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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-05-15 · 10 (15.5.1932) · p. Seite 150

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
10 (15.5.1932)
Date
1932-05-15
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 Versorgungsanlage betriebsfertig ausgcführt worden, und Gartcnkulturen für die nächsten 8 Gärtnersiedler wurden begonnen. Für das Jahr 1932 ist der Bau von weiteren 6 Häusern sür Siedler geplant. Das Wirtschaftshaus wird zu einer landwirtschaftlichen Siedlungsstclle unter Mitwirkung des hiefür vorgesehenen Siedlers ausgcbaut. Mit dem Jahre 1933 hofft man die Besiedlung des Gutes Groß-Gaglow beendigen zu können; es werden dann 30 Gärtner, 2 Landwirte und 2 Handwerker angcsiedelt sein. Daß die Finanzierung dieser Arbeiten im Jahre 1931 außerordentliche Schwierigkeiten bereitete, wird jedem verständlich sein, doch hegt die Gesellschaft die Zuversicht, auch in den folgenden Jahren ihre Aufgaben erfüllen zu können. Sie bedarf dazu des steten Interesses und der Opferbereitschaft der interessierten Kreise. Jsenburger Heim des Jüdischen Frauenbundes Zuscinem 25jährigcn Bestehen Das Heim des jüdischen Frauenbundes in Neu-Isenburg ist heute als ein notwendiges Crziehungswcrk in die jüdische soziale Fürsorge eingegliedert. Als vor nunmehr 25 Jahren seine Gründung in weitblickender sozialer Erkenntnis angestrebt und nur unter den größten Schwierigkeiten erreicht wurde, waren weite jüdische Kreise entsetzt über die Voraussetzung, daß auch aus der jüdischen Gemeinschaft gefährdete, schwer erziehbare oder gar verwahrloste Jugendliche hervorgchcn könnten, die die Einrichtung eines solchen Heims notwendig machten. 1133 jüdische Kinder und Jugendliche, für die die eigene Familie in irgendeiner Weise versagt hatte, haben in diesen 25 Jahren Schutz und Förderung im Jsenburger Heim gefunden. Verschiedenartig wie Alter und Herkunft dieser Jugendlichen ist auch ihre Not, der der Aufenthalt im Heim zu begegnen bestimmt ist. Verständnisvoll und individuell muß die Hilfe sein, die ihnen gebracht wird. Dessen ist sich die Heimleitung stets bewußt gewesen und hat, gestützt auf die Erfahrungen, die das Crzichungssystem in 25 Jahren ständig vor neue Aufgaben gestellt hat, sich diesen ständig anzupasscn gesucht. Man ist in keiner Beziehung stehen geblieben, und so, wie aus einem Haus und einem kleinen Garten vier Häuser und ein Grundstück von etwa zwei Morgen erwuchsen, so ist man auch auf pädagogischem und hygienischem Gebiet mit der Zeit fortgeschritten. Für den ganzen Betrieb bildete sich hieraus eine gewisse Eigenart der Methode, über die die Leitung soeben einen sorgfältigen und aufschlußreichen Bericht, verschickt. Leider ist daraus zu enmchmen, daß diese segensreiche Einrichtung gefährdet ist, wenn ihr nicht so bald wie möglich wirksam beigesprungcn wird. Der Bericht äußert sich dazu: Da äußerste Einfachheit von jeher, schon aus pädagogischen Gründen, eine kennzeichnende Tendenz des Jsenburger Heims war, so konnten die Unkosten in der letzten Zeit nicht wesentlich verringert werden, und die Selbstkosten blieben größer, als der von den meisten einwcisenden Stellen bewilligte Pflegesatz. So steht die Heimleitung vor der traurigen Tatsache einer drohenden baldigen Unterbilanz und hofft nur, daß die Einsicht der gesamten Judcnschaft die Erhaltung des Heims in Isenburg ermöglicht. Denn dieses Erziehungswcrk hat heute, nach 25 Jahren, durch die Zeitverhältnissc bedingt, eine noch größere jüdisch-erzieherische Aufgabe zu erfüllen, als zur Zeit seiner Gründung, und die ganze jüdische Gemeinschaft ist für sein Bestehenbleiben mitverantwortlich. Vereine Anmeldungen für die Ferienkolonie in Krumbach können nur bis spätestens I. Juni unter der Adresse der I. Vorsitzenden, Frau Jenny Baerwald, München, Haydnstraße 10, angenommen werden. Jüdischer Jugendverein München Sommcrprogramm 1932 Donnerstag, 12. Mai. Vortragsabend: Herr Rabbiner Dr. Geis spricht über: „Die geistige Situation der jungen Generation". Lcssingsaal. Beginn: 20.30 Uhr (pünklich). Vom 19. Mai ab verlegen wir unsere Donnerstagabende in den Ncbcnsaal des Restaurants „M e n t e r s ch w a i g e" (Trambahnhaltcstcllc der Linie 15 und 25). Wir eröffnen die Sommcrarbcit mit einem Bunten Abend, an dem hervorragende Kräfte ein reichhaltiges Programm darbieten werden. Beginn: 20.30 Uhr (pünktlich). An den anderen Abenden werden wir draußen unter Leitung eines geprüften Sportlehrers turnen und spielen und haben außerdem Gelegenheit zu gemütlichem Beisammensein und zwangloser Aussprache in dem für uns reservierten Vereinsraum. An Sonn- und Feiertagen veranstalten wir, wie in früheren Jahren, wieder unsere Wanderungen nach folgendem Programm: 15. und 16. Mai (Pfingsten): Fahrt nach Garmisch-Partenkirchen, Kosten etwa 7 RM. (Rucksackproviant, Tourenausrüstung.) — 22. Mai: 9.25 Uhr Starnberger Bahnhof. Sonntagskarte Gauting. Wanderung: Würmtal, Mühltal. Kosten etwa 1.40 RM. Radfahrer: Treffpunkt 8 Uhr Bavaria. — 26. Mai (Fronleichnam): Treffpunkt: 25. Mai 20.20 Uhr Starnberger Bahnhof. Sonntagskarte Benediktbeuern. Bergtour Benediktenwand (Nachtaufstieg!) Tuhingerhütte. Kosten etwa 5 RM. Anmeldung bis 21. Mai bei H. Knoblauch, Trogerstraße 40. — 29. Mai: Treffpunkt 9 Uhr Pasing, Trambahnstation. Wanderung: Aubinger Lohe. Kosten etwa 80 Rps. Radfahrer: Treffpunkt 8 Uhr Tclegraphenamt Bahnhofplatz. An sämtlichen Abenden und Fahrten sind Gäste herzlich willkommen. Wolfratshausen, das behagliche Heim Ständig wächst die Zahl der alleinstehenden Frauen, wie auch der Ehepaare, die sich außer Stande sehen, die Kosten sür einen selbständigen Haushalt weiterhin aufzubringcn, und die gezwungen sind, eine Verbilligung ihrer Lebensführung zu erreichen. Die Münchener Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes hat eine Bahnstunde von München entfernt, in reizvollster Umgebung ein behagliches, streng rituell geführtes Erholungsheim eingerichtet. In Wolratshausen stehen schöne, luftige Räume, behaglich möbliert oder leer, zum vorübergehenden oder dauernden Aufenthalt bei mäßigen Preisen zur Verfügung. (Pensionspreis \—6 RM.) Zentralheizung, schöne Bade- und Duschräume sind vorhanden, Balkons, sowie eine große, gedeckte Glasveranda und eine prächtige Liegehalle dienen dem Behagen der Gäste. Hebräische Sprachkurse München Am Dienstag, dem 17. Mai, abends 9.15 Uhr, beginnt ein Kurs für Anfänger. Neue Schüler werden in diesen, sowie in allen bestehenden Kursen ausgenommen. Anmeldung: Herzog - Rudolf - Straße I Ngb. Tel. 297449. Tennisgruppe des jüdischen Jugendvereins Unsere Tennisgruppe hat ihre Tätigkeit wieder ausgenommen. Cs ist für jedermann, auch für Nichtmiglieder des J.J.V., Gelegenheit geboten, auf zwei Plätzen, in Bogcnhausen (Lamontstraßc) oder in Schwabing (Luitpoldpark) zu niedrigen Spielbciträgen zu spielen. Beste Gelegenheit für Anfänger zur Erlernung des Tennisspiels. Interessenten verlangen unsere Teilnahmebedingungen. Jede weitere Auskunft erteilt Herr Ingenieur Ernst Naschitz, München 13, Krumbachcr Straße 9. Fortsetzung Seite 155 Kaffee-Konditorei Feldherrnhalle Inhaber: ADOLF ZIMMER, früherer langjähriger Direktor Hotel Excelsior # Fernsprecher Nr.91 447 Wiener Kaffee und nur erstklassige Getränke O Feinste eigene Konditoreierzeugnisse mit garantiert reiner Butter! e Lieferung frei Haus

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