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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-10-01 · 19 (1.10.1929) · p. Seite 318

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
19 (1.10.1929)
Article
Protokoll der Verhandlungen der siebenten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden in Aschaffenburg am 30. Juni und 1. Juli 1929
Date
1929-10-01
Page
Seite 318 (sequence 7)
Language
German
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318 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 19 Reisebüro Erledigung aller Reiseangelegenheiten. Eisenbahnfahrkarten, SchiSskarten, Flugkarten usw. nach allen Weltteilen Versicheriingsbüro Versicherungen jeder Art zu vorteilhaften Prämien und Bedingungen bei ersten Gesellschaften des In- und Auslandes Fernsprecher 101 und 1201 UlllC3Uff & Gl*IIVllVtf A(jgSblll*£| C 9/10 Drahtanschrift! Nordlloyd mung erzeugen wollen, die bei dem konservativen Teil unserer Abgeordneten tatsächlich eine Beklemmung Hervorrust. Ferner möchte ich Ihnen eines sagen, was in der Stunde der Verbandsgründung scharf unterstrichen wurde und heute nicht weniger Geltung hat, daß die Träger des Verbandes nicht etwa die Gemeinden oder die Grohgemeinden sind, sondern die einzelnen Juden Bayerns. Jeder hat einen prozentualen Anteil an den Lasten des Verbandes zu tragen, um die jüdischen Interessen zu wahren und die jüdische Gesamcheit in Bayern zu erhalten. Wenn wir uns diesen Gesichtspunkt in die Erinnerung zurückrufen, dann muß uns die Rede unseres sehr verehrten Herrn Dr. Jung von gestern Abend etwas eigenartig vorgekommen sein. Da hat man nur immer wieder von Sparen und dem Prinzip der Abstreichungen gehört, und daß man ja darauf bedacht sein soll, dem Verband seine Mittel zu erhalten. Wir sind alle auch für Sparsamkeit; denn ich könnte mir sonst nicht denken, wie der -Verband alle seine Aufgaben lösen könnte. Wen aber die Sparsamkeit soweit getrieben wird, daß man eine wichtige Aufgabe nicht erfüllt, so ist dies ein großer Fehler. Es wäre ein großer Fehler, wenn man aus Sparsamkeitsgründen sich den Ansprüchen der Lehrerbildung verschließen würde. Denn dies ist ein Erfordernis der Gesamtheit. Durch den Beschluß von heute Morgen ist der Vorwurf beseitigt. Ich will darüber nicht weiter sprechen. Es ist auch her Grundsatz des Sparens geltend gemacht worden gegenüber den geistigen Bestrebungen des Verbandes. Es war die Rede davon, daß die Zeitschrift zuviel Mittel erfordere. Es ist sehr bedenklich bei den praktischen Erfordernissen, die erfüllt werden müssen, um die jüdische Gemeinschaft aufrechtzuerhalten, zu sparen. Die ideellen Bestrebungen sind aber nicht weniger wichtig. Wenn wir nur für praktische Dinge sorgen müßten, würden wir auch nicht ganz befriedigt sein. Wir müssen über die Erfordernisse des Tages hinaus wissenschaftliche Bestrebungen und vor allem karitative Einrich- .tungen fördern. Es liegt auch etwas Widerspruchsvolles in den 'Ausführungen von Rechtsanwalt Jung. Er bringt einmal die Klage vor, daß eine straffere Verbundenheit der Tagung mit allen Vorkommnissen sich ergeben mühte. Das hätte zur Voraussetzung, daß wir möglichst oft zusammenkommen. Dennoch hat er im Namen seiner Freunde erklärt, daß er sich dafür einsetzen wolle, daß die Tagung nur Me zwei Jahre stattfindet. Das würde ich nicht für richtig halten. Im Gegenteil, wir sollten in einfachster Form öfter zusammenkommen, ohne viel Aufwand an Zeit und Kraft und ohne Inanspruchnahme der Gemeinden. Ich möchte aus den gestrigen Reden mit dem übermäßig betonten Prinzip der Sparsamkeit noch jeines herausgreisen. Es ist von der Zusammenlegung mehrerer Gemeinden und der Tätigkeit eines einzigen Beamten für diese gesprochen worden. Sie dürfen nicht vergessen, daß die Verhältnisse bei uns anders liegen, wie in der christlichen Gemeinschaft. Bei. uns ist der Lehrer auch der Leiter des Gottesdienstes und er versieht auch in den meisten Fällen das Schächtamt. Es müßten außerordentlich günstige Umstände vorhanden sein, wenn nicht durch die Versorgung mehrerer Gemeinden durch einen einzigen Beamten das religiöse Leben in den einzelnen Gemeinden großen Schaden Heiden würde. Ich möchte deshalb bitten, es sollte die Zusammenlegung von Gemeinden nicht nach der Schablone geschehen, sondern erst nach genauer Prüfung der tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere hinsichtlich des Gottesdienstes. Denn hat eine Gemeinde keinen Gottesdienst mehr, dann ist es mit dem Judentum schlecht bestellt. Ich bitte Sie, wenn Sie die vorhin verlesenen Anträge des Rats an die Tagung zum Beschluß erheben, eine Klausel zu machen, daß unter Men Umständen daraus geachtet werden muß, daß das religiöse Leben der Gemeinden nicht zusammenbricht, weil kein Leiter des öffentlichen Gottesdienstes vorhanden ist, wenn eine Person für drei oder vier Gemeinden bestellt wird. (Fortsetzung folgt in der nächsten Nummer der Zeitung) Bus dem Verbände Ansbach. Am 15. September d. Jhrs. war es Herrn David Wallersteiner vergönnt, in bester Gesundheit seinen 79. Geburtstag gemeinschaftlich mit seiner Zwillingsschwester, Frau Haßgall in Geilingen zu begehen. Herr Wallersteiner war vor seiner vor 10 Jahren erfolgten Pensionierung lange Jahre Kultusbeamter in unserer Gemeinde und versah in vorbildlicher Weise seinen verantwortungsvollen Dienst als Schachet und Hilfsvorbeter. Auch heute noch hilft Herr Wallersteiner stets hilfsbereit aus, wenn es nötig ist. Die vielen Geschenke und Glückwunschschreiben legten beredtes Zeugnis davon ab, welcher Anhänglichkeit sich Herr Wallersteiner in der hiesigen Gemeinde erfteut und wie zugetan ihm die Mitglieder derselben sind. Hoffentlich kann sich Herr Wallersteiner auch weiterhin der besten Gesundheit erfreuen, damit wir in fünf Jahren dessen 80. Geburtstages in würdiger Weise gedenken können. Zweibrücken. Ein allgemein bekannter Kultusbeamter, Lehrer und Kantor Mex B a che n h e i m e r, tritt nach jahrzehntelanger Berufsarbeit am 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand. In diesen Tagen sind gerade 40 Jahre verflossen, seitdem er im September 1889 seine Wirksamkeit in Zweibrücken begann. Bereits vorher hatte er sechs Jahre Dienst als Volksschullehrer getan. In Zweibrücken, seiner zweiten Heimat, war der nun aus dem Amt Scheidende während der ganzen Zeit als israelitischer Religionslehrer an den Volksschulen tätig, ferner über 30 Jahre an der Oberrealschule, 16 Jahre am humanistischen Gymnasium. Daneben versah er den Kantordienst in seiner Kultusgemeinde, den er unter dem inzwischen gestorbenen Bezirksrabbiner Dr. Mayer begann. Für seine Verdienste im Seelsorgerdienst während der Kriegsjahre erhielt er das König-Ludwig-Kreuz. Auf schwierigem Posten hat er ein Lebenswerk geschaffen, das ihm reiche Anerkennung einbrachte. Möge ihm noch ein langer, glücklicher Ruhestand beschieden sein. Jchenhausen. Nach dreimonatiger Unterbrechung, während welcher in unserer Synagoge die Dampfheizung erstellt worden war, konnte vergangenen Freitag Abend unser Gotteshaus wieder bezogen werden. Dieser erste Gottesdienst gestaltete sich zu einer erhebenden Feier, die wohl all unseren Gemeindemitgliedern in immer freudiger Erinnerung bleiben wird. In emsiger, dankenswerter Arbei hatte der jüdische Jugendoerein das Gotteshaus mit dem frischen Grün der Girlanden und Bäume geziert. Punkt sechs Uhr öffnete sich das Mitteltor der dichtbesetzten Haupthalle, und in langsamen Zuge wurden die mit ihrem altehrwürdigen Silberschmuck versehenen. 24 Thorarollen hereingetragen, während der Synagogenchor unter der bewährten Leitung seines Dirigenten, des Herrn N. Reichenberger, das herrliche „Ma-tauwu von Lewandowski" sang. Unter den Klängen des von Knaben und Jünglingen vorgetragenen gemischten Chores „Hallelujah von Lewandowski", welchen' Herr Reichenberger einstudiert hatte und leitete, wurden die Seforim eingehoben. Herr Rabbiner Dr. Neuwirth entzündete das Neer tomid und bestieg dann (nach dem Minchagebet) die Kanzel, um in weihevoller Rede den feierlichen Augenblick zu würdigen. Er gedachte der großen Spende des Herrn Max Koschland aus San Franziska und wies auf die Gedenktafel ffiiniiiirii Fürstenstr. 2, nächst Odeon Fernsprecher Nr 27313 Die SOItderklaSSe (Park -1 Hotei b^töiz) MüitcheiierGastsftätten Dicker-Burian singt und spielt Aparte Gesellschaftsräume für Familienfestlichkeiten Ab 15. September Bridge Cercle

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