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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-09-01 · 17 (1.9.1932) · p. Seite 257

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
17 (1.9.1932)
Date
1932-09-01
Page
Seite 257 (sequence 1)
Language
German
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Aachrichtenblatt üer Iscaelitischen KultuSgemeinöen in München/ Augsburg, Samberg unü öeS Verbanöeü Hagerischer Israelitischer Gemeinüen Israelitische Gemeinöezeidmg Erscheint am l.u. 15. jeden Monats. — Verlag: B.Heller, München, Plinganserstr.64, Tel. 73 6 64 u. 73665, Postscheck München 3987, Schriftleitung: Dr. L. Feuchtwanger, München, Grillparzerstr. 38 Bezugspreis für nicht eingewiesene Bezieher: RM. 4.80 für das Jahr. Anzeigenpreis: Die 4gespaltene Millimeter-Zeile 40 Rpf. Familienanzeigen, Stellengesuche u. ähnliche Angebote 15 Rpf. VIII. Jahrgang München, 1. September 1932 Nummer 17 Inhalt: Rabbiner Dr. Max Freudenthal — Glückwunsch des Präsidenten des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden für Rabbiner Dr. Freudenthal — Neue Aussprache über die Judenfrage — Ein neues Grundwerk zur Erforschung des ursprünglichen Bibeltextes — Die Forderung der jüdischen „Eigenständigkeit“ und Kulturautonomie — Aus der Gemeinde München — Aus bayerischen Gemeinden — Aus dem Reiche — Vereine — Bücherschau — Amtlicher Anzeiger: Bekanntmachungen der Israelit. Kultusgemeinde München: Bekanntmachung über den Filialgottesdienst an den hohen Feiertagen und die Vermietung von Synagogenbetstühlen — Bekanntmachung über Glückwunschablösung 1932 — Personalia. Rabbiner Dr. Max Freudenfhal Zu seinem 25jährigen Amtsjubliäum in der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg Anfang September sind 25 Jahre verflossen, daß Rabbiner Dr. Freudenthal sein Amt in der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg angetreten hat. Wenn die Gemeinde Nürnberg diesen Anlaß gern benützt, um die Gefühle der Verehrung und Dankbarkeit für ihren geistlichen Führer'zum Ausdruck zu bringen, darf und soll auch von dieser Stelle aus gesagt werden, in wie hohem Maße nicht nur die Gemeinde Nürnberg, sondern auch die bayerische und deutsche Judenheit Dr. Freudenthal Dank schuldet, welche Wünsche der ehrwürdigen Gemeinde und ihrem allverehrten Rabbiner dargebracht werden. Wohl vorbereitet kam Rabbiner Dr. Freudenthal in sein Amt. Als Sohn eines jüdischen Lehrers lernte er früh die Nöte und Bedürfnisse einer jüdischen Gemeinde kennen, als Student fand er bei hervorragenden Lehrern, Leuchten der jüdischen Wissenschaft, seine wissenschaftliche Ausbildung. Seine Fähigkeiten hat er erst in den Gemeinden Dessau und Danzig in je siebenjähriger Amtsdauer erproben können, bevor ihn 1907 die Gemeinde Nürnberg zum Nachfolger Rabbiner Dr. Ziemlichs erwählt hat. Alle Anlagen und Gaben, die die Persönlichkeit des Jubilars bilden, hat er in den Dienst seines Amtes gestellt: die Klarheit eines Menschen und Verhältnisse nüchtern beurteilenden Verstandes, die Wärme eines tief religiösen Gefühles, die Festigkeit eines unbeirrbar gerechten Charakters, der bei aller Bestimmtheit des religiösen Standpunktes Verständnis auch für fremde Anschauungen sucht und ihnen Rechnung zu tragen sich bemüht, — all’ das hat ihm in einer langen und erfolgreichen Amtstätigkeit ebensosehr Achtung und Verehrung, wie tiefe Dankbarkeit eingetragen. Das Wort „pectus facit theologum“ ist bei ihm in dem doppelten Sinne wahr, daß er seinen Beruf mit der Kraft einer im tiefsten Innern verankerten Überzeugung ausfüllt, wie, daß er von seinem Berufe her der Freund aller ist, die mit ihm in Fühlung treten, im besonderen der Armen und Hilfsbedürftigen. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, allen Verdiensten ge- Rabbiner Dr. Max Freudenthal

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