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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-08-01 · 15 (1.8.1929) · p. Seite 248

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
15 (1.8.1929)
Article
Protokoll der Verhandlungen der siebenten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden in Aschaffenburg am 30. Juni und 1. Juli 1929
Date
1929-08-01
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 15 ich auch nicht ein. Wir werden also über diese Fragen uns besonders verständigen müssen, welche einmaligen Ausgaben genehmigt werden können. Ich komme nun zu den lausenden Ausgaben. Für das L-andesheim Würzburg sind statt wie bisher 18 000 RM. 25 000 RM. eingesetzt. Um Ihnen ein Bild zu geben, was das Landesheim leistet, möchte ich mitteilen, daß wir 36 Pfleglinge in das Heim ausgenommen haben. Es ist selbstverständlich, daß bei diesen Leuten die Sterblichkeitsziffer besonders hoch ist. Von diesen 36 Pfleglingen sind 15 mit Tod abgegangen, so daß noch 21 Pfleglinge vorhanden sind. Das Heim gestattet nur die Aufnahme von 16 Pfleglingen, die weiteren fünf sind deshalb in der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhausstiftung Würzbürg untergebracht. Wir haben aber noch eine große Zahl von Meldungen. Wir haben solche Sieche, wenn wir sie nicht selbst unterbringen konnten, privat untergebracht oder unterstützt zu Lasten des Kontos Siechenheim. Wir konnten diese Leute doch nicht zugrundegehen lassen, weil wir sie in unserem Heim nicht aufnehmen können. Es sind neun Personen auf diese Weise unterstützt worden. Wir haben bei den sämtlichen Gemeinden im Lande eine Umfrage erlassen, ob dort Alte und Sieche sich befinden, die in dem Heim untergebracht werden sollten. Wir haben an 197 Gemeinden hinausgeschrieben und von 61 Antwort erhalten. Ob die anderen nichts anzugeben hatten, ist uns nicht bekannt. Angegeben wurden uns einige 60 Anwärter für ein Siechen- und Altersheim. Es besteht zweifellos im Lande ein Bedürfnis nach Schaffung eines Altersheims. Wenn wir in die Lage versetzt werden, ein Siechenheim so auszubauen, daß ein Altersheim ihm angeschlossen werden kann, so wird dieses sicher nicht leer stehen. Ein weiterer Punkt ist der Ausbau der Lehrerbildungsanstalt. Hier wird Oberlehrer Stall berichten. Finanziell zeigt sich nichts in unserem Etat. Es werden nicht höhere Anforderungen gestellt werden dürfen, als durch den Landeswohlfahrtsfonds befriedigt werden können. Es scheint nun fraglich, ob beide, Landesheim und Lehrerbildungsanstalt in voller Höhe berücksichtigt werden können. Vielleicht können die Gesuche nur zum Teil genehmigt werden, denn unsere Mittel sind beschränkt. Wir haben einige Positionen in unserem Etat 1929 gegenüber den Ausgaben des Jahres 1928 verändert. Geringer ist der Betrag für offene Fürsorge geworden. Es sind hier nur 4000 RM. eingesetzt. Das ist nicht darauf zurückzuführen, daß die Tätigkeit des Verbandes für offene Fürsorge geringer wird, es waren fast ausschließlich Leistungen für Leute in kleineren Gemeinden, wo die Gemeinden nicht selbst eintreten konnten und dies auch in Zukunft nicht können. Im allgemeinen sind Unterstützungen gewährt worden, oder die Unterbringung in Heimen wurde veranlaßt. Wir denken aber, wenn wir die Zinsen des Landeswohlfahrtsfonds für offene Fürsorge verwenden können, so werden wir mit den eingesetzten 4000 RM. auskommen. Wenn aber die Gelder des Landeswohlfahrtsfonds verbraucht werden und die Zinsen erheblich geringer sein werden, so müßten wir mit Nachtragsforderungen an den Verband herantreten. Erhöht ist auf Grund allgemeinen Beschlusses des Rats der Posten für Stipendien von 9000 RM. auf 12 000 RM. Wir kommen mit den Stipendienbeträgen nicht aus, es kommen dauernd Gesuche von Stipendiaten aus dem Lehrerberuf, den Rabbinerseminaren, aus Universitäten und von anderen Berufen. Rabbiner Dr. Baerwald, der Vorsitzende des Stipendienausschusies, weiß, daß in vielen Fällen die Gesuche nicht abschlägig verbeschieden werden können. Für die körperliche Ertüchtigung der Jugend und für Jugendvereine ist die Position von 4500 RM. auf 6000 RM. erhöht worden. Wir sind uns klar, daß die Zunahme der unfreundlichen Haltung gegen die Juden der Jugend das Fortkommen erschwert. Hier kann eventuell mit einer Unterstützung geholfen werden. Wir müssen einen jungen Menschen unterstützen, der für uns wertvoll ist als Glied unserer künftigen Gemeinschaft. Die Jugendvereine bedeuten eine innere Stärkung des Verbandsgedankens. Daß diese Ideale von der Jugend gepflegt werden und in der Zukunft Früchte tragen, das müssen wir fördern. Deshalb haben wir den Betrag auf 6000 RM. erhöht. Wir werden hiermit Organisationen der verschiedensten Richtungen unterstützen, soweit sie nur positiv jüdisch sind. Und auch die körperliche Ertüchtigung der Juden ist dringend notwendig. Es ist vorhin erwähnt worden, daß eine Etatüberschreitung bezüglich des Falascha-Zöglings vorgenommen worden ist. Der Junge ist zur Zeit in Fürth in der Realschule. Ich habe vor einigen Tagen einen erfreulichen und sehr interessanten Bericht von dem Lehrer bekommen, der mir schreibt, daß der Junge gute Fortschritte macht. Der Junge soll seiner Ge- Cai6 Luitpold — Palmengarten Tabarin Luitpold neue Leitung: Hans Keckeisen Erstklassige Küche u. Wirtschaftsführung jeder Art zu mäßigen Preisen Täglich nachm, und abends Konzert, Sonn- und Feiertags nachmittags 4-Uhr-Tee TabariO täglich Künstlerprogramm mit Tanz Telephon 900 65, 92 7 99 Wäscherei der Münchener Hausfrau Landwehrstraße 57/59 Rgb. Telephon 596858 Zweigstellen: 1 Haushaltwäscherei - „Apollo“ Dachauer Straßei 9 Rgb. Telephon 525 53 2 Baaderstraße 13 ■ Telephon 25702 3Gabelsbergerstr. 103 ■ Telephon 596491 lyr von rumn gefa lle n s ich er! =-r~ Briermersfr.55 MÜNCHEN HOTEL EUROPÄISCHER HOF BES. 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