für die verschiedensten Zweige der Wissenschaft bedeutsames Werk. Die vorzüglich reproduzierten Bildbeigaben und ein ausführliches Namen- und Sachregister erhöhen seinen Wert. Er wendet sich nicht nur an Germanisten, Theologen, Historiker und Vertreter der Volkskunde, Kunst- und Kulturgeschichte, sondern an alle Gebildeten, die den Fragen , der Bibel und der Bibelverdeutschung Interesse entgegen bringen Rasse und Geist. Vier Vorträge, gehalten in der Senckeribergischen Naturforsclienden Gesellschaft in Frankfurt am Main 1930/31. Von Prof. Dr. Franz Weidenreich, Frankfurt a. M., Prof. Dr. W. Peters, Jena, Prof. Dr. Ernst Kretschmer, Marburg und Geh-Rat Prof. Dr. Walter Goetz, Leipzig. 78 Seiten mit 36 Abb. i. T. Leipzig (L A. Barth) 1932. Kart. RM. 5.75. Die vier Vorträge zeigen in allgemein verständlicher Weise, wie schwierig es ist. die einzelnen Rassen nach ihrer körperlichen und geistigen Erscheinung völlig eindeutig zu umschreiben, und wie wenig die vielfach gepflegten Vor Stellungen von der Existenz reiner Rassen innerhalb einer gegebenen Bevölkerungsschicht der Wirklichkeit entsprechen. Im Gegensatz zu der Auffassung, daß kultureller Hochstand stets nur an Reinrassigkeit der Völker gebunden sei, belegen s:e weiterhin durch geschichtliche Tatsachen, daß solche Spitzenleistungen individueller oder allgemeiner Art gerade umgekehrt immer nur auf dem Boden inniger Rassenvermengung erwuchsen. Der Vortrag von Prof, Weidenreich über die physischen Grundlagen der Rassenlehre stellt entscheidend die Frage, die schon ein Teil der Antwort ist: Hat die oder jene körperliche Eigenschaft Rassenwert oder handelt es sich um eine bloße Wuchsform? Verschiedene Konstitutionstypen, die dem Menschen an sich eigen sind und allen Rassen in gleicher Gegensätzlichkeit zukommen, als Rassenmerkmale zu werten, ist dilletantische Willkür, die bei uns in Deutschland auch von ersten Leuten oft nicht durchschaut wird. In dem ausgezeichneten Vortrag von Peters über „Rassenpsychologie“ wird dar getan, daß es sich beim Minderwertigkeitskomplex und dem daraus erwachsenden Kompensationsstreben (Erscheinung des doppelt strammen und forsch auftretenden I udaeo-Borussen) nicht um ein ursprüngliches Rassenmerkmal handelt. Interessant in diesem Vortrag ist das Ergebnis von Intelligenzprüfungen an jüdischen und englischen Kindern (S. 47)1 „Bei jüdischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen haben die Untersuchungen von Wollberg einen empfindlichen Mangel an Visualität (Beobachtungsfähigkeit, anschauliche Gedächtnisleistungen) ergeben... : bei den Juden scheint eine durchschnittlich geringere Präzision in der Ausführung von Handarbeit hinzuzukommen. Diesen Mängeln steht eine überlegene sprachliche Begabung und eine Überlegenheit, in Leistungen des formalen Denkens gegenüber, (S. 51 f.). ..Das Kapitel der Rassenpsychologie“, sagt Ernst Kretschmer in seinem bedeutenden Beitrag „Genie und Rasse“, „ist bis heute ein besonders unerfreuliches.... Man sucht sich von der eigenen Rasse die besten und von der anderen die ‘■eringwertigsten Vertreter aus und stellt sie in starken Farben einander gegenüber ... Dieser Weg führt nicht zu sachlichen Erkenntnissen, sondern nur :zur Schiirung der Vorurteile, Eitelkeiten und Gehässigkeiten zwischen den einzel- ' en Ständen, Volksstämmen und Völkern“. „Hochkulturen sind bis jetzt im Bereich der nordischen Rasse immer am stärksten dort entstanden, wo diese Rasse einer starken Vermischung mit anderen, meist ebenfalls begabten Rassen ausgesetzt war“ (S. 65). Walter Goetz beschließt die Reihe mit dem Aufsatz: „Rasse und Geschichte“. Als Hauptsätze können daraus entnommen, werden: „Umwelt und geschichtliche Entwicklung formen die Völker, gleichviel ob sie von der einen oder anderen Rasse abstammen. Selbst wo die körperlichen Merkmale dauerhafter sind, ist die Seele der Menschen ewig neuwerdend, so daß der verdiente Rassenforscher P. Schmidt in Wien sagen konnte: Die Seele als solche hat keine Rasse.“ F. Das Problem des geistigen Seins. Untersuchungen zur Grundlegung der Geschichtsphilosophie und der Geisteswissenschaften. Von Nicolai Hartmann. XIV, 482 Seiten. Berlin (Walter de Gruyter & Co.) 1953. Der Ordinarius für Philosophie an der Universität Berlin legt hier ein Grundwerk vor, das an Bedeutung der vor 50 Jahren (bei Duncker & IJumblot) erschienenen „Einleitung in die Geisteswissenschaften“ von Dilthey nicht nachsteht. Diese 62 Kapitel von hellster Klarheit verzichten auf die philosophische Fachsprache und werden, der Problemfülle in erstaunlicher, ruhiger, ja einfacher und schlichter Weise Herr, ohne daß die Vereinfachung wie bei Erich Bechers vergleichenden Wissenschaftslehre „Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften“ (1921) auf. Kosten der Eindringlichkeit in die mit so schweren Irrtümern belasteten Fragen des geistigen Seins geht. Mehr als ein Hinweis auf das neue Werk, das auf lange Zeit hinaus die instruktivste Schule des Philosophierens sein wird, kann hier nicht gegeben werden.. Denn der .Weg, auf dem. Nicolai Hartmann hier Schritt für. Schritt ohne ein einziges überflüssiges Wort fortschreitet, der Genuß des Mitdenkens, ist hier alles; die Wiedergabe abgekürzter Endergebnisse (etwa daß das geistige Sein genau so real sei wie „Dinge und Dingverhältnisse“) wird dein Das Vertrauen unserer Kundschaft ist uns mehr wert, als eine einmalig e Kundschaf t, die wir mit „Unterpreisen“ ge winnen könnten. Wenn wir an Waschmaterial sparen, greifen wir mit den billigeren Mitteln das Gewebe der Wäsche an und verlieren unsere Kundschaft: Wir halten aber fest an unserem besten Material und darauf beruht unser Erfolg, — Bitte überzeugen Sie sich durch einen Be-uch unseres Betriebes wie schonend und hygienisch einwandfrei Ihre Wäsche bei uns behandelt wird. Wäscherei „Münchner Hausfrauenhilfe" Landwehrstraße 57/59 Fernruf 5 96 8 58 Neuhausersfr.2? Münchens, größte Pelz-Werkstatte.

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