Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 15 (1.8.1929)
- Article
- Protokoll der Verhandlungen der siebenten Tagung des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden in Aschaffenburg am 30. Juni und 1. Juli 1929
- Date
- 1929-08-01
- Page
- Seite 249 (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 15 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 249 Reisebüro I Versicherungsbüro Erledigung aller Reiseangelegenheiten. Eisenbahniahrkarten, I Versicherungen jeder Art zu vorteilhalten Prämien und Bedin- Schiffskarten, Flugkarten usw. nach allen Weltteilen | gungen bei ersten Gesellschaften des In- und Auslandes Fernsprecher 101 und 1201 UlllCäUff & GrilltIfly AUCJSbUFCJ C 9/10 Drahtanschrift: Nordlloyd meinschaft einmal als Kulturträger dienen. Es ist ein schönes Werk, das auszuführen wir uns vorgenommen haben und nun durchführen müssen. Wir haben vorhin von Herrn Kommerzienrat Rosenzweig gehört, daß eine Ausgabe für Statistik im vorigen Jahre gemacht worden ist. Es sind etwa 1200 RM. ausgegeben worden. Die Arbeit würde vom Statistischen Landesamt auf Anregung des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums in Berlin gemacht. Wir bekommen die einzelnen Angaben über die Verhältnisse in unserer Gemeinschaft nicht so, daß wir ein klares Bild über sie gewinnen können. Wir haben ein Interesse in verschiedener Richtung daran, beispielsweise zum Zweck von Änderungen und Verbesserungen in der Verufsumschichtung. Es können die Verhältnisse viel besser geordnet werden, wenn eine Grundlage in Form von Ziffernmaterial vorliegt. Wir haben so positive Anhaltspunkte. (Fortsetzung des Protokolls in der nächsten Nummer der Zeitung.) jüdische Srontjolöaten Als eine vorbildlich abgefaßte Regimentsgeschichte ist kürzlich als 56. Band der Veröffentlichungen des bayerischen Kriegsarchivs die Geschichte des Bayerischen Referve-Jnfanterie-Regiments Nr. 18 erschienen. (Bearbeitet von Leutnant d. Res. Trumpp, Verlag Max Schick, München NO 2. Preis RM. 4.80.) Mit Genehmigung des bayerischen Kriegsarchios drucken wir nachfolgende Abschnitte ab, die eine wertvolle Ergänzung zu dem Gedenkbuch der Ortsgruppe München der Jüdischen Frontsoldaten bilden: Seite 89: Außer vielen Tapferen hatte sich bisher der Vizefeldwebel Hans Koch 6./18, obwohl erst kurz beim Regiment, besonders unerschrocken gezeigt. Wo Kameraden in der vorderen Linie in harter Not waren, sprang er helfend zu und hat dadurch, wie auch durch seinen Pflichteifer, Schneid und Wagemut ein leuchtendes Beispiel eines mustergültigen Vorgesetzten gegeben. Die Verluste der Kompagnien an Toten und Verwundeten hatte das erste Hundert schon längst überschritten. Durch die Möglichkeit der Unterbringung in schußsicheren Stollen ist die verhältnismäßig niedere Zähl erklärt. Mit jeder Stunde litt jedoch die Sicherheit auch in der Stellung. Alles atmete auf, als die angekündigte Ablösung in der Nacht vom 27. zum 28. durch II./Res. Jnf.-Rgts. geschehen konnte. Seite 121: Einweisungstruppen unter Führung des tapferen Offiziersaspiranten Vizefeldwebels Hans Koch 6./18 und einige Maschinengewehrbesatzungen mußten noch zwei weitere Tage in der Stellung verbleiben und die Nöte des Trommelfeuers und Großkampfes weiter auskosten. In Ausführung der ihm übertragenen Aufgabe wurde Vizefeldwebel Koch am 16. August schwer verwundet. Fast ein ganzes Jahr war er in Lazarettpflege und ist, nachdem er seine Beförderung zu Offizier noch erleben konnte, an seiner Verwundung in München gestorben. Er war das Vorbild eines unerschrokkenen Soldaten. Seite 204: Die Gruppe Danner (I, III./11, 141.118 4. W.G.B.) war in der Zwischenzeit ebenfalls hart bedrängt worden. Die bemerkte Verstärkung beim Feind, das Vorrücken von Kolonnen und Batterien aus Nicoresti stimmte bedenklich. Weitere Ausbreitung der Angriffe stand bevor. Der Munitionsmangel der Infanterie hatte sich schon lange fühlbar gemacht, Tragtiere fehlten, die Elfer waren der Brigade überhaupt ohne solche zugeteilt worden. Schon saß der Rumäne nunmehr links rückwärts dieser Gruppe. Aus Grund einer Meldung des schneidigen Vizefeldwebels Guggenheimer 1./18, der die Nachricht und fünf gefangene Rumänen gleichzeitig zurücksandte, wurde bei der Besehlstelle der Gruppe Danner bekannt, daß sich im Rücken bereits feindliche Patrouillen befänden. Seite 211: Aus Tirgul Ocna wurde regster Zugsverkehr vernommen. Kolonnen waren im Anmarsch. Für den 21. August standen schwere Kämpfe bevor. Tatsächlich gewannn der Feind bei 692 in schmaler Front etwas Boden. Kurze Zeit hat es den Anschein, als ob es den Rumänen gelinge, das I./18 vom linken Flügel her aufzurollen. Da wurde Vizefeldwebel Guggenheimer, der inzwischen zur 2./18 versetzt worden war, mit dem Reservezug dieser Kompagnie den Rumänen entgegengeworfen. In schneidigem Gegenstoß wirft er die Rumänen zurück, erbeutet zwei leichte M.G. und trägt die eigene Stellung ein Stück weiter vor. Guggenheimer wurde zur Auszeichnung mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse eingegeben. Leider hat er die Verleihung, wie das so oft ging, nicht mehr erlebt. Seite 239: Die Vorwärtsbewegung hatte jedoch einey großen moralischen Erfolg; der Franzose wagte es nicht mehr, in feinem Angriff fortzufahren. Man sah vielmehr, daß er sich eingrub. Schwere Verluste hatten sich indes bei I./18 eingestellt. Der schneidige Leutnant d.Res. Guggenheimer war durch schweren Anillerieoolltrefser gefallen. Mit ihm wurden 6 Mann verwundet. Oberleutnant d. Res. Fritsch 4./18, Leutnant d. Res. Schulte 1. M.- GK. wurden verschüttet. Fritsch erhielt einen schweren Nervenschock und mußte bewußtlos zurückgetragen werden, während Leutnant d. Res. Schulte sich bei der Truppe erholte. Seite 207: Der schneidige Leutnant d. Res. Hermann Reuter 10./18 stürmt dabei mit seiner Kompagnie so unentwegt weiter, daß er den Talausgang der Schlucht nach Okna erreicht. Aus Anschlußgründen mußte der in die Nähe der ersten Häuser im Tal oorgestohene Teil wieder zurückgenommen werden. Leider wurde der selten tapfere Reuter am 19. August schwer verwundet. Seite 255/256: Am 5. August 1918 schied von dem Regiment Stabsarzt Dr. Heinemann. (Stabsarzt Heinemann war als Auslandsdeutscher aus Sumatra zu den Fahnen geeilt. Er ist nunmehr wieder dort als Chef eines großen Krankenhauses.) Man kann nicht schildern, wie schwer ihm der Abschied und wie schwer uns sein Fortgehen wurde. Drei lange Kriegsjahre hindurch hatte er, zuerst als Bataillonsarzt beim III. Bataillon, dann als Regimentsarzt in allen Großkämpfen und Gefechten mit seltener Pflichttreue und äußerster Selbstaufopferung für die ihm in die Hand gegebene Truppe gesorgt. Die schwerste Not für den Soldaten fing an, wenn er verwundet hilflos auf dem Schlachtfelde lag. Wir Reserve- XTOltWERCK l SCHOKOLADE-PRALINEN "j