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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-02-01 · 3 (1.2.1932) · p. Seite 43

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
3 (1.2.1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 43 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 3 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 43 Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Archäologische Endeckungen im 20. Jahrhundert. Berlin (Verlag Heinrich Keller) 1931- 3. u. 4. Taus. In der Bücherflut eine ausnehmend gute und geglückte Erscheinung! Die Ergebnisse der gesamten Ausgrabungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts, auch des Auslands, in einer glänzenden Darstellung, mit 40 Bildern zu 4.50 NM. in vorzüglicher Ausstattung! Der behandelte Stoff knüpft an an die Namen Ur, Babylon, Assur, Boghazkoi, Tut- Anch-Ammon, Tell-El-Amarna, Leptis Magna, Samarra, Baalbeck, Turfan, Herkulaneum, Pompeji, Rethra, Arkona, Vincta. Jeder Name birgt eine Fülle historischer und geographischer Zusammenhänge, die durch die Bodcnfunde ganz neu belichtet werden. Mit den Königsgräbcrn in Ur, der Heimat des Erzvaters Abraham, beginnt der Text. Cs folgen die Ausgrabungen in Warka, dem alten Uruk, dem Erech der Bibel, und die großartige Erschließung, der babylonisch-assyrischen Kultur durch Koldewey und Andrä. Wie alle diese Grabungen die alt-orientalische Umwelt der Bibel erhellen, ist in diesen Blättern wiederholt erörtert worden. Das Interessanteste ist wohl die gegenseitige Ablösung der verschiedenen Kulturen, die sich in den Funden spiegeln. Von den Höhlenmalereien der Eiszeit bis in die Gegenwart wälzt sich ein unablässiger Strom von Volkstümern, Brauchtümern, Hciligtürnern, Sitten- und Gesetzessystemen ohne Anfang und ohne Ende vorüber; wir erleben die Zeitgebundenheit des angeblich Ewigen und die ewige Wiederkehr des scheinbar Zeitbedingten. Sarrc und Herzscld haben 1911—1913 Samarra ausgegraben; die drei Turfan-Etpeditionen von Grünwedel und Le Coq von 1904—1914 haben uns Reste der verschollenen manichäischen Literatur gebracht. In Berlin können wir an den im Völkerkundcnmuseum herrlich ausgcbrciteten Turfnn-Fundcn die uns bis vor kurzem völlig neuen Übergänge und Mischungen hellenistischer und ostasiatischer Kunstforinen bewundern. — Die frühesten Papyros-Urkunden in aramäischer Sprache in unserer hebräischen Quadratschrift sind die im Alten Berliner Museum gezeigten, bei jedem neuen Studium immer wieder verblüffenden Schriftstücke aus der jüdischen Militär- und Handelskolonic auf der Nilinscl Clefantine am Ersten Katarakt; die Forscher Honroth, Rubensohn und Zucker haben sie 1906—OS ausgegraben; Sachau hat sie 1911 wundervoll bei Hinrichs publiziert. Aber in unseren herkömmlichen Geschichtsbüchern wird einfach die fundamentale Wandlung unseres Geschichtsbildes infolge dieser Funde ignoriert. Diese ägyptischen Juden haben das babylonische Exil (596—538) nicht mitgcmacht, und ihre Urkunden verraten untrüglich, wie das Judentum ohne die Dazwischenkunft Esras aussah. Wer Sinn für die lebendigen gänzlich unkonventionellen Zeugen der jüdischen Geschichte hat, wie sie wirklich gewesen ist, dein gibt das Buch von Oppeln-Bronikowski sehr viel, hier nicht zu reden von den glanzvollen Neucntdcckungen aus dem klastischen 'Altertum, von den Grabungen aus der Römerzeit in Deutschland usw. Man wird schwerlich auf so knappen: Raun: so viel Anregung und Belehrung sinder: wie in diesen einzigartigen, durch und durch wertvollen Buch, das wir der eindringlichsten Ausrnerksamkcit der Leser dieser Blätter empfehlen. F. Schröder Paul: Kindliche Charaktere und ihre Abartigkeiten. Mit erläuternden Beispielen von Dr. med. Hans H e nz e. Breslau 1931, Ferdinand Hirt. Der Pädagoge, ebenso wie der Heilpädagoge, bedürfen als Grundlage ihres Tuns einer Charakterologie des Kindes. Die pathologsche Betrachtungsweise im engeren Sinne des Wortes kan das nicht geben. Andererseits findet der Menschenkenner einen besonders fruchtbaren Boden seiner Erfahrung gerade dein: Kinde und beim Jugendlicheil. Die Charaktcrgrundlage ist unter der „Lebensform" noch leichter zu erkennen. In der Charakterologie schließt sich Schröder an die bekannten 'Aufstellungen von Klages an und verwendet auch häufig seine Terminologie. Praktisch wirkt sich das darin aus, daß von den „Typen" viel weniger Gebrauch gemacht wird, als in den üblichen Charakterologien. Das Buch bemüht sich, Seiten und Richtungen des Seelischen klar darzustellen. Von solchen Seiten werden unterschieden: Verstand, Genrüt, Halt, Phantasie, Geltungsstreben, Antrieb, Gefühle, Stimmungen. Die Charakterzüge werden auch in ihrer Beziehung zur Gcsamtpersönlichkcit an besonders wertvollen, erläuternden Beobachtungen geschildert. Die Beobachtungen stammen von Heinze; sie geben „Monstra", d. h. solche Persönlichkeiten, bei denen die geschilderte Seite wirklich bestimmend war. Im Durchschnitt der Fälle trifft das keineswegs zu, und das ist auch eines der Haupteinwände gegen die Typcnbildung. Man kann zwar den Typus iim einen bestimmten Zug gruppieren, aber die Hervorhebung, die in der Namensgebung liegt, ist meist sachlich nicht gerechtfertigt. Das Buch des erfahrenen Psychiaters, der sich hier keineswegs nur als Psychiater gibt, wird seine Absicht, zu praktischem Handeln anzuregen, sicherlich erfüllen. Cliasberg, München. EJ. Familien-Schut) Gemeinnütziger Verein für Hinterbliebenenfürsorge der Mitglieder jüdischer Gemeinden e.V. A Hinferbliebenenversorgung D Familienversorgung D Kinderversorgung Feste Beiträge 1 bis 4 RM. monatlich Aufnahme bis 70 Jahre Doppelauszahlung bei Unfalltod Versicherungssummen je nach Alter bis RM. 2000.— Keine ärztliche Untersuchung Gewinnbeteiligung Ihre Leistung; Kleiner, leicht erschwinglicherBeitrag Ihr Erfolg: Schutz Ihrer Familie Anfragen und Materialbestellungen an F.S. im Hause des Phönix, Giselastraße 21, Fernsprecher Nr. 33811 Wäscherei Münchener Hausfrauenhilfe l Landwehrstr.57/59 -Telefon596858 München Sm O .22 5 CD GRUBER-KORSETTS bevorzugt Ein Versuch überzeugt. Erstklassige Massarbeit meine Spezialität Ersatzteile, Nirgends besser, aber viel preiswerter Hörn tflnnp Thierschstrasse 39/1. UIC&I C IMUljO (früher Adelgundenstraße 36) Generalvertreterin, Frau H. Mühlhauser, ist zwecks gewünschter Vorsprache erreichbar unter Fernruf 20454 billigst

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