Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 14 (15.7.1932)
- Date
- 1932-07-15
- Page
- Seite 215 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2727810-2727950-2727964--08675-2741889- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 14 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 215 Goldene Hochzeit von Herrn und Frau Louis Selinger Am 26. Juni konnten, wie bereits kurz gemeldet, Herr und Frau Louis Selinger in völliger körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Das Jubelpaar hat zwar seinen Aufenthalt in Bad Tölz genommen, um sich den zu erwartenden Ovationen zu entziehen. Allein eine Anzahl von Freunden und Verehrern hatte es sich nicht nehmen lassen, in Bekundung ihrer Anhänglichkeit nach Tölz zu kommen und dort ihre Wünsche persönlich zu überbringen. Eine kleine Feier versammelte die Gratulanten und eine größere Anzahl von Badegästen um das Jubelpaar im Roten Saale des Park-Hotels. Als erster sprach Herr Rabbiner Dr. Baerwald die Glückwünsche der gesamten Gemeinde dem Jubelpaar aus, das sich in dem Vierteljahrhundert seiner Wirksamkeit in München sehr große Verdienste erworben habe. Einen besonderen Glückwunsch überbrachte er namens des Wohlfahrtsamtes und des Synagogenausschusses, in denen Herr Selinger seit vielen Jahren wertvollste Mitarbeit leistet. Herr Justizrat Oppenheimer sprach insbesondere namens der Chewra und der Krankenfürsorge, die gleichfalls Herrn Selinger zu ihren tätigsten Mitarbeitern zählen dürfen, seine Glückwünsche aus. Herr Professor Kirschner überbrachte die Glückwünsche der Kantoren, die mit Herrn Selinger als Synagogenvorsteher in besonders enger Fühlung stehen und Frau Baerwald würdigte schließlich die Verdienste, die Frau Selinger sich in hingebungsvoller Arbeit um den Frauenverein von 1830 und den Verein Ferienkolonie erworben habe. In bewegten Worten dankte Herr Selinger am Schluß der anspruchslosen und improvisierten Feier für die dem Ehepaar dargebrachten Wünsche. Ein kleines Festmahl in der Kur-Pension Hellmann vereinigte nachher noch das Jubelpaar mit Freunden und Festgästen. Auch von dieser Stelle seien dem verehrten Paare noch einmal herzliche und aufrichtige Wünsche für einen langen und ungetrübten Lebensabend ausgesprochen. Neuere Werke graphischer Kunst MariaLuiko zeigt innerhalb der vom deutschen Künstlerbund „Die Juryfreien“ veranstalteten Ausstellung in der Prinzregentenstraße 2 (geöffnet bei freiem Eintritt von 10—1 Uhr, 2—6 Uhr, Sonntags von 10—1 Uhr) eine Auslese radierter und lithographierter Blätter. Das beachtliche Schaffen dieser jungen jüdischen Künstlerin (mit dem Künstlernamen „Luiko“ bezeichnet sich Luise K o h n), hat schon bei verschiedenen Gelegenheiten — so auch in der letzten, jäh abgebrochenen „Glaspalast- Ausstellung“ — die Aufmerksamkeit der Kunstfreunde auf sich gelenkt. Die Graphiken bekunden einen aus der Weltanschauung der Künstlerin heraus geborenen, eigenen Stil. Die reine Schwarz-Weiß-Wirkung im zeichnerischen Sinn wird bevorzugt und die malerische Komponente meist bewußt beiseite gesetzt. Aus dieser Einstellung sind Blätter entstanden, wie die Szenen am Bauzaun, am Fenster und sonstige Vorstadtbilder, deren Einprägsamkeit gerade durch die Zurückhaltung im Stofflichen gesteigert wird. Aus der gleichen Sparsamkeit der Mittel erhalten die Satiren den ihnen eigentümlichen prägnanten Charakter. Daß die Künstlerin, die in allen ihren Arbeiten gute Beherrschung der Technik verrät, auch die Fülle der Erscheinung zur Wirkung heranzuziehen versteht, beweist unter anderen das große Blatt „Überfahrt“, das in der Weite seines Horizontes nicht weniger eindrucksvoll ist, als durch die seelische Wirkung, die der trostlosen Auswandererstimmung entströmt. Diese kleine, aber wichtige Ausstellung, die nur bis zum 20. Juli noch zu sehen ist, sollte niemand versäumen, der einer künstlerischen Persönlichkeit begegnen will. Th. H. Die Coßmann-Werner-Bibliothek bleibt vom 2 5. Juli bis 2 5. August 1932 geschlossen. Die Entleiher werden ersucht, die ausgeliehenen Bücher rechtzeitig zurückzubringen. Erklärung Zur Klärung von Mißverständnissen, die in letzter Zeit entstanden sind, wird mitgeteilt, daß im Cafe City, München, Weinstraße 4, jüdische Gäste stets willkommen sind. Die führenden Mineralquellen Süddeutschlands Goldene Staatsmedaille iiy vfr S- , y V ** >• / «s° Jt Aff er Prospekte nnd Vertreternachweis durch die Mineralbrunnen A.-G. in Bad Übekingen.