Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 19 (1.10.1929)
- Article
- Protokoll der Verhandlungen der siebenten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden in Aschaffenburg am 30. Juni und 1. Juli 1929
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 315 (sequence 4)
- Language
- German
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Nr. 19 Bayerische Israelitische Gemein-ezeitung 315 verneinenden Standpunkt zur Schul- und Lehrerfrage stellt. Wenn er diese Frage nicht für wichtig erachtet, dann hat er seine Bedeutung verloren. Ich bin von meinem Standpunkt aus gar kein Freund von partikularistischen jüdischen Fragen. Es tut mir weh, wenn von einem „bayerischen Judentum" gesprochen wird. Das Judentum ist etwas Umfassendes, die Bezeichnung „bayerisch" paßt nicht dazu. Aber in diesem Punkte bin ich partikularistisch. Denn die Schule in Würzburg hat schon so Vorzügliches geleistet und sie hat die Aufgabe für das ganze Deutsche Reich und weit darüber hinaus die jüdischen Lehrer heranzubilden, schon bisher glänzend gelöst. Es gibt nichts, was der Wichtigkeit dieser Aufgabe gleichkommt. Wir waren leider genötigt, von dem Antrag Stoll etwas abzustreichen und doch glaube ich, daß wir das bewilligen können, was wir vorgeschlagen haben. Lassen Sie mich mit einer talmudischen Stelle schließen: ... „Weh dem Geschlecht, das die Not der jüdischen Schule nicht kennen will." I u st i z r a t D r. Hammel: Es ist gestern und heute schon viel von den mißlichen Verhältnissen gesprochen worden, die sich in einer pfälzischen Gemeinde bei der Suche nach einem Lehrer herausgestellt haben. Ich kann mir aber nicht recht den Zusammenhang zwischen dieser Angelegenheit und der zur Debatte stehenden Frage eines Ausbaus der Lehrerbildungsanstalt denken; auch Herr Hauptlehrer Rosenfeld hat diesen Zusammenhang vermißt. Selbst wenn es richtig wäre, daß aus der Anstalt keine liberalen Lehrer hervorgehen und wenn Sie das bedauerlich finden sollten, so würde dies nichts daran ändern, daß wir in Bayern eben nur eine Lehrerbildungsanstalt haben, die erhalten und in ihrem Bestand gesichert werden muß. Wir haben im Laufe des letzten Jahres mehrfach mit Vertretern anderer deutscher Landesverbände sowohl in der süddeutschen Arbeitsgemeinschaft als auch in der Reichsarbeitsgemeinschast über die Fortexistenz und Unterstützung der Lehrerbildungsanstalten beraten; die Vertreter des bayerischen Verbandes haben sich mit größtem Nachdruck einhellig dafür eingesetzt, daß eine Lehrerbildungsanstalt von der Bedeutung der Würzburger Anstalt unter allen Umständen erhalten werden muß und hatten die Genugtuung, daß alle Landesverbände und schließlich auch Preußen für die Unterstützung der Würzburger Anstalt eingetreten sind; um so weniger dürfen bei uns Zweifel darüber bestehen, daß die Lebensnotwendigkeiten der Würzburger Anstalt gesichert werden müssen. Die Kreise, aus welchen das Schülermaterial der Würzburger Anstalt hauptsächlich kommt, würden für den Lehrerberuf Kandidaten überhaupt nicht stellen, wenn die jungen Leute nur in einer norddeutschen Großstadt, Köln oder Berlin ausgebildet werden könnten. Ist aber Würzburg notwendig, dann muß uns genügen, daß die Leitung der Lehrerbildungsanstalt versichert, daß sie mit den jetzt vorhandenen Räumen unmöglich auskommen kann, und daß die Kommission nach eingehender Prüfung zu dem gleichen Urteil gekommen ist. Die Leitung der Anstalt und die Mitglieder der Kommission verdienen unser volles Vertrauen. Ich möchte also bitten, das dringende Bedürfnis des Ausbaus der Lehrerbildungsanstalt anzuerkennen. Iustizrat Sr. Rofenthal: Es ist gesagt worden, die Kommission sei einheitlich für diesen Antrag gewesen. Das ist nicht richtig. Eine Abstimmung hat nicht stattgefunden. Es ist richtig, daß die jetzigen Zustände unhaltbar geworden sind, aber deshalb, weil mehr Schüler in die Anstalt ausgenommen worden sind als untergebracht werden können. Es ist doch nicht so, daß wir die Lehrerbildungsanstalt ablehnen würden. Es sind voriges Jahr RM. 35 000.— Zuschuß gewährt worden. Da kann man doch nicht sagen, daß wir die Lehrerbildungsanstalt nicht fördern wollen. Es handelt sich nicht darum, ob eine Anstalt erhalten werden soll, die Frage ist, ob der Neubau notwendig ist oder ob das jetzige Gebäude ausreicht für die nächsten Jahre. Ich möchte Ihnen deshalb folgende Fragen vorlegen: 1. Ist es eine bayerische. Anstalt oder ist es eine in Bayern gelegene Reichsanstalt? Das zweite ist richtig. Es ist eine Reichsanstalt, die in Bayern liegt. Das hat Oberlehrer Stoll in seinen Ausführungen selbst gesagt. Es liegt infolgedessen nicht an Bayern, die Anstalt zu erhalten, sondern es ist Aufgabe des Reichsverbandes, der in wenigen Jahren doch Zustandekommen wird. Die zweite Frage ist nun, soll der bayerische Verband die Mittel aufbringen, und die Lehrer gehen dann nach den auherbayerischen Staaten. Diese Frage wird immer verneint das Lokal_ jedes Einheimischen_ und Fremden_ NEUER PÄCHTER? HANS FORST Sonderpreise mr Wolldecken Steppdecken Daunendecken G£Gß.7851*D/ENERSm.22*G£Gm&mSmiä& G£Gß.7851*D/ENERSm.22*G£Gm&mSmiä& Deutsche Neuwascheret Felix Broudner G. m. b. fl. München, Tbierschstr. 21 Tel. 23 7 OS Annahmestelle auch Jägerstr. 16 Spezial-Dampfwaschanstalt, nur Herren-Stärkwäsche Augsburg A 432, Vorderer Lech dkefzmoden Wenn Sie an einen guten und preiswerten Pelz denken, dann denken Sie an S Orfjans/zy X tckSofin TIeufranseirstr. 29 Der 1 37