Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 9 (1.5.1932)
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 135 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2727810-2727950-2727959--08596-2741799- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 9 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 135 5lus bayerischen Gemeinden Burgpreppach (Unterfranken). Das erste Vollschuljahr unserer 2sr. Handels- und Bürgerschule „Talmud Thora" endete am 20. März 1932. Mit dem Ablauf dieses Jahres hat diese Pflanzstätte jüdischer und allgemeiner Bildung, die der unvergeßliche Rabbiner Dr. Abr. Hirsch vor mehr als 50 Jahren ins Leben rief und der ausgezeichnete Männer zum Segen des Judentums und der jüdischen Jugend ihre Lebensarbeit gewidmet haben, von neuem ihre Existenzberechtigung und Notwendigkeit bewiesen. Es wurden folgende Fächer unterrichtet: Englisch, Französisch, sämtliche Handelswiffenschaften, Stenographie und Maschinenschreiben. Daneben kam auch die landwirtschaftliche Betätigung und die sportliche Ausbildung von mehr als 1000 Lehrern und Kaufleuten verdient gedes Gründers der „Talmud Thora" auf Ausbildung in allen Religionswissenschaften gelegt, und zeigte die Prüfung, die vom 6. bis 13. März in allen jüdischen Fächern, wie Pentateuch, Gebete, biblische und jüdische Geschichte, Propheten, Mischnah, Talmud usw. durch den Leiter der Anstalt, Herrn Rabbiner Dr. Ephraim, hier, stattfand, recht befriedigende Resultate. Das neue Schuljahr begann am 4. April d. I. Erfreulicherweise liegt eine größere Anzahl von Neuanmeldungen vor. Die „Talmud Thora" in Burgpreppach hat sich bisher um die Ausbildung von mehr als 1000 Lehren und Kaufleuten verdient gemacht. Cs soll auch in Zukunft das Bestreben der Schule sein, ihre Zöglinge zu aufrechten und kenntnisreichen Juden und berufstüchtigen Menschen heranzubilden. Um weitesten Kreisen den Segen einer besseren allgemeinen und jüdischen Bildung zukommen zu lassen, ist der Pensionspreis so niedrig wie irgend möglich bemessen. Auf diese Weise können auch minderbemittelte Schüler Aufnahme finden. Der Einfluß des streng gesehestreuen Milieus in- und außerhalb der Schule, das Fehlen zersetzender Großstadteindrücke, die persönliche Beaufsichtigung eines jeden Schülers gewährleisten eine geschlossene jüdische Erziehung und eine individuelle Behandlung der Schüler. Das Wiederaufleben einer jüdischen Bildungsstätte auf dem so sehr bedrohten und doch für die Zukunft des deutschen Judentums so wichtigen Landgebiet kann nur wärmstens begrüßt werden. lOOjähriges Bestehen der Synagoge in Jngenheim (Rheinpsalz) In diesen Tagen sind 100 Jahre verflossen seit der Einweihung der hiesigen Synagoge. Am 27. September 1827 wurde Grund und Boden dazu von der Witwe des Brigadegenerals Mercier durch die damalige Vorstandschaft der israelitischen Kultusgemeinde erworben. Der Vertrag wurde von folgenden Herren unterzeichnet: „1. Bernhard Roos, 1. Vorstand und Bürgermeister, 2. Salomon Roos, 3. Moses Altschul, 4. Jonas Marx, 5. Jonathan Kaufmann, 6. Markus Altschul, sämtliche Handelsleute und in Jngenheim wohnhaft." Damals wohnten 150 Familien in Jngenheim. Wie groß der Opfersinn der Gemeinde war, bezeugt heute noch der monumentale Prachtbau, den der pfälzische Dichter August Becker in seinem Roman „Nonnensusel" als die schönste Synagoge der Pfalz bezeichnet, ferner die vielen wertvollen Kultusgegenstände, von den einzelnen Mitgliedern gestiftet. Schade, daß dieses herrliche Gotteshaus, einst bis auf den letzten Platz gefüllt, heute, auch an den hohen Feiertagen, eine gähnende Leere aufweist, da die Gemeinde nur noch 27 Familien zählt. Früher hatten wir 2 Beamte, 2 Elementarlehrer, 1 Kantor und 1 Synagogendiener, während wir heute gar keinen Beamten mehr halten können. Der Gottesdienst wird durch Privatpersonen in uneigennütziger Weise abgehalten, nur an den hohen Feiertagen benötigen wir einen bezahlten Hilfskantor von auswärts. Den Religionsunterricht erteilt unser pensionierter Kantor, Herr Mandel. Leider müssen wir infolge der mißlichen wirtschaftlichen Krise von einer Feier Abstand nehmen. Vereine Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes Einladung zur Generalversammlung am 12. Mai 1932, nachmittags Uhr im Sitzungssaal der Israelitischen Kulmsgemeinde München, Herzog-Max-Straße 7/0. Tagesordnung: Jahresbericht; Kassenbericht; Entlastung der Vorstandschaft und Kassierin; Anträge (diese müssen spätestens drei Tage vor der Generalversammlung bei der Vorstandschaft eingereicht werden). Wir machen ferner darauf aufmerksam, daß wir uns an dem vom Sie brauchen kein Geld für Bergsport und Wochenend — um im soeben erschienenen, künstlerisch reich illustrierten Katalog, Sommer 1932, des bestbekannten Welt-Sporthauses Schuster, München 2 M, Rosenstraße 6, zu sehen, wie man sich für Bergfahrt, Wochenend und jeden Sport ungewöhnlich billig und gut bekleidet und ausrüstet. Die gigantische Organisation dieses weltberühmten Versand-Hauses liefert in alle Welt, selbst in die entlegenste Einöde und ins höchste einsame Gehöft. Viele zehntausende zufriedene Kunden. Postkarte genügt, der Katalog kommt kostenlos und unverbindlich sofort. Sie sparen viel Geld im Einkauf. 29.' April bis 29. Mai stattfindenden Verkauf der Vereinigten Münchener Mittelstandshilfen in der Ausstellung „Der Haushalt im Wandel der Zeiten der letzten 400 Jahre" beteiligen und bitten um Ihren Besuch. Die Ausstellung findet statt in den Ausstellungshallen im Ausstellungspark. Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes Auf vielseitiges Verlangen veranstalten wir wieder am Dienstag, den 3. Mai, nachmittags 4 Uhr, in der Bonbonniere einen Tee- Nachmittag, zu welchem wir Sie herzlich einladen. Es haben sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt: Fräulein Alice Fränkel, Opernsängerin aus Berlin, Fräulein Lola Kronheimer, München. Ferner führen Kinder unserer Mitglieder die „Kindersymphonie" von Haydn auf. Leitung: Fräulein Fannerl Weil. Tee mit Gebäck inkl. Steuer und Bedienung RM. 1.40. Kartenverkauf: Jsr. Kulmsgemeinde, Herzog-Max-Straße 7/1, Heinrich Cohen, Löwengrube 23, Rosenfelder, Bayerstraße 5 (Stachus). Tischbestellungen n u r im Büro der Bonbonniere, Fernruf 20 2 03. Jüdischer Jugendverein Donnerstag-Abende. Lessingsaal. Beginn: 20.30 Uhr. 12. Mai: Vortrag von Rabb. Dr. Geis: „Die geistige Situation der jungen Generation." 19. Mai: Bunter Abend. Verein Krankenheim Die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins Krankenheim, israelitische Privatklinik e.V. in München, findet am Mittwoch, den 18. Mai 1932, abends 8 Uhr, im Krankenheim, Hermann-Schmid-Straße 5/1, mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Erstattung des Jahres- und Kassenberichts und Erteilung der Entlastung, 2. Etwaige Anträge. Verein Schwesternheim Die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des Israel. Schwesternheims e. V. in München findet am Mittwoch, den 18. Mai 1932, abends S}4 Uhr, im Krankenheim, Hermann-Schmid- Straße 5/1, statt. Tagesordnung: 1. Erstattung des Kassenberichts und Erteilung der Entlastung, 2. Verschiedenes. Jüdischer Gesangverein E. V. München Der Jüdische Gesangverein beabsichtigt im Laufe des Jahres folgende Veranstaltungen durchzuführen: 1. Synagogenkonzert, 2. Haydn- Goethe-Feier, 3. Rundfunk-Konzert. Dazu ist es nötig, daß uns unsere Mitglieder tatkräftig unterstützen. Es ergeht hiermit die Anfrage, ob die Mitglieder bereit sind, sich an den Proben regelmäßig zu beteiligen, da hiervon die Durchführung des Programms abhängt. Zustimmende Erklärung erbitten möglichst umgehend an den Schriftführer Herrn Josef Silbermann, München 12, Anglerstraße 28. Die Proben beginnen Dienstag, den 3. Mai, und finden jeden Dienstag Abend pünktlich 8/4 Uhr im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, statt. Der Vorstand.