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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-11-01 · 21 (1.11.1929) · p. Seite 354

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
21 (1.11.1929)
Article
Protokoll der Verhandlungen der siebenten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden in Aschaffenburg am 30. Juni und 1. Juli 1929
Date
1929-11-01
Page
Seite 354 (sequence 7)
Language
German
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354 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 21 -r Leo Stern i X München-Ostbahnhof 30 Jahre am Platze Kohlen Kohs Briketts Holz für Hausbrand, Gewerbe und Industrie Beste Kohlscheider und Rührer Änthrazite Fernsprecher 43333—36 vielen Fällen Einschränkungen und Ersparnisse erzielt werden können. Es ist überflüssig zu sagen, daß das ohne jede Härte und vor allem unter voller Berücksichtigung der religiösen Bedürfnisse geschehen wird. Ich habe Sparsamkeit empfohlen und habe Ihnen auch Wege gezeigt. Das Ergebnis unserer heutigen Tagung ist aber, daß die Ausgaben gewachsen sind und Abstriche überhaupt nicht vorgenommen wurden. Die Angst der konservativen Partei, daß irgendwelche jüdischen Interessen Not leiden, erübrigt sich vollständig. Aber es muß von allen Parteien anerkannt werden, daß gespart werden muß. Wir wissen genau, daß wir mit einem Rückgang der Umlagenleistungen in den nächsten Jahren zu rechnen haben. Da wir aber zum Teil größere Aufwendungen machen müsien, so müssen wir doch bei minder wichtigen Dingen einsparen. Es sind verschiedene neue Anträge gekommen von Justizrat Straus, von Dr. Feilchenfeld, von Dr. Landenberger. Herr Rechtsanwalt Feilchenfeld hat die RM. 10 000.— Mehreinnahmen aus dem Staatszuschuß sofort für sich in Anspruch genommen. Herr Justizrat Straus hat in großzügiger Weise einige Anregungen gegeben, wie sie zu verwenden wären. Zu dem Antrag Landenberger möchte ich sagen, daß es mir unmöglich erscheint, RM. 20 000.— hierfür zu bewilligen. Ich stehe persönlich auf dem Standpunkt, daß die ganze Siedlungsfrage nicht den Verlauf nehmen wird, der von manchen Anhängern erwartet wird. Ich bin bezüglich dieser Ausmaße von jüdischem Grundbesitz etwas skeptisch. Für die Landwirtschaft ist die jetzige Zeit eine der schlimmsten Zeiten. Ich bin nicht der Anschauung, daß der Verband praktische wirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen hat. Ich bitte also diese Frage zurückzustellen. Denn diese Angelegenheit ist noch nicht reif. Ich möchte aber dennoch glauben, daß der Antrag Landenberger ein Ziel hat und deshalb habe ich im Rat nicht widersprochen, wenn hierfür ein Betrag von RM. 8000.— eingesetzt werden soll und wenn die Finanzen des Verbandes es gestatten, weitere RM. 2000.—. Justizrat Dr. Straus: Wir kommen nunmehr zur Beschlußfassung über den Etat. Kommerzienrat Rosenzweig hat mir die Angelegenheit% übertragen. Ich bitte den Haushaltplan vorzunehmen. Bei den Einnahmen ist bei Position II der Betrag auf RM. 70 000.— zu erhöhen (Staatszuschuß). Zu Position III Leistung des Pfälzer Verbandes zu den Verwaltungskosten sowie zu den sozialen und kulturellen Aufgaben: Mit Rücksicht auf die von Kommerzienrat Joseph dargelegten Gründe ist es notwendig, daß dieser Betrag aus RM. 13 000.— gekürzt wird. Auf der Ausgabenseite ist ebenfalls Position III soziale und kulturelle Aufgaben usw. abzuändern. Es sind folgende Beträge gestern und heute bewilligt worden: RM. 1000.— für den Keren Hajesiod, RM. 2500.— für das Fürsorgeheim in Wolzig, RM. 3000.— hat der Rat für den Centralverein bewilligt, für Siedlungszwecke werden vom Rat RM. 8000.— gegenüber RM. 5000.— des Voranschlags vorgesehen, die auf RM. 10 000.— bei guten Umlageneingängen erhöht werden sollen. Es entsteht also zunächst eine Mehrausgabe von RM. 3000.—. RM. 1500.— werden notwendig für einen Sopher (Thoraschreiber). Es ist erforderlich, daß wir einen solchen Sopher in Bayern haben, der reparaturbedürftige Thorarollen wiederherstellt. Position III der Ausgaben erhöht sich also um RM. 11000.—, so daß RM. 267 000.— statt wie - bisher RM. 256 000.— eingesetzt werden müssen. Position Xa Anteil des Pfälzer Verbandes am Staatszuschuß erhöht sich von RM. 12 000.— auf RM. 14 000.—, so daß die Summe der Position X nunmehr RM. 21000.— ist. Nach diesen Änderungen ist es notwendig, auf der Einnahmenseite einen Posten VI, Entnahme aus dem Betriebsfonds in Höhe von RM. 9000.—, einzusetzen. Wie schließen dann auf beiden Seiten mit einem Betrag von RM. 724 610.11 ab. Wir haben keine andere Einnahmequelle, deshalb müssen wir Mittel aus dem Betriebsfonds in Anspruch nehmen. Es liegen noch weitere Anträge vor. Über die Frage der rituellen Speisehäuser und Studentenküchen hat sich der Rat bereits schlüssig gemacht, daß insgesamt hierfür RM. 2000.— eingesetzt werden sollen. Er schlägt also hier keine Erhöhung vor. Ebenso ist es mit der Subvention an die Lohrer Anstalt. Der Rat ist der Ansicht gewesen, daß der eingesetzte Betrag genügt. Bezüglich der Mittelstandshilfe hat Kommerzienrat Rosenzweig schon ausgeführt, daß der Antrag Feilchenfeld vom Rat abgelehnt wurde. Ich möchte mich dem anschließen aber mit der Begründung, daß wir die Mittel nicht aufbringen können. Es wäre zugleich über alle Anträge nach der finanziellen Seite hin Beschluß gefaßt, wenn Sie den Etat in der eben vorgetragenen Form annehmen. Über den Antrag bezüglich des Beitrags für Siedlungszwecke müßte vorher gesondert Beschluß gefaßt werden. Wir haben also jetzt hierfür RM. 8000.— eingesetzt, welchen Betrag wir auf RM. 10 000.— erhöhen, wenn die Umlageneingänge es gestatten. Rechtsanwalt Jung: Bezüglich der Siedlungsftage möchte ich sagen, daß ich mich mit dem Vorschlag der Finanzreferenten bescheide und meinen Antrag aus Gewährung von RM. 12 000.— zurückziehe. Ich akzeptiere RM. 8000.— und, wenn möglich, Erhöhung auf RM. 10 000.—. Sie haben meine gestrigen Darlegungen bezüglich der Sparsamkeit falsch aufgefaßt, wenn Sie uns unterschieben, daß es uns an dem nötigen Idealismus fehlt. Wir haben an den Aufgaben des Verbandes, der uns ebenso wie Ihnen ans Herz gewachsen ist, dasselbe Interesse. Rabbiner Dr. Wohlgemuth läßt über den Antrag Landenberger auf Gewährung von RM. 20 000.— für Siedlungszwecke abstimmen. Der Antrag wird abgelehnt. Es wird nunmehr über den Etat im ganzen nach den Abänderungsvorschlägen von Justizrat Dr. Straus abgestimmt. Der Etat wird angenommen. haimann seit 1X45 Haimann Um Sdjillerbenkmal Das haus der guten beiden hahnarm feit 1845

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