Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 11 (1.6.1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 170 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Ni. 11 staatliche Leben als einer Art besonderen „Standes" ist dem deutschen gebildeten Juden vor allem aus der Haltung des jüdischen Geschichtschreibers Simon Dubnow geläufig. Dubnow gehörte bekanntlich ursprünglich der russischen Assimilation an. In verhältnismäßig jungen Jahren wurde er dann von der Welle des bewußten jüdischen Nationalismus ergiffen, nicht aber in seiner zionistischen, auf Palästina konzentrierten Form, sondern eben in einer Abart, deren Theoretiker uyd Vertreter er selbst geworden ist: dem sogenannten „Autonomismus". Er will die Iudcnfrage in den jetzigen Wohnländern der Juden auf der Grundlage weitgehender nationaler Autonomie lösen. Für den Historiker war diese Vorstellung von der jüdischen Cigenkultur sehr fruchtbar; die verschiedensten jüdischen Epochen erblickt Dubnow bekanntlich als Vorläufer solcher Autonomien, wodurch manche eigentümliche Phänoi'nene der jüdischen Geschichte viel schärfer als früher gesehen werden; daher auch der wache Sinn Dubnows für die Schöpfungen der jüdischen Volks- und Mischsprachen (Jiddisch, Spaniolisch, Iudenpersisch usw.), während er in seinem großen Geschichtswerk weniger Verständnis für die jüdisch-deutsche Symbiose seit 150 Jahren gezeigt hat. F. nehmend gelungene Veranstaltung des Vereins bezeichnet werden. — In „Lcsser Ury und seine Umwelt" führte ein Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Galliner, Frankfurt a. M., ein, worüber schon berichtet wurde. Die Vorträge von Herrn Dr. Katten über die jüdische Vergangenheit wurden ergänzt durch einen Vortrag unseres Lokalhistorikers, Herrn Rabbiner i. R. Dr. Eckstein: „Bilder aus der Vergangenheit der Israe- CIA Wir verleihen kostenlos Kameras zur Probe DQDI Wir haben stets günstige Gelegenheitskäule in gebrauchten Cameras von Mk. an au! Lager. Photohaus Lucian Reiser München Neuhauser Straße 23, Perusastraße und Max-Weber-Platz Aus der Gemeinbe München Krankenbesuch in öffentlichen und privaten Heilanstalten Unsere Fürsorge muß immer und immer wiederum die Wahrnehmung machen, daß beim Besuche von Kranken in öffentlichen und privaten Heilanstalten, besonders in den städtischen Krankenhäusern vielfach die bestehenden Vorschriften nicht cingehalten werden. Abgesehen von dringenden Ausnahmefällcn, sollte der Besuch von Kranken, namentlich in Zimmern und Sälen, in welchen auch andere Kranke sich befinden, nur während der vorgeschricbenen Besuchszeit vorgenommen werden. Ein Besuch von Kranken darf auch nicht zur Unzeit, d. i. vor 10 Uhr morgens und nach 6 Uhr abends, bzw. früherem Eintritt der Dunkelheit, besonders aber nicht in der Zeit der regelmäßigen ärztlichen Besuche und Mahlzeiten stattfinden. Besuche sind möglichst kurz zu halten, selbst wenn der Kranke die Ausdehnung wünscht, weil längerer Besuch auch Belästigung der anderen Kranken bedeutet. Cs kommen leider vielfach Klagen an uns, daß besonders bei Besuchen in den Zimmern 44 und 86 des Krankenhauses München- Schwabing die bestehenden Vorschriften.außer Acht gelassen werden; es muß das einmal festgestellt werden. Wir bitten dringend darum, alles Ordnungswidrige zu vermeiden, damit weitere Beanstandungen hintangehaltcn werden. Israelitische Krankenfürsorgc München Frau Lisl Löffler ist, wie wir bei Redaktionsschluß erfahren, am 30. Mai entschlafen. Mit ihr verliert die Münchener Kultusgemeindc eine ihre sozialen Einrichtungen seit über 20 Jahren fördernde warmherzige und stets opferfreudige Persönlichkeit. Frau Löffler arbeitete seit vielen Jahren aufs verständnisvollste im Arbeitsausschuß und in der Vorstandschaft der „Israelitischen Iugcndhilfe" und gewann sich die Herzen aller, die sie kannten. Aus der Gemeinde vamberg Rückblick auf die Tätigkeit der jüdischen Vereine im Winterhalbjahr 1931/32 Das vergangene Winterhalbjahr zeigte in allen jüdischen Vereinen eine intensive geistige Tätigkeit. Dies zeugt von dem ernsten Bildungswillen einer immerhin mittleren Gemeinde, die sich mit der Fülle und der Auslese ihres Wintcrprogramms ruhig an die Seite mancher Großgcmeinden stellen kann. Ein Hauptverdienst gebührt dem Verein für Geschichte und Literatur, der am 30. November mit seinen Vorträgen begann. Herr Rabbiner Dr. Katten hatte es sich zunächst zur Aufgabe gemacht, in einer Art von Volkshochschulkursen einen Querschnitt der wichtigsten jüdischen Geschichtspcrioden, angefangen von der staatlichen und religiösen Konsolidierung des jüdischen Volkes bis in die neue Zeit, zu geben. Der Zyklus hat allen Teilnehmern außerordentlich viel gegeben. Der Vorstand des Vereins, Herr Dr. Morgenroth, konnte am Ende der aus sechs Abenden bestehenden Vortragsreihe den wärmsten Dank aller Hörer zum Ausdruck bringen. — Am 4. Januar sprach Herr Prof. Dr. Gutmann, Breslau, über „Humanität — Sozialpolitik und Talmud". Die Ausführungen des bekannten Gelehrten waren auch für den: Laien leicht faßlich und konnten vom Vorsitzenden als eine ausr>iiA\A\isTKiiAviipe Kompressionsstrümpfe ge9en Krampfadern auch solche ohne Gummil für schöne Beinform I Große Auswahl I Alle Preislagen I Anfragen y. auswärts werden prompt erledigt! 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