Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 22 (15.11.1932)
- Date
- 1932-11-15
- Page
- Seite 344 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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344 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. ,22 3. Rechtsanwalt Dr. Taub: Spinoza, Der Mensch und das Werk. Mittwoch, 23. und 30. November, 20 Uhr, pünktlich. Anläßlich des 500jährigen Geburtstages des großen Philosophen soll ein kurzer Abriß seines Lebens und Denkens geboten werden. Dabei werden die Zeitverhältnisse beleuchtet, auch die interessante, jetzt durch neue Monographia wieder in den Vordergrund gerückte Persönlichkeit Uriel Acostas. 4. Arbeitsgemeinschaft in Verbindung mit den hebräischen Sprachkursen. Rabbiner Dr. Baerwald: Leichte Stücke aus Talmud und Midrasch. Donnerstag, 20.15 Uhr. Beginn 24. November. In dieser Arbeitsgemeinschaft, die gleichzeitig eine solche der hebräischen Sprachkurse ist, soll eine Einführung in die rabbinische, zunächst liaggadisclie, Literatur gegeben werden. Für die Teilnehmer wird die Fähigkeit vorausgesetzt, leichte hebräische Bibelstücke zu verstehen. Sitzung des Sozialen Ausschusses gemeinsam mit den gemeindlichen Kollegien am Mittwoch, 26. Oktober 1932 Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer führt nach Begrüßung eindringlich aus, daß leider die Gemeinde auch im kommenden Jahre dem Wohlfahrtsamt aus ihrem Etat nur einen Teil der erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen könne. Man stehe daher wieder vor der Notwendigkeit, eine Winterhilfe-Sammlung zu veranstalten. Herr Justizrat Dr. Straus weist zunächst auf das stete Ansteigen der Not hin. Das Wohlfahrtsamt wird heute auch aus Kreisen in Anspruch genommen^ die früher selbst zu den Gebenden gehört haben. Es müsse daher eine Winterhilfe-Sammlung veranstaltet werden, deren Bayerische Vereinsbank Kredit- und Hypothekenbank Niederlassungen an allen größeren Plätzen Bayerns r. d. Rh. Sorgfältige und entgegenkommende Erledigung von Bankgeschäften aller Art Sparverkehr Verkauf von Gold-Pfandbriefen 'Ergebnis dem Wohlfahrtsamt und den Wohltätigkeitsvereinen die Fortarbeit ermöglichen würde. Herr Rabbiner Dr. Baerwald gibt seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß dieses Jahr nicht wie im Vorjahre eine Resolution zur Aufrechterhaltung des Wohlfahrtsamtes eingebracht werden muß. Alle beteiligten Kreise seien heute von der Notwendigkeit seines Fortbestandes überzeugt. Fraglich sei nur, wie man dem Wohlfahrtsamt die Mittel zur Erfüllung seiner Aufgabe verschaffen könne. Dem Vorstand der Gemeinde erscheint eine großzügig angelegte Sammlung als der einzig gangbare Weg. Der Redner geht dann noch auf sonstige Hilfsmaßnahmen im Rahmen der Winterhilfe ein. Die Wärmestube soll wie im Vorjahre in den Räumen der Ritterschen Speiseanstalt eingerichtet werden. Die Einrichtung von weiteren Speisungen soll auch in diesem Winter wieder in die Wege geleitet werden. Besonders wichtig ist die Frage der Arbeitsbeschaffung. Herr Rabbiner Dr. Baerwald fordert die Anwesenden dringend auf, nach Möglichkeit in ihren Betrieben jüdische Arbeitslose einzustellen und auch bei Bekannten dafür einzutreten. Bei dem verhältnismäßig kleinen Kreis der jüdischen Arbeitslosen bedeutet schon die Einstellung eines einzelnen eine merkliche Entlastung für das Wohlfahrtsamt. In der darauffolgenden regen Aussprache wurde die Notwendigkeit der Sammlung für die Winterhilfe 1932/33 allgemein anerkannt. Vonden Anregungen, die im Laufe dieser Aussprache gegeben wurden, sei insbesondere die des Herrn Justizrat Leo Oppenheimer erwähnt, die Ablösung der Kranzspenden einzuführen. Herr Justizrat Oppenheimer fordert ferner eine stärkere Heranziehung der jungen Generation; bei frohen und traurigen Anlässen sollte der Wohltätigkeitsvereine gedacht werden. Herr Löwenthal schlägt die Veranstaltung einer Wohlfahrtslotterie vor. Herr Grünbaum verspricht sich von einem Konzert der drei Kantoren einen guten Erfolg. Herr Justizrat Dr. Feuchtwanger weist auf die Zweckmäßigkeit der Aufstellung von Sammelbüchsen in den gemeindlichen Anstalten hin. Frau Geheimrat Oppenheimer betont die Notwendigkeit, weitere Kreise als im Vorjahre für die Sammlung zu interessieren. Frau Justizrat Ellinger bittet, die Möglichkeit zu schaffen, den Beitrag zur Winterhilfe auch in Form von Sachspenden zu geben. Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer dankt für die in der Diskussion gegebenen Anregungen. Er bittet, alle Vorschläge schriftlich einzureichen. Auf Anregung von Herrn Justizrat Dr. Straus werden sodann folgende Beschlüsse einstimmig gefaßt: 1. Der Soziale Ausschuß erachtet die Veranstaltung einer Sammlung im Kreise der Gemeindemitglieder für die Winterhilfe 1932/33 als dringend geboten und stellt an den Gemeindevorstand das Ersuchen, diese Sammlung unter Zuziehung geeigneter Kräfte in die Wege zu leiten und durchzuführen. 2. An dem Ergebnis der Sammlung sollen die Wohltätigkeitsvereine wieder wie im Vorjahre mit 25 Prozent beteiligt werden. 3. Der Soziale Ausschuß empfiehlt die Einrichtung einer Ablösung von Kranzspenden bei Beerdigungen zugunsten von Wohltätigkeitszwecken und die Veröffentlichung der Namen der Spender in der Gemeindezeitung.