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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-02-01 · 3 (1.2.1932) · p. Seite 42

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
3 (1.2.1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 42 (sequence 10)
Language
German
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42 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 schwingender, von jeder Parteischablone völlig entfernter Teilnahine an seinem Gegenstand wird Hans Kohn von keinem lebenden modernen Schriftsteller übertroffcn. "Ti’ti r.rüD Talmudische Studien. Von Rabb. Dr. H. Ehrentreu s. A., Frankfurt a. M. Hcrmon-Verlag 1932. Die Einleitung zu dem Werk war in der Nummer vom I. Januar abgcdruckt. Ein Bewohner des Flachlandes, dem Tourenbcrichte eines bahnbrechenden Bergsteigers zur Rezension vorgelegt werden, kann sich natürlich nicht vcrmcstcn, die touristischen Fähigkeiten des kühnen Gipfclbezwingcrs zu besprechen oder zu mesien. Cr hat sich darauf zu beschränken, den Eindruck zu schildern, den die Festlegung der Route, die Technik der Besteigung und die Darsicllungswcisc auf die Leser ausübcir, die ja großenteils gleich dein Rezensenten, wenn überhaupt, so doch nur selten, das Hochgebirge bestiegen haben. Während die vor einigen Jahren erschienene Sammlung r-nro D’P.S bestimmte halachischc Fragenkomplexe, deren genaue Prüfung und deren Lösung enthält, ist das neue Werk eine Sammlung von Erklärungen des gleichen Verfastcrs zu verschiedenen fachlich und sprachlich schwierigen Stellen des Talmuds. In der ersten Sammlung zwingt vor allem die Klarheit des Verstandes, der die schwierigsten Probleme in peinlichster Ordnung nacheinander behandelt und mit zwingender Logik löst, zur Bewunderung. In rn'r*' rrj2 ist es vornehmlich die umfastende Kenntnis des jüdischen Schrifttums sowie der Geschichte und der Realien, insbesondere im alten und heurigen Orient, die den Leser anzieht und bereichert. Die Methode des Gclebrtcn, der den letzten der bisher erschienenen Bände des Werkes von Rabbinowicz herausgegeben hat, ist bekanntlich auch durch Berücksichtigung der verschiedenen Lesarten der Talmudhandschriftcn charakterisiert. Zahlreiche Schwierigkeiten, beispielsweise die Mischnah Kap. 8 des Pcrck 6 von „Sabbath" (von den verschiedenen künstlichen Gliedmaßen für Menschen, denen ein Fuß oder beide Füße fehlen), werden so neu und völlig befriedigend gelöst. Die Erklärungen von Rabb. Ch.rentreu s. A. erwecken überhaupt den Eindruck, daß es sich nicht um einen neuen Lösungsvcrsuch, sondern um die endgültige Lösung bis dahin dunkler oder schwer verständlicher Talmudstellen handelt. Das Werk ist nicht nur für jeden Rabbiner und Talmudsorschcr unentbehrlich, vielmehr auch eine Quelle der Belehrung für den weniger kundigen Privatmann. Das Buch enthält in anziehender und ergreifender Weise auch Züge aus dem Leben und Lehren des Suranycr Rabbiners Plaut, des Chatam Sofcr?, des Noda bihuda^ und des Rabbiners Nathan Adlers So nimmt der Leser mit der Klarheit des Denkens und der Fülle des Wistens auch einen Strom sittlicher Reinheit und den Eindruck einer wunderbaren jüdischen Persönlichkeit von unvergleichlicher Harmonie in sich auf. Auf den Heimgegangenen Münchener Raw ließ sich ja auch der Satz anwenden: -imn b'“'r daß die praktische Lebensführung auf den Schüler und jeden, der mit ihm zu tun hatte, eine noch größere Wirkung ausübc als sein Lernen und Lehren. Und so möge das Werk vor allem den Zweck erreichen, den der Vcrfaster als für seinen Lehrer, den Suranycr Rabbiner Plaut, charakteristisch bezeichnet, Liebe zur Tboro und Gottesfurcht zu vermehren. Dr. Eugen Fracnkel 1 Die „Dikduke Sophrim" des lange in München wirkenden Talmudforschers R. N. Rabbinowicz (1835—1888) enthalten die verschiedenen Abweichungen unserer Talmuddrucke von dem Münchener Cod. bebr. 95, einer 1342 geschriebenen Handschrift des babylonischen Talmuds aus der Münchener Staatsbibliothek und von anderen Talmudhandschriften; Bd. 1—15 der „Dikduke S." erschienen München 1867 bis 86, Br. 16, hcrausgcgcbcn von H. Ehrentreu, erschien in Przcmysl 1897. A n m. der Red. 2 M oses Sofer, 1763—1839, Begründer der Preßburger Icschiwa; sein Beiname nach seinem sechsbändigen halachischen Werk „Chatam Sofer" (1841—1861). (Red.) 2 Iecheskel Landau, 1713—1793, schleuderte gegen Moses Mendelssohn den Bann; sein Beiname nach seinem Hauptwerk Noda bi-Iehuda (Sammlung von Rechtsgutachten). (Red.) Nathan Adler, 1741—1800, Kabbalist und Glostator der Mischnah. (Red.) Jüdischer Arbeitsnachweis München, Herzog-Max-Straße 5/1 Tel. 92883 Wir bitten sich bei Bedarf unseres Arbeitsnachweises zu bedienen. Gut empfohlene und bewährte Kräfte stehen zur Verfügung. Wir führen nachstehend einige auf: I. Büro- und Verkaufskräfte: Nr. 29 Tüchtige Buchhalterin mit Praxis in Bankwesen und der Hotclbuchhaltung. Gute Zeugnisse sind vorhanden. Nr. 30 Gewandte jüngere Stenotypstin. Samstag frei. Nr. 31 Kontoristin, gewandt im Bcrechnungswcscn, mit guten Sprachkenntnissen. Nr. 32 Kraft für Büro, Verkauf und Lager. Textilbranchc bevorzugt. Samstag frei. Nr. 33 17jähriges junges Mädchen, gewandt iur Verkauf, speziell in der Kurzwarenbranche. H. Hausgehilfinnen: Nr. 54 Junges vorgebildctes Mädchen, das rituelle Küche versorgen kann und viel Verständnis für kleine Kinder hat. Nr. 35 Säuglings- und Kleinkinderschwester, die gut mit Kindern umgehen kann, mit Kenntnissen im Haushalt. III. Sonstige«: Nr. 36 Schneiderin, die auch Ausbessern von Wäsche überninrmt, zu billigsten Preisen in und außer dem Haus. 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