Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 19 (1.10.1929)
- Article
- Protokoll der Verhandlungen der siebenten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden in Aschaffenburg am 30. Juni und 1. Juli 1929
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 317 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2727810-2727875-2727894-2736398--05188-2736443- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 19 Bayerische Israelitische Gemeindezertung 317 Rechtsanwalt Jung bringt als Nachtrag zu dem Antrag der Volkspartei folgenden Antrag: „1. Die Mittel des Verbandes dürfen erst ausgegeben werden, wenn ein Erweiterungsprojekt und dessen Finanzierung-einer vom Verband zu wählenden Kommission zur Genehmigung vorgelegt ist und die eigenen Mittel des Seminars aufgebraucht sind. 2: Die gleiche Kommission hat das Recht, die Verwendung der bewilligten Gelder zu überwachen, gez. Jung. gez. Rosenthal." Die Sitzung wird hieraus aus fünf Minuten unterbrochen. Nach Wiedereröffnung der Sitzung wird der Antrag der Volkspartei mit dem Zusatzantrag der liberalen Partei zur Abstimmung gebracht und einstimmig angenommen. Oberland esgerichtsrat Dr. Neumeyer: Ich möchte anregen, die Kommission sofort zu bilden. Ich würde vorschlagen, etwa sechs Mitglieder zu wählen, natürlich würden die Leiter der Lehrerbildungsanstalt als Sachverständige beigezogen werden. Ich möchte vorschlagen, daß jede Fraktion aus der Tagung einen Herrn bestimmt und daß von Seiten des Rats unser Schatzmeister, Rabbiner Dr. Freudenthal und Justizrat Dr, Hommel der Kommission angehören. Das ist meine unmaßgebliche Anregung. Rabbiner Dr. Wohlgemuth: Es sind folgende Herren für die Kommission vorgeschlagen: Justizrat Dr. Rosenthal, Engel, Justizrat Dr. Fränkel, Kommerzienrat Rosenzweig, Rabbiner Dr. Freudenthal, Justizrat Dr. Hommel. Gegen die Wahl der vorgeschlagenen Herren erhebt sich kein Widerspruch. Es erfolgt nunmehr im Rat die Abstimmung über den Antrag der Volkspartei mit dem Zusatzantrag der liberalen Partei. Auch hier erfolgt einstimmige Annahme. Rabbiner Dr. Wohlgemuth: Wir treten nun in die Fortsetzung der Aussprache über den Etat ein. Es liegen folgende Anträge der Verbandsleitung an den Rat vor: „1. Wenn eine Beamtenstelle in einer Zuschußgemeinde sich erledigt, so hat, ehe die Genehmigung zur Ausschreibung der Stelle erteilt wird, das Präsidium des Rats im Einvernehmen mit dem Schatzmeister die Frage zu prüfen, ob die Stelle als selbständige aufrechtzuerhalten ist, oder ob die Dienstaufgaben durch die Beamten einer benachbarten Gemeinde, durch Zusammenschluß mehrerer Gemeinden, durch Bezirksbeamte oder auf andere Weise erfüllt werden können. Der Beschlußfassung hat die Einvernahme der beteiligten Gemeinden, des zuständigen Bezirksrabbiners und Bezirksausschusses vorauszugehen. 2. Der Finanzausschuß bestellt einen Unterausschuß oder einzelne Vertrauensleute mit der Aufgabe, die Zuschußgemeinden zu besuchen und ihre Leistungsfähigkeit festzustellen. Dem Präsidium des Verbandes ist von den beabsichtigten Besuchen rechtzeitig Kenntnis zu geben. Das Ergebnis der Feststellungen ist dem Präsidium durch den Vorsitzenden des Finanzausschusses unverzüglich mitzuteilen. Die Berichte sollen nicht später als 6 Wochen vor Ablauf des Rechnungsjahres bei der Geschäftsstelle des Verbandes einlausen. Bei den Beratungen des Finanzausschusses über die Zuschußleistungen des Verbandes ist das Ergebnis der Feststellungen bekanntzugeben." Rabbiner D r. Stein: Sie werden das Gefühl und die Meinung haben, daß die gestrigen Etatredner uns viel Schönes und Erhabenes gesagt haben. Trotzdem muß ich sagen, daß ich nicht mit allem ganz einverstanden bin. Das scheint daher zu kommen, daß auf der einen Seite des Hauses alle Gesichtspunkte in Vergessenheit geraten sind, die für die Gründung unseres Verbandes als wesentlich erachtet wurden. Als der Verband seinerzeit gegründet wurde, waren wir alle von seiner praktischen Notwendigkeit überzeugt. Wir waren aber noch in viel höherem Maße davon überzeugt, daß er die ideelle Forderung der Stunde gewesen ist. Es ist das Gefühl der Verantwortlichkeit für die Gesamtheit hier zum Ausdruck gekommen. Auf Seiten meiner Gesinnungsgenossen war die Neigung zur Verbandsgründung nicht übermäßig groß. Aber das Interesse für die Gesamtheit und für die Verbundenheit hat uns über alle Bedenken hinweggehoben. Die Begründer des Verbandes mußten sich aber unbedingt im klaren darüber sein, daß die Wirkungen eines solchen Verbandes in erster Linie der jüdischen Bevölkerung aus dem Lande zugute kommen werden, daß also die Vorteile in erster Linie der konservativen Richtung zufallen. Das sind die Gesichtspunktte, die wir uns immer wieder in die Erinnerung zurückrufen sollen, wenn wir nicht allmählich eine Stim- DAS FÜHRENDE HAUS FÜR EXQUISITESTE HERRENBEKLEIDUNG LOTZsLEIIS MÜNCHEN PERUSASTR. MÜNCHEN HOTEL EUROPÄISCHER HOF BES. OTTO LÜCKERT Das vornehme Hotel direkt gegenüber dem Hauptbahnhof Südeingang Unter der derselben Leitung HOTEL DEUTSCHER HOF OTTO LÜCKERT S Minuten vom Bahnhof am Karlstor gelegen KaffeeaRestaurant * WeinaRestaurant * Pfälzer Winzerstube Täglich nachmittags und abends Konzert illiilllllllllllllillllliliiilllllli Haimann AM SCHILLERDENKMAI, Das Haus der ^uteriSeiQWl