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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-07-15 · 14 (15.7.1932) · p. Seite 216

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
14 (15.7.1932)
Date
1932-07-15
Page
Seite 216 (sequence 8)
Language
German
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216 Bayerische israelitische Gemeindezeitung Nr. 14 15. Mitgliederversammlung des Verbandes der Israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz Am Sonntag, dem 19. Juni, fand die 15. Mitglieder Versammlung des Verbands pfälzischer Kultusgemeinden in Landau statt. Nahezu hundert Vertreter und Vertreterinnen der Kultusgemeinden waren erschienen; neben ihnen die vier pfälzischen Bezirksrabbiner und mehrere Lehrer und Kantoren. Der erste Verbandsvorsitzende, Herr Kommerzienrat Albert Joseph (Landau),, eröffnete die Verhandlungen mit herzlicher Begrüßung. Der religionswissenschaftliche Vortrag des Bezirksrabbiners Dr. Steck elmacher (Bad Dürkheim) über das Thema: „Vom Glauben an den Menschen und über die G ründung einer israelitischen Vo 1 k s schu le in der P f-a 1 z referierte in eindringlicher Weise der Vorsitzende der pfälzischen israelitischen Lehrer und Kantoren, Herr S c.h o 111 a n d (Frankenthal). Die wichtige Angelegenheit wird den engeren und weiteren Ausschuß schon in nächster Zeit beschäftigen. Schließlich beleuchtete noch der zweite Verbands Vorsitzende, Herr Amtsgerichtsrat Dr. Rose n h e r g die Stellungnahme des bayerischen Verbandes zum Reichsverbande der deutschen Juden. Nach nahezu dreistündiger Dauer schloß Herr Kommerzienrat Joseph die von einer erfreulichen Einmütigkeit getragenen Verhandlungen mit warmen Worten des Dankes an alle Teilnehmer. die Menschheit im Lichte des Judentums“ bildete eiiie würdige und eindrucksvolle Einleitung der Tagung. Der Jahresbericht des Vorsitzenden, ferner der Bericht des Schatzmeisters Stadtrat Strauß (Bad Dürkheim) über die Jahresrechnung für 1931 wurden mit großem Interesse angehört. Dem Anträge des Synagogenrates Professor Koburger (Ludwigshafen) entsprechend wurde die Jahresrechnung genehmigt und der Vorstandschaft: Kommerzienrat Joseph, Amtsgerichtsrat Dr. Rosenberg (Frankenthal) und Stadtrat Strauß (Bad Dürkheim), ferner den beiden Rechnungsrevisoren: Synagogenrat N. Strauß '(Ludwigshafen) und Synagogenrat A d. M a n d e 1 {(Bad Dürkheim) der Dank für selbstlose Mühewaltung abgestattet. Den Haushaltungsplan für 1932 trug der Vorsitzende vor und erläuterte ihn; der Etat wurde auf Antrag des Synagogenvorstandes B e h r (Neustadt) einstimmig genehmigt. wm Bay er i seheV er einsbank Kredit' und Hypothekenbank Niederlassungen an allen größeren Plätzen Daycrns ^rechts des Rheins Verwahren Sie während Ihrer Urlaubsreise wichtige Urkunden, Wertpapiere oder sonstige Wertgegenstände zuhause? Sie sichern sich vor Verlusten durch Feuer und Diebstahl, wenn Sie sich ein Schrankfach (Safe) in unseren Stahlkammern mieten. Besichtigen Sie unsere Anlage! Die Gebühr für das kleinste Schrankfad) (7 cm hoch, 30 cm breit, 50 cm tief) beträgt pro Monat RM. 1.— Aus dem Reiche Die Siedlung der Jüdischen Landarbcitsgesellschaft in Größ-Gaglow bei Cottbus — Bayerische Bewerber Als Folge der Ansiedlungsgenehmigung durch die zuständigen Behörden hat das Siedlungsgut Groß-Gaglow nunmehr die Kredite erhalten, die zum völligen Ausbau notwendig waren. Es ist dadurch möglich geworden, noch heuer alle Siedlungsstellen zu errichten. Statt der ursprünglich beabsichtigten 30 Gärtnerstellen werden auf Wunsch der Behörden nur 15 errichtet, von denen 13 bereits vergeben und übernommen sind. Die Inhaber dieser Stellen arbeiten bereits seit der Übernahme nicht mehr im Lohnverhältnis, sondern auf eigene Rechnung, und übernehmen eine Vollernte an Erdbeeren, Himbeeren und Gemüse. Die für diese Stellen im Ausbau befindlichen Häuser sollen am 1. September bezugsfertig sein. Für den Rest des Siedlungslandes werden auf Verlangen der Behörden 10 Siedlungen gemischter Wirtschaft zu je 15 Morgen (2 Morgen Gartenbau und 13 Morgen Landwirtschaft) mit je 2 Kühen und Kleinvieh und entsprechendem toten Inventar vorbereitet. Die Kosten dieser Siedlungen werden etwa je 15 500 RM. sein. Außerdem werden 3 Vollbauernstellen zu je 45 Morgen mit 6 Kühen, 2 Pferden und entsprechendem Inventar mit einem Kostenaufwand von je 25 000 RM. errichtet. Die Bewerber für diese Siedlungen brauchen jedoch nur etwa ein Fünftel der Kosten anzuzahlen. Von diesen landwirtschaftlichen Siedlungen sind bereits 5 Stellen für auf dem Gut beschäftigte Landarbeiter Vorbehalten. Für die noch freien Siedlungsstellen können sich selbstverständlich auch bayerische Bewerber melden, zumal diese Siedlungsarbeit gerade in Bayern tatkräftige Unterstützung fand. Landwirte, allenfalls auch noch ein oder zwei Gärtner, die bereits ausgebildet sind, oder deren Ausbildung innerhalb eines Jahres beendet sein wird, können also noch heuer zur Siedlung gelangen. Die B e w e r hu ngen m ögen u n vorzüglich an den Bayerischen Siedlungsausschuß, Reichsbund für Jüdische Siedlung, Landesverband Bayern, z, H. Herrn Studienrat H. Sch aal mann, Miinc h e n 13, Tengstraße 37, gerichtet w e r - Fortsetzung Seite 220

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