Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 21 (1.11.1932)
- Date
- 1932-11-01
- Page
- Seite 330 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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330 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 21 Männer gestanden-hätten, im Mittelpunkt der Israelitischen Gemeinde stehen und sprechen zu dürfen. Der Redner streifte dann kurz die jüdische Geschichte der Stadt Kissingen, die nur auf das 17. und 18. Jahrhundert zurückreiche; doch sei erwiesen, daß Juden schon vor vielen Jahrhunderten hier gewohnt hätten. Bedeutende Rabbiner hätten hier gewirkt und ihren Namen zu Weltruf gebracht. Nur die Vergangenheit könne hier den Weg zeigen. Es gebe kein anderes Mittel, als sich wieder zurückzufinden zu den alten heiligen Grundsätzen des Volkes und des religiösen Lebens. Drei Forderungen des Propheten seien zu erfüllen: „Recht tun, Güte lieben und in Demut wandeln vor dem Schöpfer“, das sei das Verhalten, das der Mensch seinen Mitmenschen entgegenbringen müsse. An diesen drei Punkten kennzeichnete der Redner seine Tätigkeit innerhalb der Gemeinde und im Namen des Gesamtlebens der Stadt und des Bades. Mit Gebet und Segen schloß der Redner. Ein Schlußchor beendete die eindrucksvolle Feier. Neumarkt, Opf. Am 8. Oktober 1932 feierte Herr Kommerzienrat Arnold Dreichlinger mit seiner Gattin Betty, geb. Epstein, das Fest der Silberhochzeit. Die Feier gab beredtes Zeugnis, welcher Achtung und Wertschätzung sich das Jubelpaar in allen Kreisen erfreut. Der Verband Bayerischer israelitischer Gemeinden dankte durch seinen Präsidenten und seinen Syndikus für die Verdienste, die sich der Jubilar durch sein reiches Wissen, seinen praktischen Sinn und seine Tatkraft für die Belange des Verbandes erworben hat. Herr Vorstand Baruch, begleitet von der gesamten Verwaltung, überbrachte die Glückwünsche der Kultusgemeinde Neumarkt (Opf.) und dankte für das große Interesse und die jederzeit opferbereite ' Förderung des Gemeindewohls. jüdischer Jugendverein Bamberg. I. Vorträge: Donnerstag, 3. November Herr Dr. Wachtel über „Probleme der Jugen d“. Donnerstag, 24. November Herr Haurtlehrer Julius S c h a p i r o über „Jüdische Musi k“. II. Interne Vereinsabende: Dienstag, 8. November Bibellese- Abend, Leitung Frau Dr. Katten. III. Arbeitsgemeinschaften: Donnerstag, 17. November, und Donnerstag, 1. Dezember „Geistige und politische Strömungen in der nachbiblischen Zeit“. Leitung Herr Dr. Katten. ..Bibellesen“ Leitung Frau Dr. Katten. IV. Turnen: Für Herren jeden Dienstag 20 Uhr 30, für Mädchen Montags 19 Uhr 30 Fischereiturnhalle. Vereine Deutschjüdischer Arbeitskreis München Wir zeigen schon heute an, daß Mittwoch den 16. November 1932 abends 8.15 Uhr in. den Räumen der Gesellschaft Concordia, Prannerstraße 4, ein Vortrags- und Ausspracheabend des Deutschjüdischen Arbeitskreises stattfindet. Es spricht Herr Stadtpfarrer Dr. Emil Muh- 1 e r von St. Andreas, Mitglied des Stadtrats, über das Thema „Die katholische Sozialethik und die Problematik der Gegenwart“. Herr Geheimrat Prof. Dr. Wilhelm Silberschmidt hat sich liebenswürdigerweise bereit erklärt, in der Aussprache auf die Zusammenhänge zwischen der katholischen und der biblischen Soziallehre hinzuweisen. Wir rechnen mit zahlreichem Erscheinen aus allen Kreisen der jüdischen Jugend Münchens. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe München. Am 2. November beginnen wir wieder mit unseren, seit vielen Jahren bestehenden „Näh-, Putz- und Handarbeitskursen“. Wir erwarten großen Besuch, da es in heutiger Zeit mehr wie je erforderlich ist, sich selbst Kenntnisse in Schneidern, Putzmachen, anzueignen und zu lernen, sich die von der Mode heuer so bevorzugten. Strick-.und Häkelarbeiten anfertigen zu können. — Neue Modelle und Modezeitungen stehen uns zur Verfügung und bieten Anregung zu schönen, praktischen Arbeiten. Die Kurse sind eingerichtet für Eigengebrauch und für Erwerbszwecke. Frauen und Mädchen, wir erwarten Sie, fertigen Sie sich selbst Ihre Garderobe, — eine tüchtige Schneiderin und eine gewandte Putzmacherin werden Ihnen helfen! Beachten Sie die Anzeige in dieser Nummer der Gemeinde- Zeitung und kommen Sie fleißig zu uns. Arbeit lehren, Arbeit schaffen Arbeit vermitteln, ist unser Bestreben! Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe München, e. V. Der nächste kameradschaftliche Abend findet am Mittwoch, den 9. November, in der Gaststätte Schwarz, Schlosserstraße 2 statt. Jüdisches Jugendheim, München. Wir geben unsern vorläufigen Veranstaltungs-Plan für den November bekannt. Wir laden zur Teilnahme daran ein und bitten, die vorliegenden Termine zu merken und allenfalls freizuhalten. Fritz Rosenthal, unserem Kreise durch seine Jugendarbeit, einem weiteren durch seine schriftstellerische Tätigkeit bekannt, wind eine Rede „Uber den Messianismus“ halten, ein Gebiet mit dem sich Rosenthal schon lange und eingehend befaßt. Der Vortrag findet am Samstag, den 5. November, pünktlich um 20.15 Uhr im Lessingsaal statt. Der Eintrittspreis beträgt 30, für Jugendliche 15 Pfennige. Rabbiner Dr. Robert R. Geis beginnt am Mittwoch, den 9. November, pünktlich (!) um 20.00 Uhr eine Arbeitsgemeinschaft „Geschichte des jüdischen Volkes vom Hasmonäer-Staat bis zur Entstehung des Christentums“, mit Lektüre altjüdischen Schrifttums außerhalb der Bibel. Die Teilnahme an dieser Arbeitsgemeinschaft ist frei. Frau Bertha Fraenkel-Ehrentreu wird eine Vortragsreihe über “Emanzipation und Reform im deutschen Judentum“ halten, die an vier Montagabenden stattfindet. Der erste dieser Vorträge mit anschließender Aussprache findet am 14. November im Jugendheim, Herzog-Rudolfstraße 1, pünktlich um 20.15 Uhr statt. Auch zu dieser Vortragsreihe, bei der der Eintritt frei ist, ergeht Einladung an alle Bünde und Freunde des Heims. Vortrag von Hans Rosenkranz Am 9. November 1932 spricht in einer Veranstaltung der Zionistischen Ortsgruppe München der junge jüdische Publizist Hans Rosenkranz, Berlin, über Fragen der jüdischen Politik in Deutschland. Hans Rosenkranz, Mitarbeiter der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung, ist der Verfasser einer Zeppelin-Biographie, die im vergangenen Jahr bei.-Ullstein erschienen ist und großes Aufsehen erregte. Er hat soeben ein Buch über Baruch Spinoza abgeschlossen. Der Vortrag von Hans Rosenkranz, der aus der jüdischen Jugendbewegung kommt, dürfte die weitesten jüdischen Kreise, besonders aber die Jugend interessieren. Bücnerschau Spinoza nach dreihundert Jahren. Von Stan. von Dunin Borkowski 8. J. Ferd. Dümmlers Verlag. Berlin und Bonn 1932. 204 Seiten. Preis: 3.50. Seit Jahrzehnten gehört der Jesuit v. Dunin Borkowski zu den allgemein anerkannten bedeutendsten Spinoza-Forschern. Sein Werk über den „Jungen De Spinoza“ (1910; Münster, Aschendorff) ist noch heute grundlegend. Das vorliegende neue Buch soll nur ein Vorläufer für einen umfassenden Plan einer Spinoza-Darstellung sein, der das Jubliäumsjahr 1932 zu früh kam. Der Verfasser hat vor, in seinem künftigen Werk den Philosophen in eine vierfache Bewegung einzureihen: in das politische Leben seiner Tage, in die zeitgenössischen physikalischen Forschungen, in die Wandlungen der Toleranzbewegung des 16. und 17. Jahrhunderts und in das kritische Wissen des gleichen Zeitraumes. Vorläufig haben wir uns an der gedrängten Gedankenfülle des Vorläufers zu erfreuen. „Von den Ahnen“ — „Der Mensch und der Denker“ — „Der Nachlaß“ — „Die Erb-