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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-09-15 · 18 (15.9.1931) · p. Seite 282

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
18 (15.9.1931)
Article
Einweihungsfeier der neuen Synagoge in München
Date
1931-09-15
Page
Seite 282 (sequence 4)
Language
German
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282 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 18 gcr; die Ausführung des Eisenbetonbaus war der Firma Hochbau G. m. b. H. (Inhaber Regierungsbaumeister Josef Adler) übertragen. Cs wurden ferner geliefert: die Bauschreinerarbciten von der Firma Michael Nunner, die Bauschlosserarbeitcn von der Firma Alois Birner, der Dachstuhl von der Firma Leonhard Moll, die Bedachung von der Firma Münchener Bedachungs- und Blcchindustrie, die Glasdächer von der Firma Bayerischer Glasdachbau, Inhaber Fritz Kuby, die Fenstereinfassungen von der Münchener Kunststeinfabrik, der Marmor für die Nische mit dem Aron-ha-Kvdesch vom Zwiesel er Steingcschäft, die Fließenarbeiten von der Firma Julius Nassauer, die Asphaltierungen von der Firma Aufschlägcr's Nachfolger, die Stückarbeiten von der Firma Ludwig Leichmann, die Glasarbeiten von den Firmen Gcbr. Scligmann und Oskar Böhm, die Malerarbeiten von der Firma M. Haller, das Parkett von der Firma E. Holzapfel, die elektrischen Einrichtungen von der Firma Ing. Rosenberg, G. m. b. H., die Beleuchtungskörper von der Firma T. Sufrin, Wasser von der Firma Kleofaas und Knapp (Geschäftsführer Leo Sänger), die Heizung von der Firma Johannes Hag A.-G., die Kunsischlosscrarbeiten von der Firma Josef Wolf, die Kunstverglasungcn von der Firma Hofglasmalerei van Treeck, die Gesamtmöblierung von der Firma M. Ballin. Die Kosten blieben mit 160 000 RM. knapp unter dein Voranschlag von 163 000 RM. Der neue tempel in ßamburg Die Einweihung des neuen Tempels des Israelitischen Tempelverbandes in Hamburg, der vor mehr als 100 Jahren gegründeten Muttcrgemcinde des neuzeitlichen liberalen Judentums, wurde am Sonntag, dem 30. August, in eindrucksvoller Weise vorgenommcn. Das liberale Judentum Deutschlands erblickt in diesem feierlichen Akt, durch den eine der repräsentativsten liberalen Kultstätten ihrer Bestimmung übergeben wurde, ein Ereignis von überragender Bedeutung im jüdischliberalen Leben. An den Feierlichkeiten, die schon am Sonnabend, dem 29. August, mit einem Abschiedsgottesdienst im alten Tempel in der Poolstraße ihren Anfang nahmen, beteiligten sich hervorragende Führer des liberalen Judentums in Deutschland, Vertreter der Behörden und ein zahlreiches Publikum. Die jüdisch-liberale Zeitung, das Organ der Vereinigung für das liberale Judentum, hatte anläßlich der Einweihung des neuen Tempels eine Festnummer herausgcgeben. Bei dem am Sonnabend, dem 29. August, vormittags, im alten Tempel abgehaltenen Abschiedsgottesdienst hielt Rabbiner Dr. Bruno Italiener die Festrede. Alle Rabbiner, Kantoren und Vorsteher, die im alten Tempel gewirkt hatten, nahmen an dem Festgottesdienst teil. Zu der Einweihung des neuen Tempels in der Oberstraße, die am Sonntag, dem 30. August, vormittags, stattfand, hatten sich die Mitglieder der Hamburger Judengemeinde in Massen eingefunden. Neben führenden Persönlichkeiten des liberalen Judentums aus ganz Deutschland und dem Vorstände der Deutsch-Israelitischen Gemeinde waren Vertreter des Hamburger Senats und der Bürgermeister, sowie anderer Behörden und Delegationen zahlreicher jüdischer Verbände erschienen. Nachdem der Vorsitzende der Baukommiffion Rechtsanwalt Dr. Urias den Schöpfern des neuen Baues, den Architekten Felix Ascher und Robert Friedmann, den Dank ausgesprochen hatte, legte Architekt Ascher den Schlußstein, worauf Architekt Fricdmann die Schlüssel des Gotteshauses dem Vorstand übergab. Vorsteher Heinrich Levy würdigte in einer Ansprache die Bedeutung der Stunde. Nachdem Rabbiner Dr. Max Diencmann die ewige Lampe feierlich angezündet hatte, fand der Einzug der Thorarollen, umrahmt von Festgesängen, geleitet von Oberkantor Kornißer, statt. Die Weiherede hielt Rabbiner Dr. Italiener. Er führte aus, im neuen Tempel werde der Geist des liberalen Judentums gepflegt werden, das eine organische Fortentwicklung zwecks Erhaltung des Bestandes des Judentums erstrebt. Rabbiner Dr. Cäsar Seeligmann, Frankfurt am Main, sprach Gebet und Segen für die Gemeinde. Nachmittags fand in. den Gesellschaftsräumen, die neben der Haupt- und der Tagessynagoge, sowie einer Schule, in dem neuen Monumentalbau untergebracht sind, ein vom Frauenverband veranstalteter Tee, statt. Bei dieser Gelegenheit wurden vom Vorsitzenden der Deutsch- Israelitischen Gemeinde Alfred Levy, vom Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der Vereinigung für das liberale Judentum, Redakteur George Goetz und von Rabbiner Dr. Max Dienemann namens des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes und der Vereinigung liberaler Rabbiner Ansprachen gehalten. Begrüßungstelegramme waren vom Vorsitzenden des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes, Rabbiner Dr. Baeck, vom Präsidenten des Weltverbandes für das liberale Judentum Claude Montefiore, von Rabbiner I. Mattuck, London, von der Ehrensekretärin des Weltvcrbandcs für das liberale Judentum Hon. Lily Montag» und von Lehrer Wallach, Aachen, eingelaufen. Der in einem neuartigen Sakralbaustil errichtete Tempel ist in seiner schlichten, klaren Linienführung trotz Verwendung einfachsten Materials von monumentaler architektonischer Wirkung. Von der Vereinigung der eigentlichen Synagoge, der Schule und der Gesellschaftsräume im gleichen Gebäude versprechen sich die jüdisch-liberalen Kreise Hamburgs den Beginn eines intensiven Gemeindclebens, das bisher in Hamburg vermißt wurde. In der Ausgestaltung des neuen Tempels zu einem Kulturzentrum wird die Hauptbedeutung der neuen Schöpfung erblickt. Während der alte Tempel nur 700 Plätze enthielt, umfaßt der Haupttempel des neuen Gebäudes über 1200 Plätze. Cs ist bemerkenswert, daß trotz dieses großen Fassungsrauins und der künstlerisch vollendeten Ausstattung des Neubaus die Baukosten ohne Baugrund nicht ganz 550 000 Mark betragen haben. Die neue englische Negierung Sir Herbert Samuel Innenminister, Lord Reading Außenminister im neuen Kabinett Die Bildung des „Kabinetts der nationalen Zusammenarbeit" in England ist vollzogen; ihm gehören die führenden Männer der drei großen englischen Parteien, Arbeiterpartei, Konservative und Liberale, an. Zwei der wichtigsten Portefeuilles, die des Innern und des Äußern, sind von zwei Führern der Liberalen Partei, Marquis os Reading und Sir Herbert Samuel, besetzt, Männern, die ihrem englischen Heimatlande unermeßliche Dienste geleistet haben, sich aber treu zum Judentum bekennen und ihre Kräfte auch in den Dienst der allgemeinen jüdischen Sache, sowie der Sache des Jüdischen Nationalheims in Palästina im besonderen, gestellt haben. Dem neuen Kabinett gehören von den prominenten Führern der Arbeiterpartei MacDonald als Ministerpräsident, Snowden als Schatzkanzler, Thomas, der schon im ersten Kabinett MacDonald Kolonienminister war, als Minister für Dominien und Kolonien an, während der bisherige Kolonienminister Lord Paßfield, dessen Palästinapolitik nicht nur von Führern der Liberalen und der Konservativen, sondern auch der Arbeiterpartei oft scharfer Kritik unterzogen wurde, in das neue- Kabinett nicht mehr zurückkehrt. Marquis of Reading. Marquis of Reading (ursprünglich Rufus Daniel Jsaacs), der dein „Kabinett der nationalen Zusammenarbeit" als Außenminister angehört, ist einer der populärsten Staatsmänner des British Empire. 1860 als Sohn eines wenig bemittelten jüdischen Kaufmannes in London geboren, bettieb er Studien verschiedener Art in London, Brüssel und Hannover, wurde mit vierzehn Jahre Schiffsjunge und kam als Sce- FQrNachkuren.bel Herz-, Nerven-, Frauen leiden BiOX-SAUERSTOFF-BÄDER Es gibt nichts Besseres zur Beruhigung von Herz und Nerven, ebenso zur Erfrischung bei Mattigkeit u. Ueberanstrengung. Bad M 1.80 n Apoth. u.Drog. Max Elb A.-G.. Dresden 28

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