Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 13 (1.7.1931)
- Article
- Werke jüdischer Volkskunst in Bayern
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 196 (sequence 2)
- Language
- German
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196 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 13 fMnr iponTnrns^ffl] .o' X WV‘-p, y*jj- MtzASL- L-i F Abb. 2: Synagoge von Bechhofen. Wesiwandausschnitt. Die Stilart der östlichen Synagogenmalereien ist selbstverständlich nicht unbeeinflußt von dem allgemein herrschenden Barock. Das auf Abbildung 5 gegebene Beispiel zeigt, wie andere Malereien aus der Mohilewer Synagoge, das reiche Geranke, das den ganzen Grund überzieht und in das die heraldischen Tiere sich ebenso harmonisch einfügen, wie die Bandwerkdekoration und die Rollwerkkartusche. Stärker tritt ein aufs Bildhafte ausgehender Darstellungswille auf in einzelnen Szenen, die etwa die Stadt Worms als hochgetürmte Stadt zeigen, welche von einem Drachen gehütet wird (eine Erinnerung an die Nibelungensage?), oder ein Schiff oder allerlei Vogelwesen. Mit den in dieser Malerei verwendeten Formen ist unser Elieser Sußmann CchZ aufs engste vertraut. Seine Berufstätigkeit in den fränkischen Iudengemeinden war — wie eine Angabe der Urheberinschrift in Bechhofen vermuten läßt — die eines Vorbeters beim Gottesdienst. Daneben hatte er die Muse, mit bildnerischem Schmuck die Wände und das Tonnengewölbe der Synagoge von Bechhofen (Mfr.) zu überspinnen, dann die ehemaligen Beträume von Horb a. M., deren Teile heute das Vamberger Städtische Museum auf dem Michaelsberg — leider in ungünstiger Aufstellung beherbergt, von Unterlimpurg bei Schwäbisch Hall, die.im dortigen Städtischen Museum zu sehen ist, und von K i r ch h e i m anözumalen, die heute eine Zierde des Luitpoldmuseums in Würzburg bildet. Diese in der Literatur bereits gewürdigten Arbei- Mohilen? (vergl. Abb. 5) von einer technischen Geschicklichkeit und von ausgebildetem Geschmack, die auf eine längere Tradition schließen lasten. Aus diesem künstlerischen Bezirk ist auch der Schöpfer der fränkischen Synagogenmalereien hervorgegangen; darum scheint die Auflösung des Heimatortes als „Brody" den Vorzug zu verdienen vor der Entzifferung als „Brod". Elieser Sußmann C«Z, dessen LebenSumftände uns leider völlig unbekannt sind, scheint mit der Schar der vor den Verfolgungen nach deutschen Landen Geflüchteten gekommen zu sein und hat seine Kunstfertigkeit in Franken betätigt. 3 El. L. (— El. Lisiitzki), Über die Mohilewer Synagoge. Erinnerungen. Auffatz in hebräischer Sprache in Rimmon, Zeitschrift für Kunst und Literatur, 1923, Heft 3; in jiddischer Sprache in Milgroim, Zeitschrift für Kunst und Literatur, 1923, Heft 3. :• ';T .! Abb. 3: Ehemalige Synagoge Colrnberg." Onrämenkprobe^! - , y; •riirS« ij££, ’/fZS