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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1932-01-15 · 2 (15.1.1932) · p. Seite 24

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
8 (1932)
Issue
2 (15.1.1932)
Date
1932-01-15
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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24 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 ^.miiiiiiiiiiiiiMimiiiiiiiiiiiiiimiiiiii!imiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiimiimiiiiiiiiii!ii!iiiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiii!iiiiiiiiiii'^ | Verband der Wohltätigkeitsvereine J! Die gegenwärtige Krise lastet besonders schwer auf der | 1 jüdischen Bevölkerung, die in ihrer Existenz immer mehr | | eingeengt und gefährdet wird. Der Hilferuf, den die jj | Kultusgemeinde vor einiger Zeit an ihre Mitglieder g g richten mußte, fand verständnisvolle Aufnahme und offene J J Herzen. Es ist zu hoffen, daß mit den so gewonnenen g | Mitteln die schlimmste Not gemildert werden kann. Aber g | neben den außerordentlichen Aufgaben werden mit dem g D allgemeinen Niedergang der Wirtschaft die regelmäßigen g | Anforderungen an die allgemeine Wohlfahrtspflege immer U g dringender. Es wäre also eine Verkennung der Tatsachen, | | mit dem Beitrag zur jüdischen Winternothilfe die Verg! pflichtungen den verschiedenen Wohltätigkeitsvereinen ge- | | genüber als erfüllt zu betrachten. Große Opfer werden D g verlangt; gewiß muß jeder einzelne von uns im eigenen g g Kreise und im Stillen Hilfe leisten. Die gegenwärtige Not g V verlangt jedoch von jedem, daß er bis zur Grenze seiner g g Leistungsfähigkeit gehe. g § D i e Kassie rin unseres Verbandes, g | Frau Weil-Eckftein, wird wie in den g g Vorjahren b e i unseren Mitgliedern {{ | vorsprechen. W i r bitten durch Gewäh- V g rung möglichst hoher Beiträge den in g g unserem Verband zu sam mengeschlosseg | nen Wohltätigkeitsvereinen d i e Erg | füllung ihrer Aufgaben zu ermöglichen, ff | München, im Januar 1932. g | Der Ausschuß: g | Rabbiner Dr. Baerwald g | J.-R. L. Oppenheimer Frau L. Löffler g fiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiniiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiinmiiiiniiiniiiiiiniimiiiiiiiiiiiiil Aus dem Kelche Führertagung der Süddeutschen Iugendverbände Der Verband der jüdischen Jugendvcrcine Deutschlands hielt am 25., 26. und 27. Dezember in Stuttgart einen Führerschulungskursus ab, an dem etwa siebzig junge Menschen aus den Landesverbänden Baden, Württemberg und Bayern teilnahmen. Der Kursus suchte im wesentlichen die wirtschaftliche und innere Situation des deutschen Judentums zu zeigen, um so die besonderen Aufgaben der jüdischen Jugend zu erkennen. Der gesamte Kursus stand im Zeichen des Themas: „Die jüdische Jugend im Kampf um die Fragen der Zeit." Höhepunkte der Tagung waren die Referate von Curt F r i e d m a n n als Vertreter des Kollketivismus und Arthur A u f o ch s , Nürnberg, der im Sinne des Individualismus sprach. An beide Referate schlossen sich temperamentvolle Aussprachen an. Besondere Aufmerksamkeit wurde auch dem Problem „Soziale Hilfe" gewidmet. Das einleitende Referat über dieses Thema hielt der Vorsitzende des badischen Landesverbandes der jüdischen Jugendvereine, Bruno D a n z i g e r, Freiburg. Als Ergebnis der Aussprache kann folgende Zusammenfassung dienen: „Die soziale Hilfe unseres Verbandes muß sich infolge der geringen zur Verfügung stehenden Mittel im wesentlichen auf Berufsberatung, geldliche Unterstützung zur Fortbildung im Beruf und in den einzelnen Bünden auf den Versuch einer Linderung der Arbeitslosigkeit beschränken." — Die Frage der Junggruppenarbeit wurde in einem in seiner Sachlichkeit ganz vorzüglichen Referat von Friß K e ß l er, München, behandelt, besten Ergebnis in dem folgenden Leitsatz zusammcngefaßt wurde: „Auf Grund der Erkenntnis von der Rcformbedürftigkcit der heutigen jüdischen Gesellschaft nruß. der jüdische Pfadfinderbund im Verband der jüdischen Jugcndvcrcine seine Aufgabe darin sehen, junge Menschen zu erziehen, die als Produkt dieser Erziehung berufen sind, innerhalb des Verbandes, mit dem ihn die gleiche Idee der gcsamtjüdischen Haltung verbindet, auf die Einheitsfront der jüdischen Jugend hinzuarbeiten, die der Erhaltung des Verbandes und damit des deutschen Judentums dienen selb" — Bei der Erörterung unserer Situation erkannten die Teilnchiner des Kursus die Bedeutung gerade der wirtschaftlichen Fragen für das deutsche Judentmn und ihrer sachverständigen Behandlung in den Vereinen. Für die innere Wiederbelebung des Judentums in uns hält nran eine Beschäftigung mit der jüdischen Sittcnlehre für unerläßlich. Das Ergebnis des Kurses war schließlich bei aller Verschiedenheit der inncrjüdischen und religiösen Anschauungen ein klares Bekenntnis der jüdischen Jugend gegen den Nationalsozialismus, um als letztes Ziel eine Synthese zu finden zwischen einer erstrebenswerten Wirtschaftsordnung und den Forderungen der jüdischen Ethik. R e i n h o l d W. H e r z, S p c y c r. Aus dem Verbände Sitzung der Körperschaften des Verbandes Am Sonntag, dem 10. Januar 1932, traten Rat, Finanzausschuß und Ständiger Ausschuß der Tagung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden unter dem Vorsitz des Oberstlandesgerichtsrats Dr. Neumeyer (München) zu einer gemeinschaftlichen Sitzung zusammen, in der der Haushaltplan 1932 beraten und der Umlagensatz für das neue Geschäftsjahr wie bisher auf 3 Prozent der Reichs¬ und Landessteuern festgesetzt wurde. Gegenüber dem Etat 1931, der mit 612 161.88 RM. abschloß, wurden auf die Berichterstattung des Verbandsschatzmeisters, Kommerzienrat Rosenzweig (Nürnberg), hin für das Jahr 1932 Ausgaben und Einnahmen mit 427 733.35 RM. ausgeglichen. Hierbei wurde mit einer Mindereinnahme von etwa 50 000 RM. gegenüber den Ausgaben gerechnet, die durch Entnahme aus dem Landeswohlfahrtsfonds des Verbandes Deckung findet. Die Leistungen für Beamtenbesoldung wurden von 283 481.39 RM. auf 210 000 RM. herabgesetzt. Für die sozialen Und kulturellen Ausgaben, über die Justizrat Dr. Elias Straus (München) Bericht erstattete, wurden 97 900 RM. in Aussicht genommen, während im Jahre 1931 für diese Zwecke 156 562.72 RM. zur Verfügung gestellt worden waren. In feinen einleitenden Worten gab der Präsident dem lebhaften Bedauern des Verbandes Ausdruck, daß die Not der Zeit die Eingänge an Umlagen so gemindert habe, daß zahlreiche Anstalten und Einrichtungen, die bisher vom Verband Zuschüsse erhalten hatten, nicht mehr oder nur mit wesentlich geringeren Beträgen bedacht werden können. Den Verhandlungen über den Haushaltplan wohnte als Vertreter des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus der zuständige Referent, Ministerialrat Mezger an, der auch in den Verhandlungen das Wort ergriff. Entsprechend der dritten Verordnung des Gesamtministeriums des Freistaates Bayern über die Gehaltskürzung und die Ausgleichsabgabe vom 17. Dezember 1931 (Bayerischer Staatsanzeiger Nr. 295/1931) wurden die Bezüge der Beamten und Angestellten des Verbandes ab 1. Februar 1932 neuerlich gekürzt und die Gemeinden und Bezirke veranlaßt, in gleicher Weise zu verfahren. Die Zuschüsse des Verbandes werden diesen Kürzungen angepaßt. Die Kürzungen treten am 31. Januar 1934 wieder außer Kraft. Um die wirtschaftliche Lage des Verbandes zu erleichtern, wurden weiterhin eingreifende Änderungen hinsichtlich der Züschußleistungen an die Gemeinden und Rabbinatsbezirke vorgenommen. Die Sitzung war die letzte des gegenwärtigen Wahlabschnittes. Die Körperschaften des Verbandes werden im Frühjahr neu gewählt werden. Dr. Neumeyer. 1* f Kopfweh, Katarrh, Grippe, Rheuma, ■% W I W6lla Ischias, Hexenschuß, Zahnweh, überhaupt bei katarrhalischen und neuralgischen Erkrankungen ist und bleibt Germosan, — von dankbarsten Patienten verehrt und von erfahrenen Fachleuten bewundert, — das ideale Mittel. Der so viel bestaunte Erfolg mit der auffallend raschen und angenehmen Wirkung ohne jede Schädlichkeit erklärt sich ärztlicherseits nur durch die äußerst erprobfe und sorgfältig abgestimmte Zusammensetzung (Amidophenaz., Phenaz. _ sai., Chin., Co ff.). D er V ersuch überrascht! In Äpoth. erhältl. zu 1.15 M. p. Schachtel

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