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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-05-15 · 10 (15.5.1932) · p. Seite 156

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
10 (15.5.1932)
Date
1932-05-15
Page
Seite 156 (sequence 13)
Language
German
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156 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 BiOX-ULTBA * Zahnpasta dar Oame verhindert Zahnsleinansatz. Lockerwerden der ZShne, spritzt nicht u. ist hochkonzentriert, daher so sparsam. BiOX-ULTRA fördert gesunde Speichel* sekretloa und erhält Zähne und Mund gesund. Verspeisung mchrcr Portionen bringt der gute Arendt es nicht über das Herz, die mit Gurkcnsaft vermischte Bratcnbrühe umkommcn zu lassen. Er faßt einen Teller mit beiden Händen und hebt ihn zum Munde, erschrickt aber im letzten Augenblick und blickt um Erlaubnis bittend auf den Hausherrn. Und der große Wohlerzogene legt volles Verständnis für die Begierde seines Gastes an den Tag; mit der größten Bonhomic und Treuherzigkeit fordert er ihn auf, sich nur ja nicht zu genieren, und während er ihn schlürfen sieht, läßt er nicht etwa ein Schweigen aufkommen, das auf den Genießenden doch vielleicht bedrückend wirken könnte, sondern er spricht, er setzt mit wärmster Überzeugung das Leckere einer solchen Mischung von Bratcnbrühe und Gurkcnsaft auseinander und schafft durch dieses Pcroricrcn dem Schlemmer volle Freiheit, seine Lust zu büßen." Auch eine Festrede zum IOO. Todestag Goethes, noch dazu in der Preußischen Akademie, werden manche sagen und nach Erbauung verlangen, zu mindesten nach „Alle menschlichen Gebrechen sühnet reine Menschlichkeit". Statt dessen dieser Gurkensalat! — Thomas Mann weiß mit einem tieferen Wissen als jeder Zeitgenosse von heute: „Das Genie kann nicht im banausischen, im schlicht bürgerlichen Sinn normal sein." Wie hier der große deutsche Dichter als Heros des unerbittlichen Verstandes und der großen unabdingbaren Nüchternheit von einem kongenialen Geist der Gegenwart gefeiert wird, das ist das Zeitlose und Beglückende dieser prachtvollen Festrede, die uns der Verlag S. Fischer in einem besonderen, edlen Gewände bietet. F. Paul Renner, Kulturbolschcwismus? Eugen Rentsch Verlag, Crlcnbach- Zürich, München, Leipzig 1932. Emil Prcetorius schrieb jüngst anläßlich eines srühcren Buches von Renner, des bekannten Münchener Graphikers und Fachschulleiters: „— ein Geist von der Klarheit, Grundsätzlichkeit und Tiefe, dem lärmenden Gewirre künstlerischer Ratlosigkeit wieder Weg zu weisen und Maß zu setzen." Mit erfrischender Deutlichkeit setzt sich das erste Kapitel „Die antisemitische Hetze gegen die moderne Kunst" mit dem verworrenen Unsinn von der Artfremdhcit der neueren schöpferischen Kunstlcistungen auseinander. „Begabung erregt schon Verdacht; Genie scheint als Beweis für Artfremdhcit zu gelten." „Was wird heute nicht alles jüdische Presse genannt! Ungefähr jede bessere Zeitung, die nicht auf der äußersten politischen Rechte steht." „Und mit dem Theater ist cs nicht anders; jeder erfolglose Bühnenschriftstellcr macht für sein Mißgeschick die Vcrjudung des deutschen Theaters verantwortlich." In dem ganzen neueren Schrifttum finden sich nicht so gute, gerade, ins Schwarze treffende (Lätze gegen das klägliche Schauspiel des Nachkriegsantisemitismus, der Gespenster sieht, gegen Mythen kämpft und „gegen die Ausgeburten seiner eigenen panischen Angst Sturm läuft". Das zweite Kapitel „Die politische Hetze gegen das Neue Bauen" bringt eine überaus geglückte Klärung über die kunst- und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen des neuen Bauens und deckt die wahren Gründe des nationalistischen Kulturkampfes gegen den „Bau-Bolschewismus" auf. „Wem es um die deutsche Kunst zu tun ist, schütze sie vor nationalistischen Bünden, die mit Schlagworten und Schlagringen für sie kämpfen wollen." Eine Kampfschrift, die die Luft reinigt und die man mit hohem Genuß liest. Die hervorragende buchgcwcrblichc, besonders typographische Ausstattung macht der Vuchdruckerci B. Heller in München, der die Herstellung oblag, alle Ehre. F. Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland Welch reiches, interessantes und unerforschtes Material die öffentlichen Archive noch immer bergen, beweist wiederum das neue Heft der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland", III. Iahrg., Nr. 4 (Philo-Verlag, Berlin W 15). Herr Rabbiner Dr. Max Freudenthal (Nürnberg) veröffentlicht zwei Urkunden aus dem Wormser Stadtarchiv über die dortige Beschlagnahme hebräischer Bücher durch Johann Pfefferkorn, dessen Vorgehen durch das Eingreifen Reuchlins welthistorische im Hofgarten 40 Heilquellen Täglich von 6 Uhr früh bis 9Uhr abends \ Ss* D AS PREISWÜRDIGE MÜNCHNER TUCHHAUS SONNENSTRASSE P H O BUSPALAST fpllAUUSTKIIAlPFe Kompressionsstrümpfe gegen KramPfadern ohne Gummi 1 für schöne Beinform fl Große Auswahl fl Alle Preislagen 1 Anfragen v. auswärts werden prompt erledigt 1 Sanitäfshaus H. Katsch München Schillerstraße 5 beim Bahnhof GEkMuSaN Kapseln sind ein zuverlässig u-schnell wirkendes Mittel gegen Kopf-u-Nervenschmerzen, Neuralgie u-Rheuma-Ärzttempfohlen-Erhältl.inApotheken-PreisRM-l.ü? AMIDOPHENAZ-+PHENAZ-SALIC-+CHININ+COFFE1N

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