Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 23 (1.12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 363 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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-Nr. 23 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 363 BiOXULTBA - ZAHNPASTA d*r Dam* verhindert Zahnsteinansatz. Lockerwerden der Zähne, spritzt nicht U. ist hochkonzentriert, daher so sparsam. BiOX- ULTRA fördert gesunde SpeichaleskrstlM und erhält Zähne und Mund gesund. Die Art dieser Einwirkung auf die jüdische Welt bleibt das noch lange nicht gelöste Problem, das auch bei Betrachtung des merkwürdigen Machtgebildes der Attaliden, des Reiches von Pergamon (Attalos I. 241—197) sofort auftaucht. Dem Verfasser fällt die wenig entschiedene Gegenwirkung des kulturell bei aller politischen Schwäche in sich fest geschlossenen Orients stark auf. Von dieser Energielosigkeit sticht die entschlossene Erhebung des Priesters Mattathias und der Makkabäer in Palästina 167 v. Chr. ab. Es ist wichtig, daß in der hier vorliegenden besten Interpretation der Welt des Pergamonaltars dieser makkabäischen Erhebung mit Nachdruck gedacht wird (besonders S. 126 und 130). Eine bekannte weitere Beziehung Pergamons zum jüdischen Gedankenkreis sei .hier ergänzend erwähnt: Das Eindringen des Sabazios- Ivultes in die hellenistischen Reiche, besonders der Einzug des Gottes Sabazios in die pergamonische Königsburg unter König Eumenes Et. (um 189). Unter dem Namen Sabazios- Dionysos (statt Adonai-Sabaoth) macht die griechische und römische Welt mit dem Judentum, mit dem jüdischen Gedankengut die erste Bekanntschaft (darüber zuletzt ausführlich: Lietzmann, Die Umwelt des jungen Christentum, „Antike“ VIII/4, 1932). Buchtypen von der Art der Bücher von Oppeln-Bronikowski und Stier tun uns heute dringender als je not. Es handelt sich um „gemeinverständliche“ Werke im besten Sinn des Wortes. Aus der Seele gesprochen ist uns die Anmerkung Stiers auf Seite 180: „Mit den sogenannten Konzessionen an die »Verständniskraft des größeren Publikums« recht sparsam zu sein, dazu verpflichtet mich außer meinem eigenen Vertrauen die Mahnung Fr. Nietzsches in der Zweiten Unzeitgemäßen Betrachtung: „Schafft euch den Begriff eines .Volkes“: den könnt ihr nie edel und hoch genug denken.“ F. Hans Lietzmann, o. Prof, der Theologie an der Universität Berlin: Geschichte der Alten Kirche. 1. Bd: Die Anfänge. 8°. VII, 323 Seiten. Berlin (Walter de Gruyter) 1952. Diese Geschichte der Alten Kirche aus der Föder des Nachfolgers von Harnack auf dem Lehrstuhl für Neues Testament und für alte Kirchengeschichte an der Universität Berlin wird in etwa 5 Bänden von Christi Geburt bis gegen 600 umspannen: der vorliegende erste Band reicht bis 150, umfaßt also die apostolische und nachapostolische Zeit, und schließt mit einer Behandlung der Gnosis. Die Darstellung setzt nichts, was zur Sache gehört, als bekannt voraus, sondern erzählt alles mit möglichster Anschaulichkeit. Das Buch ist daher nicht nur für den Gelehrten bestimmt, sondern wendet sich an alle Gebildeten, denen das Christentum in der Gegenwart ein Problem ist. Es geht den Vorbedingungen für die Entfaltung des Christentums mit besonderer Sorgfalt nach. Die politische, wirtschaftliche und religiöse Lage des Judentums und die Bedeutung seiner Propaganda in der römischen Welt wird eingehend dar gelegt. Die reiche religionsgeschichtliche Arbeit der letzten Forschergeneration kommt voll zur Geltung, soweit sie kritischer Prüfung standhält. Vor allem aber wird der Versuch gemacht, das Christentum aus seinem innersten Wesen zu begreifen, d. h. nicht als soziale, politische oder philosophische Bewegung des allgemeinen Geisteslebens, sondern als Religion. Für die Geschichte des Judentums in der entscheidenden Zeit, als das Christentum sich von ihm loslöste, kann diese streng wissenschaftliche, leidenschaftslose Darstellung nach den neuesten Forschungsergebnissen nicht leicht überschätzt werden. Kapitel etwa wie „Palästina und das Römerreich“ — „Das palästinensische Judentum“ — „Die jüdische Diaspora“ — „Paulus“ — „Der Ausgang des Judenchristentums“ enthalten die denkbar zuverlässigsten, gänzlich schmucklose und daher wohltuende Darstellung des Stoffes ohne kühne Konstruktionen und Überspitzungen. Man sollte die Kapitel über die gleichen Zeitabschnitte bei Grätz, Dubnow, Kastein, Schürer, Eduard Meyer, Bousset, Mommsen, Karl Müller nicht mehr ohne die Ergänzung von Lietzmanns Geschichte der Alten Kirche lesen. F. Deutsche Bibelauszüge des Mittelalters (aus der Sammlung „Bibel und deutsche Kultur“) Mit ihren lateinischen Vorbildern und Vorlagen herausgegeben und erläutert von Prof. Dr. Hans Vollmer, Hamburg. Mit acht photographischen Tafeln und zwölf Zeichnungen. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion m. b. H., Berlin, 1931. Vollmer setzt in diesem neuen Werk seine rühmlich bekannten „Materialien aus der Bibelgeschichte und religiösen Volkskunde des Mittelalters“ fort. Doch eröffnet dieser Band eine „Neue Folge der Materialien“, die unter dem neuen Titel geht „Bibel und deutsche Kultur, Veröffentlichungen des Deutschen Bibel-Archivs in Hamburg". Das Deutsche Bibel-Archiv ist seit Beginn des Jahres 1931 unter Vollmers Leitung mit Unterstützung von Reichs- und Landesregierung, kirchlichen und wissenschaftlichen Körperschaften und Behörden in Hamburg begründet worden als ein Forschungs-Institut zur Erfassung des biblischen Einschlags in die deutsche Kultur. Wie in den früheren Bänden seiner „Materialien“, den deutschen Historienbibeln, so wendet sich Vollmer in seinem neuen Werk gleichfalls einem in sich abgeschlossenen Teilgebiet nationaler Aneignung der Bibel zu. Es handelt sich um eine Gruppe von Bibel-Auszügen, die sich gründen auf die in den beiden biblischen Stammbäumen Christi (Matth. 1 und Luc. 3) gegebenen Namen. Auf den um 1200 lebenden Kanzler der Pariser Kirche Petrus Pietaviensis (von Poitiers) wird ein lateinisches Werkchen zulückgeführt, das anknüpfend an die genealogisch aufgereihten Namen aus jenen Stammtafeln allerlei Erweiterungen bietet, nicht nur Namen jeweils zeitgenössischer Herrscher, Propheten, Priester, sondern auch Text-Auszüge aus Bibel und der Historia scholastica des Petrus Comestor. Vollmer zeigt in der Einleitung, wie dieses kleine Werk durch immer weitere Zutaten wächst; auch einen Frühdruck, besorgt von Huldreich Zwingli, dem Enkel des Reformators, kann er nachweisen. Aber auch auf verwandte andere Werke geht er ein, überall weite Ausblicke gewährend, so besonders in dem Exkurs über die verschiedenen Motive, die zur Anlage mittelalterlicher Bi- Weihnachtsgeschenke Rasenthal-Porzellan sind Wertmesser für Qualität und Geschmack! Verlangen Sie kostenlos den illustrierten Geschenk-Katalog! ROSENTHAL-PORZELLANHAUS MÜNCHEN Theatinerstraße 23 Neben Theatinerkirche